02.07.2020 | Presseinfo Nr. 68

Zahl der unversorgten Jugendlichen in der Region Amberg-Sulzbach ist deutlich zurückgegangen

Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu und für die Jugendlichen beginnt ein neuer Abschnitt in ihrem Leben. Während die Coronakrise auf dem Arbeitsmarkt deutliche Spuren hinterlassen hat, ist der Ausbildungsmarkt im Agenturbezirk Schwandorf hiervon bislang weitgehend unberührt geblieben.
 

Jedem Bewerber standen statistisch gesehen mehr als zwei Stellen zur Verfügung. Vergleicht man die aktuell unversorgten Bewerberinnen und Bewerber mit der Zahl der noch offenen Stellen, gibt es für jeden betroffenen Jugendlichen sogar mehr als vier Angebote. „Einen Corona-Effekt gibt es erfreulicherweise auf dem Schwandorfer Ausbildungsmarkt mit Stand Juni nicht. Die Firmen suchen weiterhin nach motivierten und engagierten Nachwuchskräften. Jugendliche, die bislang noch keinen Vertrag in der Tasche haben, sollten sich zeitnah an die Berufsberatung wenden. Gemeinsam kann nach passenden Angeboten bzw. Alternativen gesucht werden. Gerne stellen die Beraterinnen und Berater auch den Kontakt zu den Firmen her“, sagt Bernhard Lang, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Schwandorf.

 

Unternehmen, die Ausbildungsstellen bislang nicht besetzen konnten, empfiehlt der stellvertretende Agenturleiter, auch schwächeren Jugendlichen eine Chance zu geben. „Die Noten in den Schulzeugnissen sind wichtig, aber sie spiegeln nur einen Teil der Fähigkeiten und Talente eines jungen Menschen wider. Um abschätzen zu können, ob ein Jugendlicher für eine Ausbildung in Frage kommt, lohnt es sich, gemeinsam ein Praktikum zu vereinbaren, soweit ein solches trotz Corona-Krise irgendwie realisiert werden kann. So können Bewerberinnen und Bewerber direkt zeigen, ob ihnen der angestrebte Beruf liegt“, führt Lang aus.

 

In der mittleren Oberpfalz, das heißt in den Landkreisen Cham, Schwandorf und Amberg-Sulzbach sowie der kreisfreien Stadt Amberg meldeten die Betriebe und Verwaltungen seit Beginn des Ausbildungsjahres im Oktober 2019 bis jetzt insgesamt 4.363 Ausbildungsstellen und somit 433 Stellen bzw. neun Prozent weniger als im Vorjahr. Unbesetzt sind noch 1.901 Stellen (5,5 Prozent weniger als im Vorjahr).

 

Den Stellen gegenüber standen 2.118 Bewerberinnen und Bewerber, was einem Rückgang um 160 Personen bzw. sieben Prozent entspricht. Unversorgt waren 420 Jugendliche und somit 0,7 Prozent mehr als im Juni 2019.

 

 

 

Region Amberg-Sulzbach:
Im Landkreis Amberg-Sulzbach und der Stadt Amberg meldeten die Betriebe und Verwaltungen seit Beginn des Ausbildungsjahres im Oktober 2019 bis jetzt insgesamt 1.312 Ausbildungsstellen und somit 156 Stellen bzw. 10,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Unbesetzt waren noch 498 Stellen (13,1 Prozent weniger als im Vorjahr).

 

Den Stellen gegenüber standen 694 Bewerberinnen und Bewerber und somit 119 Personen bzw. 14,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. „Eine erfreuliche Entwicklung hat sich bei der Zahl der unversorgten Bewerberinnen und Bewerber vollzogen. Im Juni waren bei der Berufsberatung noch 121 Jugendliche ohne Ausbildungsperspektive und somit 58 Personen bzw. 32,4 Prozent weniger als im Vorjahr gemeldet. Das weist darauf hin, dass die Jugendlichen sich auch in der Coronazeit intensiv mit ihrer Zukunftsplanung auseinandergesetzt und alles Nötige für die ersten Schritte ins Berufsleben in die Wege geleitet haben. Andererseits war dies nur möglich, da auch die Unternehmen trotz der Pandemie und der damit verbundenen Probleme an ihren Ausbildungszusagen festgehalten haben“, berichtet Bernhard Lang.