29.04.2021 | Presseinfo Nr. 23

Der Arbeitsmarkt Westmecklenburg im April 2021

Entwicklung Arbeitslosigkeit: 17.829 Arbeitslose, 272 weniger als im März und 1.039 mehr als im April 2020
 
Arbeitslosenquote: 7,3 Prozent
 
Arbeitslosenquoten in den Landkreisen: Ludwigslust-Parchim - 6,4 Prozent; Nordwestmecklenburg - 7,0 Prozent und Schwerin - 9,8 Prozent

Die Covid-19-Pandemie hinterließ im April 2020 zum ersten Mal Spuren auf dem Westmecklenburger Arbeitsmarkt. „Der für den Monat April saisonal typische Rückgang der Arbeitslosenzahlen - die sogenannte ‚Früh­jahrbelebung' - ist Corona-bedingt in diesem Jahr etwas schwächer ausgefallen“, resümiert Guntram Sydow, Chef der Schweriner Arbeitsagentur. Aktuell sind 17.829 Männer und Frauen im Bezirk der Arbeitsagentur Schwerin arbeitslos gemeldet. Das sind 272 weniger als im März und 1.039 mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 7,3 Prozent (MV: 8,2 Prozent).

„Für den Arbeitsmarkt zeichnet sich ein Erholungskurs ab, aber die Entwicklung ist noch weit davon entfernt, was ohne Pandemie erreicht worden wäre“, so Sydow. „Mit einem höheren Impftempo steigt auch die Hoffnung auf mehr Entspannung in der Corona-Krise. Dennoch bleiben für die nächste Zeit Risiken durch die dritte Welle bestehen.“

Kurzarbeitergeld

„Dass der Westmecklenburger Arbeitsmarkt angesichts der aktuellen Pandemiesituation vergleichsweise stabil geblieben ist, verdanken wir vor allem dem Instrument der Kurzarbeit“, betont Sydow. Insgesamt haben 78 Unternehmen für 508 Mitarbeiter*innen im April Kurzarbeit angezeigt. Im Vormonat waren es 88 Anzeigen für 948 Beschäftigte.

Ob die Unternehmen Kurzarbeit tatsächlich in Anspruch genommen haben, zeigt sich erst mit Zeitverzug, denn die Betriebe haben eine Frist von drei Monaten, Kurzarbeit für ihre Arbeitnehmer*innen abzurechnen. Die Auswertung für den Monat De-zember 2020 liegt aktuell vor: Für 11.977 Beschäftigte wurde in 1.810 Betrieben tatsächlich Kurzarbeitergeld abgerechnet (Kurzarbeiter-Quote: 7,2 Prozent).

Die Zahl neuer Anzeigen über Kurzarbeit hatte nach dem Höchststand - im März/April 2020 - in den Folgemonaten deutlich abgenommen. Ab November war erneut ein Anstieg - gegenüber dem zuletzt niedrigeren Sommer-Niveaus - zu verzeichnen. Hier hatte sich die Situation für Betriebe im Zuge der seit 2. November geltenden Einschränkungen und dem strikteren Lockdown ab 16. Dezember wieder verschärft. Dabei gingen einerseits erstmals Anzeigen von Betrieben ein, die bislang noch keine Kurzarbeit angezeigt hatten. Andererseits konnten Betriebe auch erneut betroffen sein. Im aktuellen Berichtsmonat sind die Zahlen wieder deutlich rückläufig.

Entwicklung in der Grundsicherung

Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung für Arbeitsuchende lag in den drei Westmecklenburger Jobcentern im April bei 23.095. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist dies ein Rückgang von 1.067 Personen (- 4,4 Prozent). In der Grundsicherung für Arbeitsuchende waren im Westen Mecklenburgs 11.044 Menschen arbeitslos gemeldet, 660 (6,4 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor.

Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit

Im April sind insgesamt 1.791 Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 63 oder 3,4 Prozent junge Frauen und Männer weniger als im März. Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt für diesen Personenkreis 9,3 Prozent.

Ausbildungsmarkt

Bis zum April 2021 meldeten sich 1.841 Mädchen und Jungen bei der Berufsberatung der Schweriner Arbeitsagentur. Das sind 117 oder 6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Aktuell sind von ihnen noch 1.242 auf Ausbildungs- oder Studiensuche. Den Bewerber*innen standen 2.523 gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen - 463 oder 15,5 Prozent weniger als 2020 - gegenüber, von denen aktuell noch 1.624 unbesetzt sind.

Die aktuellen Zahlen über gemeldete Bewerber/innen und gemeldete Ausbildungsplätze sind allerdings noch nicht final aussagefähig. In ihnen spiegelt sich die Unsicherheit der Arbeitgeber und der jungen Menschen angesichts der gegenwärtigen Situation wider. „Unternehmen möchte ich bitten, auf jeden Fall auch in diesem Jahr ‚am Ball zu bleiben' und weiter auszubilden, um sich ihre Fachkräfte, die sie nach der Krise dringend benötigen, weiterhin zu sichern.“ Der Agenturleiter macht in diesem Zusammenhang auch noch einmal auf das Bundesprogramm ‚Ausbildungsplätze sichern' aufmerksam, das erst vor Kurzem verlängert und ausgeweitet wurde. Informationen und Antragsunterlagen finden Unternehmen auf der Internetseite: www.arbeitsagentur.de/unternehmen.

„Die Jugendlichen“, so Sydow, „die sich noch nicht für einen Beruf entschieden haben und aufgrund der aktuell geltenden Sicherheitsvorkehrungen unser Berufsinformationszentrum nicht besuchen können, sollten sich dennoch dringend und gezielt mit allen wichtigen Fragen der Berufs- und Studienwahl auseinanderzusetzen. Ich möchte bei ihnen und ihren Eltern insbesondere für die duale Berufsausbildung werben. Auch wenn der Weg zum Ausbildungsvertrag für einige Teenager schwieriger geworden ist, da Praktika, Berufsmessen und persönliche Kennlerngespräche weiterhin nicht wie gewohnten stattfinden können, die Agentur für Arbeit Schwerin bietet neben umfangreichen digitalen Angeboten den jungen Leuten auch individuelle Videoberatungen an. Diese eignen sich insbesondere für länger dauernde Beratungen, oder auch, wenn Eltern bei einem Gespräch mit dabei sein möchten, denn sie sind für die Jugendlichen wichtige Partner bei der Berufswahl.“

Übrigens: Aktuelle Informationen/Termine zum Thema ‚Ausbildung und Studium' veröffentlicht die Berufsberatung regelmäßig auch über die ‚JOBBOX' auf Facebook und Instagram. 

TOP FÜNF der unbesetzten Ausbildungsplätze:

• Kaufmann/-frau im Einzelhandel: 113

• Verkäufer/-in: 87

• Fachkraft Lagerlogistik: 64

• Koch/Köchin: 56

• Handelsfachwirt/-in: 50

Gemeldete Stellen

„Im April“, so der Agenturchef, „wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service Westmecklenburg 1.239 freie Stellen auf dem ersten Arbeitsmarkt gemeldet - 282 oder 7,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der monatlichen Stellenmeldungen hat damit erneut deutlich die ‚1.000-er-Marke' geknackt“ - so Sydow - „und be-wegt sich nun auch wieder über dem Vorjahresniveau. Zahlreiche neue Einstiegsmöglichkeiten bieten sich insbesondere im Bereich der Zeitarbeit, in der öffentlichen

Verwaltung, im verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Baugewerbe. Aktuell sind 5.122 zu besetzende freie Arbeitsstellen in unserem Bestand.

Auf einen Blick - Entwicklung in der Landeshauptstadt Schwerin

       Apr 21

Veränd. zum VJ in Prozent
 

Mrz 21

Apr 20

Arbeitslosenquote
in Prozent

9,8

0,0

9,9

9,8

Arbeitslose

4.783

0,7

4.852

4.751

darunter SGB III

1.346

-0,5

1.422

1.353

darunter SGB II

3.437

1,1

3.430

3.398

darunter Jugendliche

565

-2,8

584

581

Ausblick

Der Agenturleiter blickt verhalten optimistisch auf die kommenden Monate. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes ist weiterhin stark an das weitere Infektionsgeschehen und an die daraus von der Bundes- und Landesregierung ableiteten Öffnungsschritte gebunden.

Mit Blick auf die anhaltenden Kontaktbeschränkungen macht Sydow noch einmal auf die vielfältigen digitalen Angebote der Arbeitsagentur unter: www.arbeitsagentur.de/eservice  aufmerksam. Die Homepage der Bundesagentur für Arbeit wird täglich von rund 800.000 Menschen besucht, da sie den schnellen Zugriff auf Jobangebote, unterschiedlichste Online-Anträge, Erklärvideos, auf Apps oder digitale Selbst-Tests rund um die Uhr ermöglicht. Hier finden Interessierte ein breitgefächertes Informations- und Service-Angebot. „Die Corona-Pandemie hat nicht nur viele Unternehmen in eine ‚neue Arbeitswelt' hineinkatapultiert, sie hat auch einen Digitalisierungsschub ausgelöst, der unter normalen Umständen nicht in dieser Geschwindigkeit möglich gewesen wäre. Noch vor einem Jahr konnte sich niemand vorstellen, dass Formate wie Videokommunikation und Videoberatung, Web-Konferenzen oder virtuelle Messen in so kurzer Zeit zum festen Bestandteil unserer Kommunikation mit Arbeitsuchenden, Unternehmen und Partnern werden würden.“ Besonders Kundinnen und Kunden, die sich während der Pandemie arbeitslos melden mussten, empfiehlt der Agenturchef, die Identitätsprüfung über das Selfie-Ident-Verfahren ganz einfach online von Zuhause aus zu erledigen.