30.07.2019 | Presseinfo Nr. 33

Kein Geld zu verschenken!

Gute Nachrichten für Auszubildende: Zum 1. August steigt die Berufsausbildungsbeihilfe
 

Für manche Teenager bedeutet der Start in die Ausbildung auch, das Elternhaus zu verlassen. Oft reicht dann aber die Ausbildungsvergütung nicht aus, den eigenen Lebensunterhalt - samt Miete - zu bestreiten. „Es darf nicht sein, dass junge Menschen nur deshalb einen Ausbildungsplatz ablehnen, weil das Geld nicht reicht“, so Frank Skowronek, Vize-Chef der Schweriner Arbeitsagentur.

Die Arbeitsagentur ist in diesen Fällen der richtige Ansprechpartner. Die Berufsausbildungsbeihilfe - kurz BAB genannt - ist das ‚Bafög' für Azubis. BAB ist eine Leistung, die Jugendliche finanziell unterstützt, die während einer betrieblichen Ausbildung nicht bei den Eltern wohnen können. Die Höhe der BAB wird für jeden Jugendlichen individuell errechnet, denn sie ist vom Bedarf des Auszubildenden für Unterkunft, Fahrkosten usw. abhängig. Bei der Berechnung werden die Ausbildungsvergütung, das Einkommen der Eltern/des Ehegatten sowie die Unterbringungsart berücksichtigt.

Die Bedarfssätze und die Einkommensfreibeträge erhöhen sich in drei Stufen jeweils zum 1. August 2019, 2020 und 2021. Zum 1. August dieses Jahres steigt der Höchstbetrag für Lebensunterhalt und Wohnen von derzeit 622 auf 716 Euro monatlich. 2020 steigt er nochmals auf 723 Euro pro Monat. Diese Anpassung nimmt die Arbeitsagentur bei bereits laufenden Leistungen automatisch vor. Nicht nur die Bedarfssätze steigen, auch die Einkommensfreibeträge für das Einkommen haben sich erhöht. Auch für Auszubildende, die in der Vergangenheit keinen Anspruch auf eine Förderung hatten, weil die erforderlichen Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhaltes anderweitig zur Verfügung standen, können sich aufgrund der gestiegenen Bedarfssätze und Freibeträge eine erneute Antragstellung lohnen.

Die Berufsausbildungsbeihilfe hilft, wirtschaftliche Hürden zu überwinden, die der Aufnahme einer betrieblichen Ausbildung entgegenstehen. Sie soll besonders die Mobilität von jungen Auszubildenden, aber auch die Eigenständigkeit junger Erwachsener mit Familie steigern. Wenn die Ausbildungsvergütung nicht für Unterkunft und Lebensunterhalt reicht, kann die Arbeitsagentur Berufsausbildungsbeihilfe zahlen: Beispielsweise an minderjährige Auszubildende, deren Ausbildungsstelle weit vom Elternhaus entfernt ist. Bei Auszubildenden über 18 Jahren mit Kind und/oder Partner spielt die Frage der Entfernung des Ausbildungsbetriebes vom Elternhaus keine Rolle. Die Höhe der Berufsausbildungsbeihilfe richtet sich nach dem Einkommen des Auszubildenden, gegebenenfalls dem seines Ehegatten und dem der Eltern sowie nach der Unterkunft.

Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) bequem Online beantragen

 „Ich empfehle, die Berufsausbildungsbeihilfe bei der Arbeitsagentur online zu beantragen. Das geht schnell und bequem von zu Hause aus und spart damit Zeit und Aufwand“, so Skowronek. Die Antragstellung ist online unter www.arbeitsagentur.de über die Rubrik „eServices“ möglich. Die Unterlagen können auch telefonisch (kostenfreie Servicenummer 0800 4555500 von Montag - Freitag von 8-18 Uhr) angefordert oder persönlich in der Arbeitsagentur abgeholt werden.

Um den Onlineservice der Bundesagentur vollumfänglich nutzen zu können, ist eine Anmeldung über den eSERVICE notwendig. Den Onlineservice finden Sie unter: www.arbeitsagentur.de  II  Meine eServices nach Anmeldung.

Hintergrund

Wichtig ist, den Antrag bei der Arbeitsagentur rechtzeitig zu stellen, damit das Geld auch pünktlich am Monatsende (ab dem ersten Ausbildungsmonat) tatsächlich verfügbar ist. Rückwirkend ist eine BAB-Bewilligung nur vom Beginn des Monats an möglich, in dem die Leistung beantragt worden ist. Jugendliche, die eine schulische Ausbildung beginnen wollen, müssen sich für die Beantragung von finanziellen Hilfen an das zuständige BAföG-Amt wenden.