19.09.2019 | Presseinfo Nr. 177

Kreative Fachkräftesuche – mit Aufwand und Erfolg!

Der Pflegekräftemangel erfordert neue Ideen und Wege! Das Remscheider Unternehmen 365 Grad Häusliche Kranken- und Fachpflege Marianne Weiß GmbH wirbt um Fachpersonal aus Balkanstaaten.
 
 

Gesundheitsminister Jens Spahn hat kürzlich mit seinem Amtskollegen im Kosovo eine Vereinbarung unterzeichnet, die einwanderungswilligem Personal eine Arbeitsaufnahme in Deutschland erleichtert. In NRW stehen rechnerisch nur 0,3 examinierte Pflegekräfte je gemeldeter Arbeitsstelle für zur Verfügung. Da der Arbeitsmarkt in diesem Segment leergefegt ist, werden den Agenturen für Arbeit viele Stellen gar nicht mehr gemeldet, so dass der Fachkräftemangel in Wahrheit noch deutlicher ausfällt. Dass es ohne einen höheren Anteil von Pflegern aus dem Ausland nicht mehr geht, hat auch die Häusliche Kranken- und Fachpflege 365 Grad in Remscheid erkannt.

 

Nachdem auf der Suche nach Personal bundesweit alle Mittel ausgereizt waren, wurde deutlich, dass neue Ideen und Wege erforderlich sind. Im „Projekt Integration ausländischer Pflegekräfte“ werden seit Mai 2017 Krankenpflegefachkräfte direkt in Bosnien und Herzegowina sowie Serbien beworben und bei Interesse in den deutschen Arbeitsmarkt integriert. Dieses Projekt basiert auf einer Idee der Pflegedienst- und Projektleiterin Vasva Salihspahic. Sie ist Bosnierin, kennt die berufliche Situation und hat gute Kontakte vor Ort. „In Serbien gibt es viele wirklich gut ausgebildete Pflegekräfte, aber sie finden in der Heimat oft keine Arbeit. Wenn sie den Schritt nach Deutschland wagen, werden Sie von uns umfassend betreut und ihre Integration aktiv begleitet“. In Anpassungslehrgängen in Kooperation mit einigen Krankenpflegeschulen sowie ortsansässigen Kliniken werden aus den neuen Mitarbeitenden in sechs bis zwölf Monaten auch nach deutschen Regeln anerkannte Krankenpflegekräfte. Diese Qualifizierung führt zur Anerkennung des im Ausland erworbenen Abschlusses.

Gerade hat der Arbeitgeber unter dem Namen „Perspektiva UG“ eine Weiterbildungseinrichtung gegründet. „Nun können wir finanziell durch die Agentur für Arbeit bedarfsgerecht gefördert werden. Wir hoffen natürlich, dass mit der neuen Vereinbarung der deutsche Formalismus etwas einfacher und schneller in der Abwicklung wird“, erläutert Ralf Mantei, Geschäftsführer von 365 Grad, die bürokratische Seite. Und weiter: „Uns ist aber ganz besonders wichtig, dass Integration von Anfang an stattfindet und nachhaltig gelingt. Wir kümmern uns um Sprachkurse, Wohnraum, unterstützen auch bei Formalitäten. Gemeinsame Ausflüge sollen helfen, Region und Kultur kennen zu lernen“, unterstreicht Mantei.

 

Perspektiva UG

 

 

Martina Wildförster, Qualifizierungsberaterin der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal ist immer wieder begeistert über den Einsatz und Erfolg des Projektes. „Wir sind mittlerweile ein eingespieltes Team. Frau Salihspahic kennt die Förderbedingungen und weiß, dass wir gern bei den gesetzlichen Formularien helfen. Ein Förderantrag ist also kein Hexenwerk und erst recht kein Grund, sich abschrecken zu lassen. Es ist für mich auch persönlich immer wieder bereichernd, diese menschlichen Schicksale und neue Ideen begleiten zu können“.

 

„An diesem Beispiel sehen wir sehr schön, wie wichtig neue und kreative Wege bei der Fachkräftesuche sind. Das ist aufwändiger geworden, führt am Ende aber zum Erfolg!

Seit Jahresbeginn haben wir mit dem Qualifizierungschancengesetz sehr gute Fördermöglichkeiten. Welche Qualifizierung die Unternehmen weiterbringt und wie diese einfach und unkompliziert den Mitarbeitenden zugänglich gemacht werden können, erklären unsere spezialisierten Qualifizierungsberaterinnen“, so Martin Klebe, Leiter der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal.