12.11.2019 | Presseinfo Nr. 224

Auf kurzem Weg – aus Arbeitslosigkeit in Beschäftigung und zur Fachkraft!

Wuppertaler Arbeitsmarktakteure gehen neue Wege und schaffen mit einem außergewöhnlichen Projekt Perspektiven!

Ein in vielerlei Hinsicht außergewöhnliches Gemeinschaftsprojekt – Frauen und Männer ohne Arbeit und ohne Ausbildung erhalten einen Arbeitsvertrag zu tariflichen Bedingungen und werden in diesem Beschäftigungsverhältnis zu Fachkräften ausgebildet. Basis für dieses Projekt ist das zu Jahresbeginn in Kraft getretene Qualifizierungschancengesetz. Die START NRW GmbH als Arbeitgeber und die Wichernhaus Wuppertal gGmbH als Weiterbildungsträger kooperieren. Die Jobcenter Wuppertal AöR und die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal haben die Teilnehmer*innen vorgeschlagen und ermöglichen die Durchführung des Projekts mit ihren Fördermitteln. Alle Beteiligten sind davon überzeugt, dass dieses neuartige und zukunftsweisende Projekt wegweisend ist und mehr arbeitslosen Menschen ermöglicht, zu tariflichen Bedingungen einen noch fehlenden Berufsabschluss nachzuholen.

 

Regine Widmayer-Wagner, Geschäftsführerin der Wichernhaus Wuppertal gGmbH schildert die Entstehung: „Das seit Jahresbeginn geltende Qualifizierungschancengesetz macht’s möglich! In dem Projekt werden in Kooperation mit START NRW vom 1. Oktober 2019 bis 31. Januar 2021 insgesamt elf Frauen und Männer zu Fachkräften, in diesem Fall zu Maschinen- und Anlagenführer*innen, Fachrichtung Textiltechnik, umgeschult. Die 16-monatige Vollzeitumschulung findet in den Werkstätten unseres Qualifizierungszentrums Textil in der Gewerbeschulstraße 34 statt und ermöglicht geringqualifizierten Beschäftigten einen chancenreichen beruflichen Neustart als qualifizierte Fachkraft in der Textilindustrie. Die Umschulung beinhaltet auch ein dreimonatiges Praktikum in einem gewerblichen Betrieb. Lokale Textilunternehmen haben also bereits früh die Möglichkeit, ihre zukünftigen Fachkräfte kennenzulernen und eine anschließende Beschäftigung anzubahnen. Das ist ein spannendes, zukunftsorientiertes Projekt und ich verfolge es mit großem Interesse!“

 

Maschinen- und Anlagenführer*innen sind vielseitig einsetzbar und sehr gefragt auf dem lokalen und regionalen Arbeitsmarkt. „Mit unseren qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stoßen wir auf großes Interesse der Wuppertaler Unternehmen“, ist sich Norbert Maul, Geschäftsführer von START NRW sicher.

 

Christian Röll schildert seine Beweggründe für die Umschulung: „Ganz besonders hat mich natürlich der finanzielle Vorteil gereizt, bei Tariflohn eine Ausbildung zu absolvieren! Es ist wirklich anstrengend, nun wieder die Schulbank zu drücken und Arbeit, Schule und Privatleben zu koordinieren, das habe ich anfangs unterschätzt. Aber ich habe hier eine tolle Möglichkeit zu meiner Weiterentwicklung erhalten und werde alles geben, das für mich zu nutzen!“

 

Menschen ohne Ausbildung haben das höchste Risiko, arbeitslos zu werden –

beziehungsweise keine passende Arbeitsstelle zu finden. Deshalb unterstützen die Jobcenter Wuppertal AöR und die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal die Weiterbildung sowohl von Arbeitslosen als auch von Beschäftigten durch unterschiedliche Programme – wie zum Beispiel durch eine Umschulung, also eine verkürzte reguläre Ausbildung in einem Betrieb. Außergewöhnlich ist hier das Gemeinschaftsprojekt der Arbeitsmarktakteure, das es den Teilnehmenden ermöglicht, bereits während der Umschulung eine tarifliche Entlohnung und einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu erhalten.

 

„Seit Jahresbeginn haben wir mit dem Qualifizierungschancengesetz sehr gute Fördermöglichkeiten. Ausbildung lohnt sich für alle – auch noch zu einem späteren Zeitpunkt im Erwerbsleben! Denn es ist nicht nur der Sprung aus Arbeits- und Langzeitarbeitslosigkeit heraus, sondern auch die Chance für dauerhafte und nachhaltige Beschäftigung“, unterstreichen Thomas Lenz, Vorstandsvorsitzender der Jobcenter Wuppertal AöR und Martin Klebe, Leiter der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal.