11.03.2021 | Presseinfo Nr. 13

Mit „YouConnect“ soll niemand mehr verloren gehen

Paul ist genervt: Lernprobleme machen ihm das Leben schwer. Jetzt hat er auch noch Prüfungsstress und keinen Plan, wie er das mit einer Ausbildung hinkriegen soll. Etwas anderes gelang ihm offensichtlich besser: Seine Freundin ist schwanger. Was tun? lautet die Frage der beiden Jugendlichen.
 

„Wir haben Lösungen für unterschiedlichste Probleme. Von verschiedenen Partnern, aber aus einer Hand. Und zwar jetzt auch digital“, sagt Guntram Sydow, Chef der Schweriner Arbeitsagentur. Gemeinsam mit Regine Rothe, Geschäftsführerin des Jobcenters Schwerin und Andreas Ruhl, Sozialdezernent der Landeshauptstadt, unterzeichnete er heute (11. März 2021) eine entsprechende Kooperationsvereinbarung.

Das IT-Tool „YouConnect“ soll künftig die Begleitung von Hilfe suchenden Jugendlichen beim Übergang Schule - Beruf deutlich vereinfachen. Datenschutzkonform, mit fachlichem Know-how, unkompliziert. Das Ziel: „Jeder zählt für uns in der Region. Niemand soll, egal, wo der Schuh drückt, verloren gehen“, so Sydow. „Gut vernetzt. Besser beraten“ ist daher das Motto für die transparente Darstellung aller Hilfen, um Lebenswege zu gestalten und nicht zuletzt dem Fachkräftemangel zu begegnen.

„Es geht uns um einen schnelleren Austausch in der fallbezogenen Arbeit. Allen Beteiligten im rechtskreisübergreifenden Hilfeprozess stehen mit, YouConnect' relevante Informationen zur Verfügung. So können wir Jugendliche optimal und noch schneller bei ihrer Planung privater wie beruflicher Wünsche sowie deren Umsetzung unterstützen“, erklärt der Agenturchef. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch das wiederholte Erklären einer Situation, mit der junge Menschen allein nicht zurechtkommen. Es erspart ihnen das Unbehagen, sich wiederholt verschiedenen Ansprechpartnern gegenüber immer wieder neu öffnen zu müssen…

 „Ob Grundsicherung, Arbeitsförderung oder Jugendhilfe - das Portfolio der Unterstützung ist groß. Die Zusammenarbeit läuft gut. Gerade in der Pandemie, die persönliche

Kontakte erheblich einschränkt, kommt das digitale Werkzeug zur richtigen Zeit und ergänzt hervorragend unsere Möglichkeiten“, bestätigt Regine Rothe. Die Geschäftsführerin des Jobcenters verweist darauf, dass der Bedarf an rechtskreis- und trägerübergreifender Beratung erheblich ist. „Schwerin gehört zu den Kommunen mit einer hohen Quote bei der Jugendarbeitslosigkeit. Oft existieren hier komplexe Problemlagen.“

Daher können sich sehr gern beauftragte Träger der Jugendhilfe mit sozialpädagogischen Hilfen bei „YouConnect“ einbringen, betont Andreas Ruhl. „Es gibt spezifische Herausforderungen in unserer Region, die können wir nur gemeinsam meistern. Die tolle Verknüpfung bei diesem Projekt macht es möglich, im Interesse der Kunden das Verfahren zu vereinfachen. Das neue Tool passt bestens in unsere Gesamtstrategie, gerade beim Eintritt in das Berufsleben noch intensiver tätig zu sein. Wir wollen alle bestehenden Potenziale nutzen“, so der Dezernent.

„Eine anonyme Fallbearbeitung ist ebenfalls möglich. Alle Daten sind zuverlässig geschützt und werden nur mit Einwilligung bei ‚YouConnect' eingepflegt. So schaffen wir Vertrauen“, versichert Penny Kröger, Bereichsleiterin Berufsberatung der Arbeitsagentur Schwerin.

Gerade an der Schnittstelle zwischen Schule und Beruf ist die Zusammenarbeit der einzelnen Sozialleistungsträger enorm wichtig. Nach Angaben des Datenreportes des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) lag die Ungelerntenquote in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen im Jahr 2017 bei 13,5 Prozent - Tendenz steigend. Der Beratungsbedarf dieser jungen Menschen ist enorm. Deshalb haben sich die Kooperationspartner in Schwerin auch sehr schnell geeinigt, „YouConnect“ zu starten. Sie gehören deutschlandweit zu den ersten 25 Nutzern des neuen Datenaustausch-Portals. Seit letzter Woche ist auch der Nachbarkreis Ludwigslust-Parchim dabei.

„Wir nutzen jetzt alle Informationskanäle, um insbesondere die jungen Menschen auf dieses neue Angebot aufmerksam zu machen und möglichst auch jene zu erreichen, die von uns und den Partnern noch nicht begleitet werden“, sagt Regine Rothe. „Die bestehende gute Zusammenarbeit aller Beteiligten in Schwerin ist dabei von großem Vorteil. Wir bringen es schnell auf 30 bis 50 Multiplikatoren in unserem Netzwerk“, ergänzt Andreas Ruhl. „Einmal mehr haben wir das Netzwerk enger verwoben“, so Guntram Sydow bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung abschließend.