29.10.2020 | Presseinfo Nr. 128

Der Arbeitsmarkt stabilisiert sich weiter

In den drei Städten des Bergischen Städtedreiecks sind sowohl im Rechtskreis SGB II als auch im Rechtskreis SGB III Rückgänge bei der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen

  •  31.103 Menschen im Oktober arbeitslos, 1.237 weniger als im Vormonat, 6.403 mehr als vor einem Jahr
  •  Die Arbeitslosenquote im Bergischen Städtedreieck aktuell bei 9,4 Prozent, im Vorjahr 7,5 Prozent.
  •  854 neue Stellengesuche
  •  Mehr Beschäftigungsaufnahmen als im Vorjahr

„In den drei Städten des Bergischen Städtedreiecks sind sowohl im Rechtskreis SGB II als auch im Rechtskreis SGB III Rückgänge bei der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Auch die Entwicklung der Zugänge in Arbeitslosigkeit ist in allen drei Städten einheitlich. Gegenüber dem Vormonat haben sich zwar mehr Menschen neu arbeitslos gemeldet, im Vergleich zum Oktober 2019 waren es aber deutlich weniger.

Aktuell ist die Arbeitslosigkeit in Solingen und Wuppertal noch immer rund 30 Prozent höher als vor einem Jahr, in Remscheid circa 15 Prozent. Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit waren in Remscheid und Wuppertal jeweils größer als die Zugänge in Arbeitslosigkeit. In Solingen haben sich etwas mehr Menschen neu arbeitslos gemeldet, als eine neue Arbeitsstelle gefunden haben. Mit dem Herbst kehrt die Dynamik in den Arbeitsmarkt zurück. So konnten im abgelaufenen Monat erneut rund 1.900 zuvor Arbeitslose eine Beschäftigung aufnehmen, das sind fast 400 mehr als im Oktober 2019.

Die Entwicklung der Stellenangebote im Städtedreieck bleibt uneinheitlich. Während in Solingen gegenüber dem Vormonat deutlich mehr Stellen gemeldet wurden, blieben sie in Remscheid u vor allem in Wuppertal unter dem Vormonatsniveau", beschreibt Martin Klebe, Leiter der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt im Bergischen Städtedreieck.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Im Vergleich zum Vormonat ist die Arbeitslosigkeit um 1.237 (-3,8 Prozent) auf 31.103 Personen gesunken. Gegenüber dem Vorjahr sind 6.403 Menschen (+25,9 Prozent) mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote beträgt 9,4 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 7,5 Prozent.

Arbeitslosenquoten

Die Arbeitslosenquoten erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresmonat im gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal. Dabei reichte die Spanne der Quoten im Oktober 2020 von 7,9 Prozent in Remscheid bis 9,4 Prozent in Wuppertal.

Die Nachfrage an Arbeitskräften ist im Bergischen Städtedreieck um 3,6 Prozent (-32 Stellen) niedriger als im gleichen Monat des Vorjahres. Im Vergleich zum Vormonat wurden 27 (-3,1 Prozent) weniger neue Stellen gemeldet.

In folgenden Berufsgruppen wurden die meisten Stellen neu gemeldet:

Metallbearbeitung * Lagerwirtschaft, Post, Zustellung * Erziehung * Arzt- und Praxishilfen * Maschinenbau- und Betriebstechnik * Verkauf * Büro und Sekretariat * Energietechnik * Kunststoffherstellung.

Kurzarbeit im Bergischen Städtedreieck

Aktuell kommt es zu Verzögerungen im Hinblick auf die für September gestellten Anträge auf Auszahlung von Kurzarbeitergeld (Kug). Hintergrund ist ein erhöhtes Aufkommen an Anzeigen. Viele Betriebe hatten im Frühjahr für einige Monate Kurzarbeit angezeigt. Die seinerzeit bewilligten Kug-Zeiträume enden jetzt verstärkt. Viele Unternehmen müssen deshalb Verlängerungsanzeigen stellen, was zu einem erhöhten Bearbeitungsvolumen geführt hat. Hierüber hinaus wurden zur Vermeidung von Leistungsmissbrauch die Prüfroutinen bei Anzeigen und Anträgen verstärkt.

Angezeigte Kurzarbeit:

Von Anfang März bis Ende Oktober sind im Agenturbezirk insgesamt rund 6.500 Anzeigen auf Kurzarbeit für knapp 100.000 Personen eingegangen.

Tatsächlich erfolgte Kurzarbeit:

Die Daten für die tatsächlich erfolgte Kurzarbeit erfordern eine Wartezeit von sechs Monaten. Die Arbeitgeber haben bis zu drei Monate Zeit, den Abrechnungsantrag zu stellen. Nun stehen den Agenturen für Arbeit Daten über die tatsächlich erfolgte Kurzarbeit im April 2020 zur Verfügung.

Im April 2020 haben im Agenturbezirk insgesamt 4.298 Betriebe für 43.801Personen konjunkturelles Kurzarbeitergeld beantragt.

Folgende Wirtschaftsabschnitte waren im April am stärksten von Kurzarbeit betroffen:

  • Verarbeitendes Gewerbe (680 Betriebe)
  • Gastgewerbe (539 Betriebe)
  • Gesundheits- und Sozialwesen (437 Betriebe)
  • Erbringung von sonstigen Dienstleistungen (391 Betriebe)
  • Baugewerbe (271 Betriebe)

Der Arbeitsmarkt in Remscheid
Sinkende Arbeitslosigkeit – weniger Arbeitskräftenachfrage

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Aktuell sind in Remscheid 4.709 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 140 Personen oder 2,9 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres sind dies 604 Personen (+14,7 Prozent) mehr. Die Arbeitslosenquote beträgt 7,9 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 6,9 Prozent (+1,0 Prozentpunkte). Im aktuellen Monat meldeten sich 756 Personen neu oder erneut arbeitslos, 894 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Entwicklung der Kurzarbeit

Angezeigte Kurzarbeit:

Von Anfang März bis Ende Oktober sind in der Agentur für Arbeit Remscheid insgesamt rund 1.300 Anzeigen auf Kurzarbeit für knapp 22.000 Personen eingegangen.

Tatsächlich erfolgte Kurzarbeit:

Die Daten für die tatsächlich erfolgte Kurzarbeit erfordern eine Wartezeit von sechs Monaten. Im April 2020 haben im Agenturbezirk insgesamt 809 Betriebe für 9.293 Personen konjunkturelles Kurzarbeitergeld beantragt.

Entwicklung der Stellenangebote

Im Oktober 2020 wurden der Agentur für Arbeit Remscheid 190 neue Stellen gemeldet, 47 (-19,8 Prozent) weniger als im Vormonat. Somit wurden seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahr 703 (-25,3 Prozent) weniger neue Stellen gemeldet. Im Bestand befinden sich nun insgesamt 934 offene Stellen. Das sind 38 mehr als im Vormonat und 182 weniger als im Vorjahresmonat.

Jugendarbeitslosigkeit

Aktuell sind 419 junge Menschen unter 25 Jahren von Jugendarbeitslosigkeit betroffen - im Vergleich zum Vormonat sind dies 17 Jugendliche (-3,9 Prozent) weniger. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Jugendarbeitslosigkeit um 25 Personen (+6,3 Prozent) gestiegen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Aktuell sind 1.827 Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, das sind 362 (+24,7 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Von den Langzeitarbeitslosen werden 87,5 Prozent (1.599 Personen) in der Grundsicherung betreut.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zur Arbeitslosigkeit auch Personen, die als Teilnehmer von Maßnahmen, aufgrund von Krankheit oder sonstigen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden. Die Unterbeschäftigung umfasst aktuell 6.122 Personen; das sind 185 Personen weniger als im Vormonat und 103 Menschen (+1,7 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Der Arbeitsmarkt in Solingen
Sinkende Arbeitslosigkeit – steigende Arbeitskräftenachfrage

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Aktuell sind in Solingen 7.482 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 183 Personen oder 2,4 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres sind dies 1.514 Personen (+25,4 Prozent) mehr. Die Arbeitslosenquote beträgt 8,6 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich noch auf 6,9 Prozent (+1,7 Prozentpunkte). Im aktuellen Monat meldeten sich 1.114 Personen neu oder erneut arbeitslos, 1.293 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Entwicklung der Kurzarbeit

Angezeigte Kurzarbeit:

Von Anfang März bis Ende Oktober sind in der Agentur für Arbeit Solingen insgesamt rund 1.800 Anzeigen auf Kurzarbeit für knapp 27.000 Personen eingegangen.

Tatsächlich erfolgte Kurzarbeit:

Die Daten für die tatsächlich erfolgte Kurzarbeit erfordern eine Wartezeit von sechs Mona-ten. Im April 2020 haben im Agenturbezirk insgesamt 1.180 Betriebe für 11.855 Personen konjunkturelles Kurzarbeitergeld beantragt.

Entwicklung der Stellenangebote

Im Oktober 2020 wurden der Agentur für Arbeit Solingen 284 neue Stellen gemeldet, 66 (+30,3 Prozent) mehr als im Vormonat. Somit wurden seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahr 549 (-19,3 Prozent) weniger neue Stellen gemeldet. Im Bestand befinden sich nun insgesamt 1.013 offene Stellen. Das sind 16 mehr als im Vormonat und 255 weniger als im Vorjahresmonat.

Jugendarbeitslosigkeit

Aktuell sind 948 junge Menschen unter 25 Jahren von Arbeitslosigkeit betroffen - im Vergleich zum Vormonat 70 Jugendliche (-6,9 Prozent) weniger. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Jugendarbeitslosigkeit um 277 Personen (+41,3 Prozent) gestiegen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Aktuell sind 2.666 Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, das sind 530 (+24,8 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Von den Langzeitarbeitslosen werden 86,4 Prozent (2.304 Personen) in der Grundsicherung betreut.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zur Arbeitslosigkeit auch Personen, die als Teilnehmer von Maßnahmen, aufgrund von Krankheit oder sonstigen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden. Die Unterbeschäftigung umfasst aktuell 9.528 Personen. Das sind 195 Personen weniger als im Vormonat, und 1.160 Menschen (+13,9 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Der Arbeitsmarkt in Wuppertal
Sinkende Arbeitslosigkeit – weniger Arbeitskräftenachfrage

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Aktuell sind in Wuppertal 18.912 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 914 Personen oder 4,6 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres sind dies 4.285 Personen (+29,3 Prozent) mehr. Die Arbeitslosenquote beträgt 10,3 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich noch auf 8,0 Prozent (+2,3 Prozentpunkte). Im aktuellen Monat meldeten sich 3.069 Personen neu oder erneut arbeitslos, 4.010 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Entwicklung der Kurzarbeit

Angezeigte Kurzarbeit:

Von Anfang März bis Ende Oktober sind in der Agentur für Arbeit Wuppertal insgesamt rund 3.500 Anzeigen auf Kurzarbeit für rund 51.000 Personen eingegangen.

Tatsächlich erfolgte Kurzarbeit:

Die Daten für die tatsächlich erfolgte Kurzarbeit erfordern eine Wartezeit von sechs Monaten. Im April 2020 haben im Agenturbezirk insgesamt 2.311 Betriebe für 22.681 Personen konjunkturelles Kurzarbeitergeld beantragt.

Entwicklung der Stellenangebote

Im Oktober 2020 wurden der Agentur für Arbeit Wuppertal 380 neue Stellen gemeldet, 46 (-10,8 Prozent) weniger als im Vormonat. Somit wurden seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahr 1.632 (-30,9 Prozent) weniger neue Stellen gemeldet. Im Bestand befinden sich nun insgesamt 1.682 offene Stellen. Das sind 61 mehr als im Vormonat und 539 weniger als im Vorjahresmonat.

Jugendarbeitslosigkeit

Aktuell sind 2.114 junge Menschen unter 25 Jahren von Arbeitslosigkeit betroffen - im Vergleich zum Vormonat sind dies 169 Jugendliche (-7,4 Prozent) weniger. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Jugendarbeitslosigkeit um 498 Personen (+30,8 Prozent) gestiegen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Aktuell sind 7.252 Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, das sind 2.288 (+46,1 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Von den Langzeitarbeitslosen werden 86,4 Prozent (6.268 Personen) in der Grundsicherung betreut.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zur Arbeitslosigkeit auch Personen, die als Teilnehmer von Maßnahmen, aufgrund von Krankheit oder sonstigen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden. Die Unterbeschäftigung umfasst aktuell 31.092 Personen. Das sind 391 Personen weniger als im Vormonat, und 2.607 Menschen (+9,2 Prozent) mehr als vor einem Jahr.