12.05.2020 | Presseinfo Nr. 49

Grenzpendler können bei Arbeitsausfällen Kurzarbeitergeld erhalten

Tausende tschechische Beschäftigte arbeiten in der mittleren Oberpfalz und haben in den vergangenen Jahren zum Erfolg der Unternehmen und dem Wohlstand der Region beigetragen. Viele von ihnen haben ihren Wohnsitz in Böhmen und sind bis vor Kurzem täglich nach Bayern gependelt. Die Corona-Krise und die damit verbundenen Grenzschließungen haben sie in den vergangenen Wochen besonders hart getroffen. Einerseits war der Weg zum Arbeitsplatz vielfach nicht mehr möglich, andererseits bestand nicht immer Anspruch auf Kurzarbeitergeld (Kug).
 

Eine neue Weisung der Agentur für Arbeit schafft nun Rechtssicherheit, indem eindeutig der Kug-Anspruch von Grenzpendlern festgestellt wird, wenn ihr Betrieb in Kurzarbeit geht.

„Durch die Regelung ist sichergestellt, dass Grenzpendler nicht gegenüber einheimischen Arbeitskräften benachteiligt werden. Ohne Kurzarbeitergeld hätte die Krise zahlreiche tschechische Arbeitnehmer gezwungen, ihren alten Arbeitsvertrag in Deutschland zu kündigen, um sich einen neuen Arbeitgeber in Tschechien zu suchen. Ansonsten hätte vielen von ihnen unverschuldet eine finanzielle Notlage gedroht. Dies konnte nun verhindert werden und die Grenzpendler können nach der Krise wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, wo sie dringend gebraucht werden“, sagt Markus Nitsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf.

 

Hintergrund:

Im Agenturbezirk Schwandorf arbeiten (Stand: 30.06.2019) 6.214 tschechische Grenzpendler. 3.661 Arbeitnehmer und somit mehr als die Hälfte von ihnen sind als Fachkräfte angestellt. Die meisten Grenzpendler arbeiten im Landkreis Cham (4.337 Arbeitnehmer), gefolgt vom Landkreis Schwandorf (1.549 Arbeitnehmer), dem Landkreis Amberg Sulzbach (181 Arbeitnehmer) und der Stadt Amberg (147 Arbeitnehmer).