Der Arbeitsmarktreport März 2023 in Zahlen

die ausführlichen Zahlen zum Arbeitsmarkt im März 2023

31.03.2023 | Presseinfo Nr. 15

Der Arbeitsmarkt im März

Saisonaler Rückgang der Arbeitslosigkeit
Der Arbeitsmarkt in der Region Main-Rhön zeigte sich auch im März 2023 weiterhin sehr robust. Die Arbeitslosenquote betrug 3,4 Prozent und blieb damit unverändert zum Februar, lag aber um 0,4 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit mit einem Minus von 188 Personen (-2,2 Prozent) auf 8.256 Arbeitslose für den Berichtsmonat März fiel im langjährigen Vergleich relativ gering aus. Im Schnitt der letzten zehn Jahre, war für den Märzmonat ein Rückgang von 380 Arbeitslosen oder -4,2 Prozent zu verzeichnen.

 

RegioninsgesamtVeränderung gegenüber Vormonat abs.in %Veränderung gegenüber Vormonat in %-PunktenVeränderung gegenüber Vorjahresmonat in %-Punkten
AA Schweinfurt8.256-1883,40,00,4
Schweinfurt Stadt1.87886,60,00,9
Bad Kissingen1.902-253,3-0,10,1
Rhön-Grabfeld1.274-242,8-0,10,1
Haßberge1.428-802,9-0,20,2
Schweinfurt1.774-662,7-0,10,3


„Mit Blick auf die, in diesem Jahr schwächer ausgeprägte, Saisonarbeitslosigkeit, relativiert sich der etwas geringere Rückgang der Arbeitslosen in einem März“, folgert Thomas Stelzer, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schweinfurt das aktuelle Arbeitsmarktgeschehen. „Vielmehr zeigt sich der Arbeitsmarkt derzeit weiterhin sehr robust. Die Zahl der Arbeitslosen in der Arbeitslosenversicherung (SGB III) ist weiter rückläufig und die gemeldeten Bedarfe der regionalen Unternehmen sind nach wie vor sehr hoch. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Vorjahr hingegen, ist das Ergebnis des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine und den deshalb geflüchteten Menschen aus der Ukraine. Aus diesem Grunde ist der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr ausschließlich im Rechstkreis SGB II (Bürgergeld) zu beobachten.“

Der Arbeitsmarkt war im März von einer starken Dynamik geprägt. Während sich 2.121 Personen neu arbeitslos meldeten, konnten 2.297 ihre Arbeitslosigkeit beenden. Der Bestand der älteren Arbeitslosen (50 Jahre und älter) verringerte sich im Vergleich zum Februar um 196 Personen oder Minus 5,3 Prozent auf 3.517 Personen, bei den Jüngeren unter 25 Jahren war allerdings ein Anstieg um 58 oder Plus 9,0 Prozent auf nun 699 Personen festzustellen. Den historischen Tiefststand für einen März mit 552 arbeitslos gemeldeten jüngeren Menschen unter 25 Jahren aus dem letzten Jahr, konnte im März 2023 nicht erreicht werden. Diese Entwicklung ist teilweise ebenfalls auf die Gruppe der geflüchteten ukrainischen Menschen zurückzuführen.

 

Zahl der gemeldeten Stellen bleibt weiterhin hoch – Arbeitgeber sind zunehmend offen für Alternativen um die Bedarfe zu decken
Knapp 920 neue Stellenangebote wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Schweinfurt im Berichtsmonat März gemeldet. Das entsprach ungefähr dem erwartbaren Monatsdurchschnitt der letzten zehn Jahre für einen März (940). Allerdings waren das 49 weniger neu gemeldete Vakanzen als im Februar (-5,1 Prozent) und sogar knapp 250 weniger als noch vor einem Jahr (-21,3 Prozent).

Der Bestand der noch offenen Stellen war mit 6.334 gemeldeten Stellen jedoch ungebrochen hoch und nahezu gleichbleibend zum Vormonat (+21), im Vorjahresvergleich war allerdings auch hier ein Rückgang um 139 Stellenangebote oder – 2,1 Prozent zu verzeichnen.

„Auch wenn die Nachfrage nicht mehr die absoluten Höchstwerte des Vorjahres erreicht, bleiben die Bedarfe der regionalen Unternehmen vergleichsweise hoch“, erläutert Stelzer. „Noch vor zehn Jahren waren im März lediglich etwas mehr als 2.200 offene Stellenangebote im Bestand. Dieser Wert hat sich mittlerweile fast verdreifacht. Bei nahezu der Hälfte aller vorhandenen Berufshauptgruppen, stehen weniger gemeldete Arbeitslose als gemeldete Stellenangebote zur Verfügung. In den Bereichen medizinische Gesundheitsberufe, Mechatronik-, Energie- und Elektrikberufe, Informatikberufen sowie den Bauberufen, stehen diese sogar in einem sehr deutlichen Missverhältnis. Wir erleben, dass viele Arbeitgeber angesichts dieser Herausforderungen zu wesentlich mehr Zugeständnissen bereit sind. Unternehmen zeigen sich mittlerweile auch vermehrt für Quereinsteiger, für unterschiedlichste Arbeitszeitmodelle, für ältere Personen oder auch Menschen mit geringen Sprachkenntnissen offen,“ erläutert Stelzer.


Ausbildungsmarkt – eindeutiger Trend zum Bewerbermarkt
Angelehnt an den üblichen Ausbildungsbeginn startet für die Berufsberatung das sogenannte Beratungsjahr jeweils im Oktober und läuft bis zum folgenden September. Traditionell wirft die Agentur für Arbeit im Berichtsmonat März erstmals einen Blick auf den Ausbildungsstellenmarkt. Seit Oktober 2022 wandten sich 2.044 Jugendliche bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Schweinfurt. Dies war gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um 117 junge Menschen, ein Plus von 6,1 Prozent. Auf der anderen Seite wurden der Arbeitsagentur im gleichen Zeitraum 3.820 Berufsausbildungsstellen gemeldet, nochmals 287 oder 8,2 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Jugendlichen, die im März noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle waren, lag mit 1.063 um 80 oder 8,1 Prozent höher als vor einem Jahr. Sie hatten die Wahl zwischen 2.164 noch unbesetzten Berufsausbildungsstellen. Das waren 164 oder 8,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Rein rechnerisch standen den jungen Menschen ohne Ausbildungsstelle 2,0 offene Stellen zur Verfügung.

„Die Ausbildungsbereitsschaft der Unternehmen ist groß, nicht zuletzt deshalb, weil die Bedarfe auch durch eigenen Nachwuchs gedeckt werden sollen. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass nicht alle Ausbildungsstellen besetzt werden können, dazu fehlen schlichtweg die jungen Menschen. Deshalb finde ich es gut, dass auch Lebenserfahreren, Quereinsteigern und Migranten eine Chance gegeben wird“, fasst Thomas Stelzer das Geschehen am Ausbildungsmarkt zusammen.