30.11.2021 | Presseinfo Nr. 31

Arbeitsmarktreport der Region Main-Rhön im November 2021

November 2021

Der Arbeitsmarkt im November

Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent im November – Vorkrisenniveau gehalten

Trotz der Pandemie zeichnete sich im November erneut eine leicht positive Arbeitsmarktentwicklung in der Region Main-Rhön ab. Im Berichtsmonat waren 7.132 Menschen arbeitslos. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Vergleich zum Vormonat um 50 Personen bzw. 0,7 Prozent weiter leicht gesunken. Die Arbeitslosenquote blieb, im Vergleich zum Oktober, unverändert bei 2,9 Prozent.

„Auch, wenn die vierte Welle der Corona-Pandemie sich derzeit rasch ausbreitet, so sind deren Auswirkungen auf dem regionalen Arbeitsmarkt im November noch nicht spürbar. Der auslaufende Herbstaufschwung hatte nochmals zu einem guten Ergebnis auf dem Arbeitsmarkt in der Region Main-Rhön geführt. Unsere Region profitierte im November von einer noch regen Nachfrage nach Arbeitskräften, während die Inanspruchnahme von Kurzarbeit weiter gesunken ist. Dies ist an den leicht rückläufigen Arbeitslosenzahlen, sowie an dem ungebremsten Arbeitskräftebedarf der Unternehmen deutlich zu erkennen“, erläutert Thomas Stelzer, der Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt.

Fast alle von der Statistik ausgewiesenen Personengruppen konnten von der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt im Vergleich zum Vormonat profitieren. So sank vor allem die Zahl der Arbeitslosen in der Personengruppe der Jüngeren (15 bis 25 Jahre) um 59 Menschen (- 11,0 Prozent). Ebenso gab es in der Personengruppe der ausländischen Mitbürger einen Rückgang von 16 Personen (- 1,1 Prozent). Von der aktuellen Erholung am regionalen Arbeitsmarkt profitierten auch die langzeitarbeitslosen Menschen (Personen, die ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet sind). Im Vergleich zum Oktober nahmen die Langzeitarbeitslosen um 41 Personen (- 1,6 Prozent) ab. Lediglich die Personengruppe der älteren Menschen (50 Jahre und älter) nahm um 38 Personen (+ 1,1 Prozent) zu.

Im November war einiges an Bewegung am Arbeitsmarkt zu erkennen. Dies spiegelte sich im Zugang aus Beschäftigung und bei den Arbeitsaufnahmen wider. So meldeten sich 598 Menschen in die Erwerbstätigkeit ab, während sich 724 Personen arbeitslos meldeten.

Auch im Vergleich zum Vorjahr sind, mit einem Minus von 1.388 Personen (- 16,3 Prozent), deutlich weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Allerdings war der November 2020 auch noch stark von der Corona-Krise geprägt. Damals waren 8.520 Menschen arbeitslos. Die Quote lag bei 3,4 Prozent.

Die aktuelle Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent, war bereits vor Beginn der Pandemie im November 2019 erreicht worden. Vor der Krise lag die November-Arbeitslosenquote zuletzt im Jahr 2016 mit 3,3 Prozent höher.

Arbeitslose

Anzahl absolut

Arbeitslosen-

Quote

Veränderung in %-Punkten

zum Vormonat

Veränderung in %-Punkten

zum Vorjahr

AA Schweinfurt 7.132 2,9 % +/- 0,0 - 0,5
Stadt Schweinfurt 1.655 5,8 % + 0,1 - 0,7
Lkr. Schweinfurt 1.523 2,3 % +/- 0,0 - 0,3
Lkr. Bad Kissingen 1.621 2,8 % +/- 0,0 - 0,6
Lkr. Rhön-Grabfeld 1.100 2,4 % +/- 0,0 - 0,5
Lkr. Haßberge 1.233 2,5 % +/- 0,0 - 0,6

Erneut rückläufige Inanspruchnahme der Kurzarbeit

Erfreulicherweise sanken die Anzeigen zur Kurzarbeit im Berichtsmonat erneut. Im Vergleich zum Vormonat mit 739 Betrieben, gab es einen Rückgang der Anzeigen auf Kurzarbeit auf 624 Betriebe. Gleichzeitig reduzierte sich die Anzahl der Arbeitnehmer von 10.619 auf 9.762. Dies bedeutete, dass nur noch für 5,5 Prozent der 177.290 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region Main-Rhön Kurzarbeit angezeigt wurde. Im Vormonat waren es noch 6,0 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Agenturbezirk Schweinfurt.

„Ungeachtet des Pandemie-Verlaufs sowie der in einigen Branchen aufgetretenen Lieferengpässe, sinken die Anzeigen auf Kurzarbeit der Unternehmen in der Region Main-Rhön im November um 8,1 Prozent. Ferner zeigt sich, wie schon in den vergangenen Monaten, dass sich das Instrument der Kurzarbeit bewährt und die Auswirkungen der Krise deutlich abmildert. Wir stellen aber bereits fest, dass wieder ein erheblicher Beratungsbedarf der Unternehmen aus den Branchen des Hotel- und Gaststättengewerbes, der Kosmetik- und Fitness-Studio-Betreiber sowie der Kulturschaffenden besteht. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat mitgeteilt, dass der erleichterte Zugang zur Kurzarbeit verlängert wird. Ziel sei es, dass Beschäftigungsverhältnisse auch im ersten Quartal 2022 stabilisiert sowie Arbeitslosigkeit und Insolvenzen vermieden werden sollen“, berichtet Stelzer.

Eine Anzeige auf Kurzarbeit wird manchmal auch vorsorglich gestellt. Deshalb lässt sich aus der Anzahl der Anzeigen nicht exakt schließen, wie viele Beschäftigte am Ende tatsächlich und in welchem Stundenumfang kurzarbeiten werden. Diese Angaben der Betriebe liegen erst mit Zeitverzögerung vor. Für die tatsächlich eingetretene Kurzarbeit tritt der Betrieb mit der Lohnabrechnung in Vorleistung und muss danach bei der Agentur für Arbeit für den jeweiligen Monat einen Antrag auf die Auszahlung des Kurzarbeitergeldes stellen. Aktuelle Hochrechnungen der amtlichen Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur realisierten Kurzarbeit der regionalen Unternehmen liegen deshalb lediglich bis zum Juli 2021 vor. Demnach wurde im Juli für 687 Betriebe und 4.210 Beschäftigte Kurzarbeitergeld abgerechnet. Im Vergleich zum Vormonat Juni waren dies 511 Betriebe weniger, verbunden mit einem deutlichen Rückgang von 3.269 betroffenen Arbeitnehmern. Die Statistik weist eine sog. Kurzarbeiterquote aus. Diese berechnet sich als Verhältnis aus der Zahl der Personen in Kurzarbeit, bezogen auf die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Die Kurzarbeiterquote im Juli 2021 lag über alle Branchen hinweg bei 2,4 Prozent. Dies entsprach dem niedrigsten Wert seit Beginn der Pandemie. Damals lag die Quote bei 6,8 Prozent. Den Höchststand erreichte dieser Wert im Mai 2020 mit 21,6 Prozent.

Stellenbestand erneut auf höchstem Niveau

Die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb auch im November 2021 ungebrochen hoch. Die Vermittlungsfachkräfte im gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und der Jobcenter hatten im Berichtsmonat 1.079 neue Suchanfragen nach Arbeitskräften von Arbeitgebern entgegengenommen. Dies entsprach dem Stellenzugangsniveau vom Vormonat und waren 202 Stellen (+ 23,0 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

„Allerdings dürften die Stellenmeldungen, beeinflusst durch den Verlauf der vierten Welle der Corona-Pandemie, zukünftig nur noch zaghaft ansteigen. Unternehmen werden durch die derzeit erneut unsichere wirtschaftliche Lage möglicherweise weniger Personal einstellen. Es wird dennoch, auf nicht absehbare Zeit, ein großer Bedarf an Arbeitskräften in allen Qualifikationsebenen bestehen, der noch schwieriger zu befriedigen sein wird und ein hohes Maß an Flexibilität aller Akteure am Arbeitsmarkt erfordert“, kommentiert Stelzer.

Mit insgesamt 5.830 Arbeitsangeboten im Bestand stieg dieser, im Vergleich zum Vormonat, um 22 Stellen (+ 0,4 Prozent) und im Vergleich zum Vorjahr um 1.983 Stellen (+ 51,5 Prozent) an. Im Vergleich zum Vorkrisenmonat, November 2019, stieg der Stellenbestand ebenfalls um 1.250 Stellen (+ 27,3 Prozent). Die meisten Stellen im Bestand sind den Branchen Gesundheit und Soziales mit 809 Stellenmeldungen, dem Verarbeitenden Gewerbe mit 762 Stellenangeboten, dem Groß- und Einzelhandel inkl. Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit 720 Stellen sowie dem Baugewerbe mit 572 Stellenausschreibungen zuzurechnen.

Die Stellenmeldungen seit Jahresbeginn liegen mit 11.695 Stellen um 3.812 Stellen bzw. 48,4 Prozent über dem Vorjahresniveau.

IAB-Arbeitsmarktbarometer: Rückgang der Arbeitslosigkeit verliert an Schwung

Das IAB-Arbeitsmarktbarometer ist im November um 0,8 Punkte auf 104,0 Punkte gesunken. Der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist damit zum dritten Mal in Folge zurückgegangen. Auch wenn das Barometer im November keinen außergewöhnlich hohen Wert mehr erreicht, liegt dieser im Zeitvergleich nach wie vor auf einem hohen Niveau. „Nach Einschätzung der Arbeitsagenturen wird sich die Aufwärtsentwicklung am Arbeitsmarkt etwas abkühlen. Einen größeren Rückschlag am Arbeitsmarkt in der vierten Corona-Welle erwarten die Agenturen aber derzeit nicht. Im Vergleich zu den Höchstwerten im Sommer 2021 ist die Arbeitslosigkeitskomponente stark gefallen und lag im November nur noch in einem Bereich, der bei einer kräftigen konjunkturellen Entwicklung auch vor der Covid-19-Krise erreicht worden ist. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit wird deutlich an Schwung verlieren. Das liegt auch daran, dass der Vorkrisenwert nicht mehr so weit weg ist und der Abbau der im Zuge der Krise gestiegenen Langzeitarbeitslosigkeit stockt. Der Beschäftigungsausblick bleibt damit aber weiterhin sehr positiv und erreicht ähnlich hohe Werte wie in guten Zeiten vor der Krise“, berichtet ein Experte des IAB.

„Durch die Corona-Pandemie hat sich die Arbeitsmarktsituation in der Region Main-Rhön verändert. Die Arbeitslosenquote ist bereits wieder auf Vorkrisenniveau und die Beschäftigtenzahlen haben sich ebenfalls gut erholt. Die Entwicklung in den einzelnen Branchen stellt sich allerdings unterschiedlich dar. Vor allem der Einzelhandel (mit Ausnahme des Lebensmittelbereiches) und das Gastgewerbe haben noch nicht das gleiche Beschäftigungsniveau wie vor der Krise. Ein höherer Bedarf hingegen wird in den Branchen der öffentlichen Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung erwartet. Auch bei den IT-Dienstleistern sowie bei der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnisse wird zukünftig ein höherer Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften bestehen“, fasst Stelzer zusammen.

Der Arbeitsmarktreport November 2021 in Zahlen

die ausführlichen Zahlen zum Arbeitsmarkt im November 2021