17.09.2019 | Presseinfo Nr. 43

Vertrauen hilft, den eigenen Weg zu gehen ...

Nicht immer läuft alles glatt im Leben. Ariane Bleeck hat das früh erfahren: Der heute 23-Jährigen fehlten in der Kindheit elterlicher Beistand und Zuwendung. Den Abschluss der zehnten Klasse kriegte sie nicht hin. Als sie nach einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme als Alten- und Krankenpflegehelferin durchstarten wollte, wurde sie schwanger und war sofort raus aus der beruflichen Praxis. „Ohne diese konnte ich aber die Prüfungen nicht absolvieren. Das hat sich alles überhaupt nicht gut angefühlt. Hinzu kamen private Sorgen. Ich war ziemlich verzweifelt, weil aus meiner Sicht nichts lief“, erinnert sich die Schwerinerin.
 

Katrin Larisch-Hacker, Projektmitarbeiterin beim BiLSE-Institut, bestätigt das. „Es flossen einige Tränen. Und es war gar nicht leicht, Frau Bleeck zu motivieren. Wo soll das Selbstwertgefühl auch herkommen, wenn es kein Lob gibt und Überforderung den Alltag kennzeichnet?“ Das Schweriner Jobcenter, bei dem Ariane Bleeck Kundin war, ermöglichte, dass die junge Frau mit Katrin Larisch-Hacker einen Coach bekam. Und Zuspruch. Und Vertrauen. „Frau Larisch-Hacker konnte sich in meine Lage hineinversetzen. Ich fühlte mich zum ersten Mal verstanden“, erklärt Ariane Bleeck. Und so nahm sie die Hilfe an, die Alleinerziehende wieder ins Berufsleben führen kann. Sie lernte, den Alltag zu strukturieren, Bewerbungen zu schreiben und Ziele zu formulieren. Das Ziel heißt Arbeit. Und zwar eine, die das Leben mit einem zweieinhalbjährigen Kind in Einklang bringt. „In der Pflege haben wir Frau Bleeck nicht gesehen. Aber sehr wohl im sozialen Sektor. Sie weiß, wie schwer es für den Einzelnen sein kann und ist sehr motiviert, Menschen zu helfen.“

Seit Mitte August lernt Ariane Bleeck daher in einer Umschulung den Beruf einer Sozialversicherungsfachangestellten. „In zwei Jahren möchte ich den Abschluss haben und bei einer Krankenkasse anfangen.“ Bis es soweit ist, muss die junge Mutter natürlich eine Menge lernen. Aber das fällt ihr gar nicht so schwer: Mit einem selbst entwickelten Lernsystem funktioniert das gut. Sie kann sich ihre Zeit einteilen und sich gleichzeitig liebevoll um ihren kleinen Sohn kümmern.

„Dieses Beispiel zeigt in beeindruckender Weise, dass es auch für Alleinerziehende möglich ist, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Ich bin stolz auf die Entwicklung, die Frau Bleeck bislang hingelegt hat“, so Britta Hentrich, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters Schwerin.

Zusammen mit Cornelia Behnisch, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Schweriner Arbeitsagentur, warb sie am Aktionstag „JOBS für Eltern“ im Schweriner Campus am Turm um das Interesse von Eltern. Der Aktionstag war Teil der umfassenden Aktivitäten, um arbeitslosen Eltern berufliche Perspektiven aufzuzeigen und zu ermutigen, einen Neuanfang zu wagen.