03.09.2021 | Presseinfo Nr. 35

Durchstarten im Nordwestkreis

Messe in Wismar bot zahlreiche Perspektiven für Ausbildung und Jobs
 

Wismar. „Das ist doch eine richtig gute Gelegenheit, neben der eigenen Suche im Internet auf interessante Jobangebote aufmerksam zu werden.“ Lina Freitag war eigens aus Rehna gekommen, um bei der diesjährigen Messe „Lernen & Arbeiten in Nordwestmecklenburg“ nach einer neuen beruflichen Perspektive Ausschau zu halten. Die junge Mutter möchte im Anschluss an ihre Elternzeit wieder arbeiten. Deshalb schaute sich die 36-Jährige intensiv an gut der Hälfte von 40 Ausstellungsständen um und führte mehrere Gespräche. Bei Chrismone Obereiner, Personalleiterin der LTA Anlagentechnik Brüsewitz, überreichte Lina Freitag gleich ihren Lebenslauf. „Das Unternehmen, welches mit der MESA auch einen Standort in Carlow hat, bietet Interessantes für mich. In der Produktionsplanung könnte sich etwas ergeben“, sagte die Bewerberin. Sie bringt ein BWL-Studium mit und freut sich über attraktive Offerten unweit ihres Wohnortes.

Gleich um die Ecke des eigenen Zuhauses möchte Tim Herberg bald ein Praktikum machen. Der 14-Jährige aus Wismar kam gern in die Markthalle am Alten Hafen, um sich über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Der Achtklässler hatte schon ziemlich konkrete Vorstellungen davon, was nach dem Schulabschluss folgen soll. „Ich möchte gern Erzieher in einer Kita werden“, sagte er. Dennoch nahm sich der Schüler eine Menge Zeit, sich über andere Berufe zu informieren. Eine Ausbildung in der Pflege oder die Arbeit mit Tieren könnte er sich ebenfalls vorstellen. „Ich habe hier wichtige Dinge erfahren. Zum Beispiel, dass ich mich umgehend um ein Praktikum kümmern sollte. Das werde ich in der Kita in unserer Nähe demnächst tun.“ Gemeinsam mit seinen Eltern will Tim sich über die verschiedenen Ausbildungsangebote informieren und bestimmt auch noch einmal über ein Freiwilliges Soziales Jahr nachdenken. Der Schüler erhielt auf der Messe viel Zuspruch für sein Engagement, sich sehr frühzeitig mit dem Thema Ausbildung zu beschäftigen.

Gute regionale Perspektiven für junge Menschen sind auch ein Thema für die Politik. Landrat Tino Schomann und Wismars Bürgermeister Thomas Beyer ließen sich gern von Martin Greiner, Geschäftsführer des Jobcenters Nordwestmecklenburg, und Silvia Frank, Bereichsleiterin des Jobcenters Nordwestmecklenburg, beim Messerundgang begleiten. Am Stand der Mayr-Meinhof Hüttemann GmbH berichtete Martina Schwabbach davon, dass das Holz verarbeitende Unternehmen mit seinen rund 185 Mitarbeitenden am Standort Wismar gern Produktionstechnologen ausbilden möchte. „Leider gelingt es nicht, genügend Auszubildende für die Eröffnung einer Berufsschulklasse zu gewinnen. Wir möchten die jungen Leute nicht so gern zum theoretischen Unterricht bis nach Nordrhein-Westfalen schicken.“ Thomas Beyer pflichtete ihr bei. „Geringe Schülerzahlen zwingen uns, Lösungen für fachübergreifende Ausbildungen zu etablieren. Uns darf in der Region niemand verloren gehen“, betonte der Bürgermeister.

Die vierte Auflage der Messe „Lernen und Arbeiten in Nordwestmecklenburg“ bot Interessierten eine wertvolle Plattform, um mit regionalen Arbeitgebern, Bildungsträgern, Verbänden und Kammern ins Gespräch zu kommen. 500 Besucher*innen nutzen die Chance, in entspannter Atmosphäre Gespräche zu führen, sich beruflich zu orientieren, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu erfragen und möglicherweise ihren zukünftigen Arbeitgeber bereits kennenzulernen. „Immerhin stehen aktuell noch mehr als 1.000 Ausbildungsplatzangeboten rund 600 Jugendlichen gegenüber, die noch keinen Vertrag in der Tasche haben. Die Unternehmen der Region wollen sich zudem mit zahlreichen Mitarbeitenden verstärken. Die Chancen auf Arbeit sind mehr als gut“, so Silvia Frank am Ende der vierstündigen Veranstaltung.