18.02.2019 | Presseinfo Nr. 38

Engagement für Integration bei ELORA-Werkzeugfabrik GmbH in Remscheid

Syrer findet in Remscheid neue Heimat
 

Anfang 2016 ist Youssef Chawa aus Syrien nach Deutschland gekommen. Seine erste Anlaufstelle war München, nach einigen Zwischenstationen kam er durch den Einsatz des Oberbürgermeisters und einer ehrenamtlichen Betreuerin letztendlich in Remscheid an.

 

Der Syrer hat seitdem viel über Land und Leute gelernt. Anfangs bereiteten ihm die mangelnden Sprachkenntnisse große Schwierigkeiten. Diese Hürde hat er mittlerweile überwunden. Obwohl es anfangs keiner für möglich hielt, hat er nun seine Ausbildung als Fachkraft für Metalltechnik mit Schwerpunkt Zerspanungstechnik erfolgreich abgeschlossen. Dieses Ergebnis basiert auf seinem unbedingten Willen und seiner starken Motivation. Aber ohne die enorme Unterstützung seines Umfeldes wäre seine Erfolgsgeschichte nicht möglich gewesen. Erst die Zusammenarbeit zwischen Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, der ehrenamtlichen Betreuerin geflüchteter Menschen Annelie Schwierz, der Qualifizierungsberaterin der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal – Martina Wildförster und der Mitarbeiterin des Bildungszentrums der Industrie (BZI) – Gerda Becker machten es möglich.

 

In seinem Heimatland hatte er verschiedenste Tätigkeiten ausgeübt. Da er möglichst schnell eine Arbeit aufnehmen wollte, aber noch keine konkreten Ideen hatte, welche Tätigkeiten zu ihm passen, nutzte Youssef Chawa ein Angebot des Projekts „Willkommenslotsen“ des BZI. So fand er einen Arbeitgeber, der ihm zunächst ein Praktikum ermöglichte. Dieses verlief so erfolgreich, dass er mit Beginn des Ausbildungsjahres 2017 bei der Firma ELORA-Werkzeugfabrik GmbH in Remscheid eine Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik mit Schwerpunkt Zerspanungstechnik begann. Youssef Chawa ist 43 Jahre und damit um einiges älter als andere Auszubildende. Seine Ausbildung ist eine Umschulung – diese Qualifizierung ermöglichte die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal. Nach seinem erfolgreichen Abschluss – er liegt sogar über dem Durchschnitt - wurde er zum Jahreswechsel mit einem festen Arbeitsvertrag der Firma ELORA belohnt.

 

Firmenchef Dipl. Ing. Andreas Rauch ist begeistert von seinem neuen Mitarbeiter und stolz auf seine Belegschaft. „Herr Chawa ist im Kollegenkreis sehr beliebt und wurde von seinen Kolleginnen und Kollegen großartig unterstützt – einfach ein tolles Team! Sie gaben ihm zum Beispiel Nachhilfe in Maschinenkunde. Auch die Unterstützung der ehrenamtlichen Betreuerin geflüchteter Menschen und der IHK Lehrwerkstatt in Solingen trugen maßgeblich zu dem guten Abschluss bei. Durch seinen kulturellen Hintergrund und mit seiner offenen Art ist er eine Bereicherung für uns!“

 

Die Integration von geflüchteten Menschen in die Gesellschaft ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die unter anderem intensive Bemühungen zur Eingliederung in Ausbildung und Beschäftigung erforderlich macht. Integration funktioniert am besten über Arbeit und Ausbildung. Die Motivation vieler Geflüchteter ist hoch – mit entsprechender Unterstützung und Deutschkenntnissen kann die betriebliche Ausbildung gelingen - die Sprache ist der Schlüssel.

 

Martina Wildförster ist Qualifizierungsberaterin in der Agentur für Arbeit. Auch sie berichtet begeistert: „Ohne aktives Mitwirken der Arbeitgeber können unsere Förderprogramme zur Fachkräftesicherung nicht erfolgreich ihr Ziel erreichen. In diesem speziellen Fall freue ich mich, dass beide Seiten ihre Chance genutzt haben. Herr Chawa hat großes Glück mit der Firma ELORA gehabt, die ihn so gut unterstützt hat – aber er ist auch sehr zuverlässig und fleißig. Die Gesamtkonstellation ist ein Musterbeispiel für gelungene Integration. Ich wünsche mir, dass dieses Beispiel viele Unternehmen motiviert, eventuell vorhandene Vorbehalte zu überwinden und die Fördermöglichkeiten zu nutzen. Gleichzeitig sehen wir hier, dass mit Motivation, Unterstützung und durch Zusammenarbeit vieles möglich ist, was zunächst unerreichbar scheint.“

 

Ansprechpartnerin für Unternehmen

 

Durch das seit Jahresbeginn geltende Qualifizierungschancengesetz sollen Arbeitnehmer gefördert werden und so gute Chancen haben, sich auf den Arbeitsmarktwandel einzustellen. Unternehmen, die das Angebot nutzen oder mehr dazu wissen wollen, können sich direkt mit den Qualifizierungsberaterinnen der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal in Verbindung setzen.

 

Für Remscheider Arbeitgeber

Martina Wildförster, Telefon-Nr. 02191 4606-553

 

Für Solinger Arbeitgeber

Marina Dobbert, Telefon-Nr. 0212 2355-104

 

Für Wuppertaler Arbeitgeber

Annette Speer, Telefon-Nr. 0202 2828-171

Diler Acar, Telefon-Nr. 0202 2828-147