29.03.2019 | Presseinfo Nr. 18

Weil Technik einfach spannend ist ...

Girls in der Werkhalle: Einblick in den technischen Berufsalltag am Zukunftstag bei der Rattunde AG Ludwigslust

Was bitte bedeutet Ab-Isolieren? Und wie macht man das? Was ist ein Schrumpf-Schlauch? Und warum muss der erwärmt werden? Selena (15), Klara (11), Elisa (10) und Merle (14) wissen eine Antwort auf all diese Fragen. Sie haben sich am Girls'Day 2019 für technische Berufe interessiert und bei der Rattunde AG in Ludwigslust selbst in den Werkhallen gearbeitet.

„Die großen Maschinen interessieren mich“, so Merle aus dem Gymnasialen Schulzentrum Wittenburg. Mit Unterstützung von Azubi Jan Maschke baute sie im Montage-Bereich einen Handy-Halter. Elisa und Klara versuchten sich im Bereich Zerspanung/Vorfertigung an einer Bohrplatte. Ihnen standen mit Tobias Dietrich und Jean Leon Brinkmann ebenfalls zwei Azubis zur Seite. „Die beiden können gut erklären, was zu tun ist. Das macht richtig Spaß“, sagte Klara. Sie findet es spannend, das große Unternehmen kennen zu lernen. Elisa hat ihr da schon einiges voraus. Ihr Vater arbeitet bei der Rattunde AG, hat viel über seine Tätigkeit erzählt und seine Tochter auch schon zum Tag der offenen Tür mitgenommen. Die beiden Mädchen, die in der fünften Klasse der Europa-Schule Hagenow lernen, können sich gut vorstellen, später einmal bei Rattunde zu arbeiten.

Selena von der Realschule Neustadt-Glewe sieht ihre Stärken im kreativ-künstlerischen Bereich. „Mich interessiert es aber zu erleben, wie technische Dinge gebaut werden. Ich habe viele neue Eindrücke gewonnen“, sagte sie. Zusammen mit Alexander Reichert, der dualer Student ist, hat die Schülerin der achten Klasse einen Klemmbaustein hergestellt. Und sie erklärt, was es mit den Fachbegriffen auf sich hat: „Ab-Isolieren bedeutet, die Schutzschicht von den Leitungs-Adern zu entfernen. Die werden einfach abgeknipst“, sagt Selena ganz selbstbewusst. Und ein Schrumpf-Schlauch schrumpft wirklich. Er wird über Gefahrenstellen gezogen. „Durch Wärmezufuhr legt sich der Schlauch dann dicht an. So kann nichts passieren.“

Schülerinnen und Schülern Einblick in die Arbeit des technologischen Weltmarktführers bei Fertigungssystemen zu geben, ist bei der Rattunde AG eine Selbstverständlichkeit, so Katrin Maurer, die die Auszubildenden betreut. 24 junge Menschen sind als Azubi, im dualen Studium oder in einer Umschulung auf dem Weg, Fachkraft zu werden. „Wir legen viel Wert darauf, dass die Jugendlichen praktische Erfahrungen sammeln und unsere Ausbildungsberufe hautnah erleben können. Viele wissen nicht, wie sich so ein Beruf anfühlt. Deshalb bieten wir immer wieder Praktika an.“ Regelmäßig gibt es auch Projekte für den Berufsnachwuchs. Dazu gehört auch das Azubi-Paten-Modell. „Unsere Auszubildenden haben sich für den Zukunftstag aktiv eingebracht. Von ihnen stammen beispielsweise die Ideen, welche Werkstücke die Mädchen hier fertigen können. Und klar, die Azubis stehen natürlich mit Rat und Tat zur Seite, wenn angerissen, gebohrt oder gelasert wird.“ Damit dem nahezu 300 Mitarbeiter zählenden Unternehmen die Fachkräfte nicht ausgehen, wird Individualität sehr groß geschrieben und auf persönliche Bedürfnisse und Notwendigkeiten Rücksicht genommen.

„Es ist großartig zu sehen, welche Möglichkeiten jungen Menschen in der Region geboten werden. Ob Mädels oder Jungs: Die Zukunft beginnt vor der Haustür. Das hat der Zukunftstag 2019 einmal mehr gezeigt“, erklärte Marlies Reiher, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt bei der Arbeitsagentur Schwerin, abschließend.