Arbeitsmarktbericht Geschäftsstellenbezirk Bad Kötzting - Januar 2023

Fachkräfteengpässe belasten die Unternehmen

31.01.2023 | Presseinfo Nr. 22

Im Bezirk der Geschäftsstelle Bad Kötzting ist die Arbeitslosigkeit im Januar angestiegen. Dies beruht vor allem auf Entlassungen in den saison- und witterungsabhängigen Branchen inklusive der Außenberufe. „Die Betroffenen haben in der Regel eine Wiedereinstellungszusage vorliegen. Die Januararbeitslosigkeit in Bad Kötzting gibt daher keinen Anlass zur Sorge. Sie bewegt sich im üblichen Rahmen. Ohne den Ukraineeffekt würde die Arbeitslosigkeit sogar unter dem Vorjahreswert liegen“, sagt Wolfgang Kürzinger, Leiter der Geschäftsstelle Bad Kötzting.

Die Arbeitslosigkeit nahm binnen Monatsfrist um rund 360 Personen bzw. 77,7 Prozent zu. Mitte des Berichtsmonats waren zirka 810 Personen arbeitslos gemeldet, sechs Arbeitnehmer bzw. 0,7 Prozent mehr als im Januar 2022. Die Arbeitslosenquote stieg binnen Monatsfrist um 2,2 Prozentpunkte auf nunmehr fünf Prozent. Im Januar 2022 lag die Quote ebenfalls bei fünf Prozent.

Mitte Januar waren im gemeinsamen Stellenpool der Arbeitsagentur und des Jobcenters rund 510 Stellenangebote gemeldet, vier Offerten bzw. 0,8 Prozent weniger als im Januar 2022. Seit Jahresbeginn meldeten die Betriebe und öffentlichen Verwaltungen knapp 70 Stellen und somit sieben Offerten bzw. 9,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Zwar sank der Stellenneuzugang, die Einstellungsbereitschaft der Betriebe ist aber weiterhin vorhanden. „Arbeitsuchende können aus einem vollen Stellenpool schöpfen. Viele Unternehmen haben erst nach den Feiertagen wieder ihre Arbeit aufgenommen, so dass der Januar im Verlauf tendenziell ein ruhigerer Monat ist. Der Arbeitsmarkt in der Geschäftsstelle bleibt robust“, berichtet Kürzinger.

 

Bewegungszahlen: Dynamik hat im Januar nachgelassen

Im Laufe des Berichtsmonats meldeten sich aus der Erwerbstätigkeit heraus rund 400 Personen arbeitslos und somit zirka 40 Arbeitnehmer bzw. 9,8 Prozent weniger als Januar 2022. Im Gegenzug beendeten knapp 40 Personen ihre Arbeitslosigkeit, um direkt ins Berufsleben zurückzukehren oder einzusteigen. Dies war ein Arbeitnehmer weniger als im Vorjahresmonat.

 

Blick in die Branchen

Im Bauhaupt- und -nebengewerbe melden sich saisonbedingt derzeit verstärkt Personen mit Wiedereinstellungszusage arbeitslos. Die ersten Wiedereinstellungen in der neuen Saison 2023 sind aufgrund der milden Witterung bereits ab Februar geplant.

Viele Betriebe melden auch für 2023 eine gute Auftragslage. Die Stellenzugänge fallen üblicherweise im Januar geringer aus. Es gibt im Stellenpool allerdings weiterhin ein großes Angebot an offenen Stellen.

Im Einzelhandel gab es kaum Zugänge von Arbeitslosen. Das liegt zum Teil daran, dass freiwerdendes Personal schon vor Eintritt in die Arbeitslosigkeit wieder vermittelt wird.

Im Metallgewerbe besitzen Fachkräfte mit abgeschlossener Ausbildung sehr gute Integrationsmöglichkeiten. Über die Zeitarbeit gelingt die Arbeitsaufnahme bei Helfertätigkeiten gut. Wichtig sind die körperliche Belastbarkeit und Bereitschaft, im Schichtdienst zu arbeiten.

In der Elektronikindustrie und im Elektrohandwerk ist trotz einzelner Lieferschwierigkeiten die Auftragslage gut und die Nachfrage nach Fachkräften auf allen Ebenen gegeben. Aufgrund von Betriebsurlauben über die Feiertage laufen die Aktivitäten der Betriebe im Januar wieder verstärkt an.

Bei den Personaldienstleistern ist die Nachfrage nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gleichbleibend. Das zeigt auch die Chancen, die in dieser Branche stecken. Bei den Fachkräften werden Bewerber für alle Bereiche gesucht.

Im Hotel- und Gaststättengewerbe ist der Start ins neue Jahr hinsichtlich der Gästenachfrage bei den meisten Hotelbetrieben, vor allem auch aufgrund des fehlenden Schnees, eher durchwachsen. Die Skigebiete nehmen erst sukzessive den Betrieb auf und die Urlaubsgäste müssen sich Alternativen suchen. Nachfragen für längere Aufenthalte erfolgen oft kurzfristig. Buchungen für Wochenenden gehen vermehrt ein. Personalbedarf besteht aber trotzdem.

Die Betriebe des Gesundheitswesens und der Pflege können ihre Bedarfe in allen Sparten weiterhin nicht decken. Offene Stellen können oft nicht zeitnah besetzt werden, da Arbeitsuchende in der Branche faktisch kaum zur Verfügung stehen.

In Verwaltungen und Büros war die Nachfrage nach Personal im Berichtsmonat aufgrund von Betriebsurlauben eher verhalten.

Bei den holzverarbeitenden Firmen ist witterungsbedingt und jahreszeitlich die Auftragslage rückläufig. Die Mitarbeiter werden meist über die Wintermonate freigesetzt.

Im Fahrzeugbau gibt es volle Auftragsbücher, trotzdem können kaum Fachkräfte vermittelt werden. Beim Handel mit Kraftfahrzeugen, der Instandhaltung und Reparatur, egal ob Pkw oder Motorrad, ist die Situation ähnlich.

Spedition, Post- und Kurierdienste melden Bedarfe. Eine Vermittlung gelingt nur vereinzelt. Die Nachfrage nach Busfahrerinnen und -fahrern sowie für Lastwägen ist ungebrochen.

 

Jetzt Chancen nutzen

Der Fachkräftetag am 19. Januar hat wieder eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit und die Entwicklung der Unternehmen und damit verbunden die Entwicklung der Beschäftigung im Landkreis Cham dargestellt.

„Ab dem Frühjahr werden viele Betriebe wieder verstärkt und dringend Fachkräfte suchen. „Deshalb sollten alle Bewerberinnen und Bewerber über eine Ausbildung oder Umschulung nachdenken. Die Vermittlungsfachkräfte der Agentur für Arbeit beraten hier gerne. Vor allem die Saisonbetriebe mit Beschäftigten in Kurzarbeit haben noch bis 30. Juni gute Möglichkeiten, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu qualifizieren“, sagt Wolfgang Kürzinger.

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