02.07.2020 | Presseinfo Nr. 67

Mehr Bewerber als im Vorjahr auf dem Ausbildungsmarkt im Kreis Schwandorf

Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu und für die Jugendlichen beginnt ein neuer Abschnitt in ihrem Leben. Während die Coronakrise auf dem Arbeitsmarkt deutliche Spuren hinterlassen hat, ist der Ausbildungsmarkt im Agenturbezirk Schwandorf hiervon bislang weitgehend unberührt geblieben.
 

Jedem Bewerber standen statistisch gesehen mehr als zwei Stellen zur Verfügung. Vergleicht man die aktuell unversorgten Bewerberinnen und Bewerber mit der Zahl der noch offenen Stellen, gibt es für jeden betroffenen Jugendlichen sogar mehr als vier Angebote. „Einen Corona-Effekt gibt es erfreulicherweise auf dem Schwandorfer Ausbildungsmarkt mit Stand Juni nicht. Die Firmen suchen weiterhin nach motivierten und engagierten Nachwuchskräften. Jugendliche, die bislang noch keinen Vertrag in der Tasche haben, sollten sich zeitnah an die Berufsberatung wenden. Gemeinsam kann nach passenden Angeboten bzw. Alternativen gesucht werden. Gerne stellen die Beraterinnen und Berater auch den Kontakt zu den Firmen her“, sagt Bernhard Lang, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Schwandorf.

 

Unternehmen, die Ausbildungsstellen bislang nicht besetzen konnten, empfiehlt der stellvertretende Agenturleiter, auch schwächeren Jugendlichen eine Chance zu geben. „Die Noten in den Schulzeugnissen sind wichtig, aber sie spiegeln nur einen Teil der Fähigkeiten und Talente eines jungen Menschen wider. Um abschätzen zu können, ob ein Jugendlicher für eine Ausbildung in Frage kommt, lohnt es sich, gemeinsam ein Praktikum zu vereinbaren, soweit ein solches trotz Corona-Krise irgendwie realisiert werden kann. So können Bewerberinnen und Bewerber direkt zeigen, ob ihnen der angestrebte Beruf liegt“, führt Lang aus.

 

In der mittleren Oberpfalz, das heißt in den Landkreisen Cham, Schwandorf und Amberg-Sulzbach sowie der kreisfreien Stadt Amberg meldeten die Betriebe und Verwaltungen seit Beginn des Ausbildungsjahres im Oktober 2019 bis jetzt insgesamt 4.363 Ausbildungsstellen und somit 433 Stellen bzw. neun Prozent weniger als im Vorjahr. Unbesetzt sind noch 1.901 Stellen (5,5 Prozent weniger als im Vorjahr).

 

Den Stellen gegenüber standen 2.118 Bewerberinnen und Bewerber, was einem Rückgang um 160 Personen bzw. sieben Prozent entspricht. Unversorgt waren 420 Jugendliche und somit 0,7 Prozent mehr als im Juni 2019.

 

 

Landkreis Schwandorf:
Im Landkreis Schwandorf meldeten die Betriebe und Verwaltungen seit Beginn des Ausbildungsjahres im Oktober 2019 bis jetzt insgesamt 1.548 Ausbildungsstellen und somit 74 Stellen bzw. 4,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Unbesetzt waren noch 679 Stellen (zwei Prozent weniger als im Vorjahr).

 

„Während in den anderen Teilregionen im Agenturbezirk aufgrund der demographischen Entwicklung und der zunehmenden Akademisierung ein Bewerberrückgang zu verzeichnen ist, trotzt der Ausbildungsmarkt im Landkreis Schwandorf diesem Trend. Mit insgesamt 712 Bewerberinnen und Bewerbern haben sich 38 Personen bzw. 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr bei der Berufsberatung gemeldet und angeben, eine Ausbildung anzustreben. Das ist eine positive Entwicklung, die auch den Unternehmen in der Region zugutekommt“, sagt Lang.

 

Mit dem Anstieg der Gesamtzahl der Bewerber hat sich auch die Zahl der unversorgten Jugendlichen erhöht. Sie lag bei 152 Personen und somit 25,6 Prozent über dem Vorjahreswert. „Aufgrund des Pandemiegeschehens erfolgen Ausbildungszusagen in diesem Jahr teils verspätet. Der Bedarf in den Unternehmen ist jedoch weiterhin vorhanden, weshalb mit Nachholeffekten gerechnet werden kann. Zudem steht die Berufsberatung in intensiven Kontakt mit den Jugendlichen, um auch kurzfristig noch den Beginn einer Ausbildung zu ermöglichen“, berichtet der Geschäftsführer Operativ.