31.03.2020 | Presseinfo Nr. 14

Corona-Krise wird - trotz aller Bemühungen - auch den Westmecklenburger Arbeitsmarkt belasten

Corona-Krise wird - trotz aller Bemühungen - auch den Westmecklenburger Arbeitsmarkt belasten

Wir alle durchleben gerade bewegte Zeiten. Die Corona-Krise hat unser Leben und unseren Alltag in einem Umfang verändert, wie wir es uns vor kurzem nicht vorstellen konnten. Seit gut zwei Wochen laufen die strikten Maßnahmen im Kampf gegen das Corona-Virus in Mecklenburg-Vorpommern und natürlich schauen viele im Land besorgt auf den Arbeitsmarkt.

Zahlreiche Unternehmen befinden sich aufgrund der Corona-Pandemie aktuell in einer wirtschaftlich schwierigen Lage. Lieferengpässe oder angeordnete Schutzmaßnahmen verursachen Arbeitsausfälle. Restaurants, Einzelhandelsbetriebe und viele andere Unternehmen mussten schließen, Hotels dürfen keine Gäste beherbergen und das insbesondere für die Tourismuswirtschaft wichtige Ostergeschäft fällt in diesem Jahr aus. Keine guten Bedingungen für den Arbeitsmarkt. Konkret sichtbare Auswirkungen auf die Zahl der Arbeitslosen in Westmecklenburg, werden sich allerdings erst im Monat April bilanzieren lassen.

Eines kann der Agenturchef allerdings jetzt schon sagen: „Die traditionelle Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt - die wir im April üblicherweise erwarten würden - wird in diesem Jahr ausbleiben. In den meisten Unternehmen ruht die Personalsuche - Neu- und Wiedereinstellungen erfolgen nicht. Das ist auch nicht verwunderlich, denn momentan gibt es für die Unternehmen dringendere Problemstellungen: Sie organisieren ihre Arbeitsabläufe neu, koordinieren ihre Belegschaft, richten Home-Office-Arbeitsplätze ein oder kümmern sich um Kurzarbeiterregelungen für ihr Personal. Daher sind geplante Einstellungen erst einmal zurückgestellt.

Der Stichtag, also der Tag an dem die Daten für den März 2020 erhoben wurden, war der 12. März - vier Tage, bevor die Ausbreitung des Virus und in der Folge die Maßnahmen der Politik, die wirtschaftlichen Aktivitäten stark einschränkten. An diesem Tag war daher auf dem Arbeitsmarkt davon noch nichts zu spüren.

Am 12. März waren 15.289 Frauen und Männer in Westmecklenburg als arbeitslos registriert. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,2 Prozent. (MV: 7,3 Prozent).

„Seit dem 16. März registrieren wir auch in unserer Region erhöhte Arbeitslosmeldungen“, so Guntram Sydow, Leiter der Schweriner Arbeitsagentur. Welche Auswirkungen diese auf unseren Arbeitsmarkt konkret haben werden, wird allerdings erst im April zu beurteilen sein - denn vielfach sind Kündigungen erst zum 1. April wirksam.

Die Arbeitsagentur hat sich für die aktuelle Situation gerüstet. „Unsere Dienststellen wurden zwar für den direkten Publikumsverkehr geschlossen, um sowohl Kunden als auch Mitarbeiter zu schützen, aber wir arbeiten weiter! Wir sichern Leistungsauszahlungen für rund 37.000 Westmecklenburger und sorgen dafür, dass jeder, der Hilfe braucht, diese schnellstmöglich erhält. Dafür haben wir unsere alternativen Kommunikationswege weiter ausgebaut. So erreichen uns unsere Kunden telefonisch nicht nur über die bekannten Service-Hotline-Nummern (Montag-Freitag von 8 bis 18 Uhr; 0800 4 5555-00 für Arbeitnehmer und 0800 4 5555-20 für Arbeitgeber), sondern auch über die zusätzlich eingerichtete regionale Service-Rufnummer 0385 450-1101, per Mail oder online über unsere eService-Angebote. Außerdem haben wir unsere Personalkapazitäten im Bereich des Kurzarbeitergeldes entsprechend aufgestockt.“