04.12.2019 | Presseinfo Nr. 59

Ausbildung: Königsweg gegen Fachkräftemangel

Schweriner Arbeitsagentur ehrt drei Unternehmen Westmecklenburgs mit dem „Ausbildungszertifikat 2019“ - die für gute Azubis einfach alles geben!
 

Um Fachkräfte zu gewinnen und in der Region zu halten, lassen sich einige Unternehmen eine Menge einfallen. In erster Linie setzen sie auf fundierte Ausbildung. Teamgeist, optimierte Rahmenbedingungen und spannende Herausforderungen gehören ebenfalls dazu, wenn es um den eigenen Berufsnachwuchs geht. Dieses Engagement wird anerkannt. Die Schweriner Arbeitsagentur verlieh das „Ausbildungszertifikat 2019“ an die Airsense Analytics GmbH Schwerin, die Fleischwerk EDEKA Nord GmbH in Valluhn und die KIS Kran- und Industrieservice GmbH Wismar.

„Selbst auszubilden und so für einen guten Berufsnachwuchs zu sorgen, ist der Königsweg gegen Fachkräftemangel. Ich möchte alle Unternehmen ermuntern, am Ball zu bleiben und sich noch mehr für das Thema ‚Ausbildung' zu engagieren. Diese Investition zahlt sich sehr schnell aus und ist eine hervorragende Grundlage, den Personalbedarf langfristig zu sichern“, so der Chef der Schweriner Arbeitsagentur, Guntram Sydow.

Schwerin: Feine „Spürnasen“ für Gefahrensituationen

Dass Aus- und Weiterbildung keine Altersgrenzen kennt, wird bei der Airsense Analytics GmbH in Schwerin deutlich. Jil Jeihsing lernt hier im ersten Jahr den Beruf der Kauffrau für Groß- und Außenhandel. Andreas Pantel hat bereits ausgelernt. Er ist seit August 2019 fest angestellt. Die beiden trennen allerdings 36 Lebensjahre: Während Jil ihre Erstausbildung absolviert und mit viel Spaß in ihrem ehemaligen Praktikumsbetrieb lernt, hat Andreas Pantel als ausgebildeter Koch, der aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte, noch einmal neu gestartet. „Ich habe in meiner Freizeit früher Musik-Synthesizer gebaut. Technisches Interesse habe ich also mitgebracht. Dass daraus eine neue berufliche Tätigkeit werden kann - das macht mich einfach nur glücklich.“ Personalleiter Paul Plüschke sieht sich bestätigt: „Es kommt uns sehr auf die Persönlichkeit an. Was bewegt Menschen, bei uns arbeiten zu wollen? Was bringen sie mit? Stärken und Motivation zählen, nicht das Alter.“ Und obwohl das Schweriner Spitzenunternehmen, das weltweit führender Hersteller von Detektionsgeräten ist, mit einem Altersschnitt von rund 35 Jahren recht jung aufgestellt ist, haben alle Generationen hier ihren Platz. 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen die feinen „Spürnasen“ her, die in Gefahrensituationen den Einsatzkräften wichtige Erkenntnisse liefern. Auch in der Luftfahrt, im logistischen Bereich oder bei Großveranstaltungen, wie der Fußball-WM in Brasilien, sind Airsense-Geräte im Einsatz. Sieben Millionen Euro Umsatz werden am Ende des Jahres 2019 erwirtschaftet sein. „Das Unternehmen entwickelt sich stetig weiter. Da die Mitarbeitergewinnung vor Ort schwierig ist, setzen wir auf Ausbildung und duales Studium, kooperieren mit Hochschulen und bieten gern Praktikumsplätze an“, so Geschäftsführer Dr. Andreas Walte. Hinzu kommen etliche „weiche“ Faktoren, wie Guntram Sydow, Chef der Schweriner Arbeitsagentur, betonte. „Sportangebote, ein Jobfahrrad, das Begrüßungsgeld für Babys, Zuschüsse für Fahrtkosten und bei der Berufsschule - all das weckt Interesse, in der Region, hier im Unternehmen als Fachkraft Fuß zu fassen. Wer zudem noch an der Gestaltung seines Arbeitsplatzes mitwirken darf, ist sicher hoch motiviert, an spannenden Herausforderungen mitzuwirken.“ Das Engagement der Airsense Analytics GmbH Schwerin erfährt Wertschätzung mit dem „Ausbildungszertifikat 2019“.

Ludwigslust-Parchim: „Fleisch ist mein Gemüse“

100-mal danke. So viel Anerkennung hat sich das Fleischwerk der EDEKA Nord GmbH verdient. Denn seit Entstehung des riesigen Produktions- und Handelszentrums in Valluhn im Jahr 2006 absolvierten genau 100 zumeist junge Leute hier ihre Ausbildung. Einer der Ersten war Marcel Thees. Er begann damals mit seiner Ausbildung zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik. Heute leitet der 30-Jährige die hauseigene Räucherei. Auch Werkleiter Matthias Biermann hat seine berufliche Laufbahn mit einer Lehre bei EDEKA begonnen. Studium und diverse Zusatzprogramme qualifizierten ihn, das heute knapp 900 Mitarbeiter zählende Werk zu leiten. Fast 500 Frauen und Männer gehören zur Stammbelegschaft, die 120 eigene Wurstprodukte herstellen und mit Zukäufen von 700 Produkten regionaler Hersteller rund 600 Märkte in ganz Norddeutschland beliefern. Die „EDEKANER“ erwirtschaften einen Umsatz von rund 333 Millionen Euro im Jahr. 75.000 Tonnen Fleisch- und Wurstwaren werden hier verarbeitet.

„Ja, dafür muss man schon ein Faible haben. Fleisch ist mein Gemüse. Ich esse liebend gern Fleisch“, sagt Kay-Uwe Ziercke. Der 21-Jährige ist im dritten Ausbildungsjahr. Gute Leistungen sind für ihn und seine Mitstreiter Garant für eine Übernahme und Karriere. Damit alles gut klappt, unterstützt das Unternehmen seinen Berufsnachwuchs von Anfang an: Mit Berufsstartertagen sowie bei Bedarf mit ausbildungsbegleitenden Hilfen während der Arbeitszeit. Die Ausbilder verfügen über hohes pädagogisches Know-how. Tolle Leistungen werden belohnt, beispielsweise mit einem Auto, welches für jeweils einen Monat dem besten Azubi zur Verfügung steht: Dem sogenannten „Mini“ des Monats. „Ich kann einfach nur Danke sagen. Danke für 100 Auszubildende, die hier sehr gute Perspektiven bekommen haben“, so der Agenturchef bei der Verleihung des „Ausbildungszertifikates 2019“.

Nordwestmecklenburg: Hoch hinaus - nicht nur mit Kränen

Das Auf und Ab in der maritimen Wirtschaft haben auch die Mitarbeitenden der KIS Kran- und Industrieservice GmbH (KIS) in Wismar erlebt. Dank eines geschickten Managements, welches zahlreiche neue Betätigungsfelder eröffnete, konnte das Familienunternehmen Krisenzeiten sicher umschiffen. Service- und Instandhaltungs-Dienstleistungen führen die 65 Mitarbeiter zu Einsätzen in der Region, in Norddeutschland und sogar ins europäische Ausland. Ob Holz- oder Lebensmittelindus-trie, Energiesektor oder maritimes Umfeld: Die Meisterbereiche im Kran- und Elektroservice, Stahl- und Vorrichtungsbau und Stahlwasserbau sowie Schweiß- und Projektingenieure sind gut aufgestellt. Damit das auch in Zukunft so bleibt, lernen zehn junge Menschen bei KIS im Rahmen einer Berufsausbildung oder eines dualen Studiums. „Uns geht es um Nachhaltigkeit. Verbundausbildung, das Stellen von Mentoren, Werkzeugen und Ausrüstungen sowie stets gewaschener Arbeitskleidung sind eine Selbstverständlichkeit. Wir unterstützen unseren Berufsnachwuchs mit Lehrbüchern, gewähren einen Zuschuss zum Mittagessen und lassen sie teilhaben an spannenden Projekten, die wir realisieren“, sagen die Brüder René und André Wenzel von der Unternehmensführung. Dazu gehört der Aufbau des weithin sichtbaren Krans im Wismarer Hafen und Offshore-Projekte ebenso wie die Stage-Brücke in Hamburg, die Gäste sicher zur Musicalaufführung bringt. Qualität und Leistung zählen in dem mehrfach zertifizierten Unternehmen. „Und die bringen wir unsererseits gern ein, wenn es um die Sicherung von Fachkräften geht“, so René Wenzel. Paradebeispiel ist Marcel Lauck, der im Jahr 2013 im Unternehmen ausgelernt hatte und sich seither zum Vorarbeiter mit einem enormen Maß an Verantwortung weiterentwickelt hat. Es geht nicht nur mit Kränen hoch hinaus - auch auf der Karriereleiter können KIS-Mitarbeiter so manchen Schritt nach oben machen. „Sie haben in den zurückliegenden 20 Jahren 40 Fachkräfte ausgebildet, zeigen sich offen für Praktika und eröffnen auch jenen eine Chance, die noch nicht sofort das Zeug für eine reguläre Ausbildung haben mit Hilfe einer Einstiegsqualifizierung. Das erkennen wir sehr gern an“, so Sydow, bei der Überreichung das Ausbildungszertifikates an die KIS Kran- und Indus-trieservice GmbH Wismar.