02.07.2020 | Presseinfo Nr. 69

Weniger Stellen und Bewerber auf dem Chamer Ausbildungsmarkt als im Vorjahr

Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu und für die Jugendlichen beginnt ein neuer Abschnitt in ihrem Leben. Während die Coronakrise auf dem Arbeitsmarkt deutliche Spuren hinterlassen hat, ist der Ausbildungsmarkt im Agenturbezirk Schwandorf hiervon bislang weitgehend unberührt geblieben.
 

Jedem Bewerber standen statistisch gesehen mehr als zwei Stellen zur Verfügung. Vergleicht man die aktuell unversorgten Bewerberinnen und Bewerber mit der Zahl der noch offenen Stellen, gibt es für jeden betroffenen Jugendlichen sogar mehr als vier Angebote. „Einen Corona-Effekt gibt es erfreulicherweise auf dem Schwandorfer Ausbildungsmarkt mit Stand Juni nicht. Die Firmen suchen weiterhin nach motivierten und engagierten Nachwuchskräften. Jugendliche, die bislang noch keinen Vertrag in der Tasche haben, sollten sich zeitnah an die Berufsberatung wenden. Gemeinsam kann nach passenden Angeboten bzw. Alternativen gesucht werden. Gerne stellen die Beraterinnen und Berater auch den Kontakt zu den Firmen her“, sagt Bernhard Lang, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Schwandorf.

 

Unternehmen, die Ausbildungsstellen bislang nicht besetzen konnten, empfiehlt der stellvertretende Agenturleiter, auch schwächeren Jugendlichen eine Chance zu geben. „Die Noten in den Schulzeugnissen sind wichtig, aber sie spiegeln nur einen Teil der Fähigkeiten und Talente eines jungen Menschen wider. Um abschätzen zu können, ob ein Jugendlicher für eine Ausbildung in Frage kommt, lohnt es sich, gemeinsam ein Praktikum zu vereinbaren, soweit ein solches trotz Corona-Krise irgendwie realisiert werden kann. So können Bewerberinnen und Bewerber direkt zeigen, ob ihnen der angestrebte Beruf liegt“, führt Lang aus.

 

 

In der mittleren Oberpfalz, das heißt in den Landkreisen Cham, Schwandorf und Amberg-Sulzbach sowie der kreisfreien Stadt Amberg meldeten die Betriebe und Verwaltungen seit Beginn des Ausbildungsjahres im Oktober 2019 bis jetzt insgesamt 4.363 Ausbildungsstellen und somit 433 Stellen bzw. neun Prozent weniger als im Vorjahr. Unbesetzt sind noch 1.901 Stellen (5,5 Prozent weniger als im Vorjahr).

 

Den Stellen gegenüber standen 2.118 Bewerberinnen und Bewerber, was einem Rückgang um 160 Personen bzw. sieben Prozent entspricht. Unversorgt waren 420 Jugendliche und somit 0,7 Prozent mehr als im Juni 2019.

 

 

 

Landkreis Cham:
Im Landkreis Cham meldeten die Betriebe und Verwaltungen seit Beginn des Ausbildungsjahres im Oktober 2019 bis jetzt insgesamt 1.503 Ausbildungsstellen und somit 203 Stellen bzw. 11,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Unbesetzt waren noch 724 Stellen (2,9 Prozent weniger als im Vorjahr).

 

Den Stellen gegenüber standen 712 Bewerberinnen und Bewerber und somit 79 Personen bzw. zehn Prozent weniger als im Vorjahr. „Mit dem Rückgang folgt der Chamer Ausbildungsmarkt dem überregionalen Trend. Ursächlich sind insbesondere der demographische Wandel und die zunehmende Akademisierung“, sagt Bernhard Lang.

 

Unversorgt waren noch 147 Jugendliche und somit 25,6 Prozent mehr als im Vorjahr. „Aufgrund des Pandemiegeschehens erfolgen Ausbildungszusagen in diesem Jahr teils verspätet. Der Bedarf in den Unternehmen ist jedoch weiterhin vorhanden, weshalb mit Nachholeffekten gerechnet werden kann. Gerade im Landkreis Cham stehen die Chancen hierfür sehr gut. Jedem unversorgten Bewerber standen statistisch gesehen knapp fünf noch offene Ausbildungsstellen gegenüber und damit mehr als in allen anderen Teilregionen des Agenturbezirks. Insofern ist mit einem Rückgang der Zahl der unversorgten Bewerber in den kommenden Monaten zu rechnen“, berichtet der Geschäftsführer Operativ.