28.04.2021 | Presseinfo Nr. 22

Qualifizierung sichert zukunftsfähige Beschäftigung

Premiere bei der Schweriner Arbeitsagentur: Bildungsmesse erstmals digital
 

Treffen per ‚Skype-Konferenz' bestimmen den Dialog in der Pandemie - auch bei der Arbeitsagentur. Der Austausch im virtuellen Besprechungsraum steht allerdings nicht nur für Dienstberatungen zur Verfügung, sondern ermöglicht ebenso ein kontaktfreies Zusammentreffen von Arbeitsmarktdienstleistern und Arbeitgebern. Die erste digitale Bildungsmesse Westmecklenburgs gestaltete sich als Podium für umfassende Informationen, für Austausch und natürlich fürs Netzwerken.

„Bei allen persönlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen, die Unternehmen aktuell zu bewältigen haben, motiviert uns die Tatsache, dass der regionale Arbeitsmarkt bisher relativ gut durch die Pandemiezeit gekommen ist. Kurzarbeit erwies sich als eine Art Stoßdämpfer, um Arbeitsplätze zu sichern“, betonte Guntram Sydow, Chef der Schweriner Arbeitsagentur. Kardinalproblem bleibt jedoch der Fachkräftemangel, dem in Zeiten demografischer Veränderungen und des Strukturwandels nur mit ‚Ausbildung und Qualifizierung' etwas entgegengesetzt werden kann. „Wir verfügen über einen sehr guten rechtlichen Rahmen in der Beschäftigtenqualifizierung. In Zeiten anhaltender Kurzarbeit bietet der Gesetzgeber besondere Fördervoraussetzungen für Unternehmen an“, so der Agenturchef zum Auftakt.

Die Bedingungen, Mitarbeitende für Veränderungen fit zu machen, sie auf neue Herausforderungen einzustellen und für innovative wie nachhaltige Beschäftigung zu qualifizieren, sind einfach toll, bestätigt Christian Rosenkranz, Geschäftsführer des institut für berufsbildung und umschulung gmbh (Ibn) aus Neustadt-Glewe. Gerade für kleinere Firmen sei der Wissensgewinn durch zielführende Qualifizierung bei einer Förderung bis zu 100 Prozent so etwas wie Ostern und Pfingsten auf einmal. Rosenkranz betonte, dass natürlich auch Bildungsträger gefordert sind, passgenaue und im Ablauf flexible, modular aufgebaute Offerten zu unterbreiten. Damit traf er genau die Intention der Expertinnen, die über den verbesserten Zugang zur Qualifikation ausgiebig informierten.

Elke Gronke, Teamleiterin im Arbeitgeber-Service Schwerin, Cornelia Behnisch, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Schwerin und Qualifizierungsberaterin Elke Grube ermunterten eindringlich, pandemiebedingte Ausfallzeiten für Qualifikation zu nutzen, um beispielsweise neue Geschäftsfelder zu erschließen. Sie erklärten darüber hinaus Zugangsvoraussetzungen und zusätzliche Unterstützungsleistungen, beispielsweise bei der Übernahme von Sozialversicherungsbeiträgen.

„Dieses Messe-Format ist zeitgemäß und gut. Die Thematik besitzt eine hohe Priorität und wurde von den richtigen Referentinnen begleitet. Wünschenswert wäre nur eine noch größere Arbeitgeberbeteiligung gewesen“, so Christian Rosenkranz. Insbesondere in Branchen wie der Logistik und Lagerei, der Landwirtschaft und Binnenfischerei sowie des Hotel- und Gaststättenwesens sieht der ibu-Chef Handlungsbedarf.

Zahlreiche Träger von Bildungsangeboten stellten im weiteren Messeverlauf ihr Portfolio vor und zeigten auf, wie auch sie sich auf die veränderte Situation eingestellt haben. Thomas Mix von der ‚Gesellschaft Für Beruf Und Bildung' (Bb) in Wismar berichtete über eine eigene ‚Online-Umfrage', um Bedarfe im Bereich der Pflege zu ermitteln und entsprechende Neuerungen zu entwickeln. Peter Todt, Geschäftsbereichsleiter Aus- und Weiterbildung der IHK zu Schwerin, verwies angesichts der Fülle von Besonderheiten bei dieser für Unternehmen sehr interessanten Thematik auf den direkten Kontakt zu den Beraterinnen und Beratern der Arbeitsagentur. Und hier greift - ganz pragmatisch - im Nachgang die individuelle Kontaktaufnahme, sicherte Elke Grube den „Messebesuchern“ zu.