02.12.2020 | Presseinfo Nr. 154

Die zehnte bundesweite Woche der Menschen mit Behinderung – Inklusion bleibt wichtig!

Die jährliche Woche der Menschen mit Behinderung findet bundesweit rund um den „Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen“ statt, der in diesem Jahr auf den 3. Dezember fällt. Die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal nimmt diese Woche zum Anlass, auf das Potenzial von Menschen mit Behinderung aufmerksam zu machen.

Martin Klebe, Leiter der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal betont: „Die Inklusion von Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt darf angesichts der aktuellen Pandemie nicht aus dem Blickwinkel geraten. Wir können und wollen nicht auf ihre Kenntnisse und Fertigkeiten verzichten“.

Der Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung
Auch Menschen mit Behinderung spüren die Auswirkungen der Corona-Pandemie am Arbeitsmarkt. So stieg die Zahl arbeitslos gemeldeter Menschen mit Behinderung[i] während des ersten Lockdowns bis Ende Juni um 6,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei den nichtbehinderten Menschen stieg die Arbeitslosigkeit im selben Zeitraum deutlich stärker, doch im Gegensatz zu diesen, konnten Menschen mit Behinderung nicht vergleichbar von der im Sommer einsetzenden Erholung profitieren. Aktuell sind über 20 Prozent mehr Menschen mit Behinderung arbeitslos als vor einem Jahr. Der Anteil der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen an der gesamten Arbeitslosigkeit beträgt im Schnitt fünf Prozent.
Dieser Wert hat sich in den letzten fünf Jahren nur wenig verändert, wie die nachstehende Grafik zeigt:

Anteil schwerbehinderte Arbeitslose und Anteile an allen Arbeitslosen
Anteil schwerbehinderte Arbeitslose und Anteile an allen Arbeitslosen

Gute Qualifikation schwerbehinderter Menschen
Etwa 47 Prozent aller schwerbehinderten Arbeitslosen sucht eine Tätigkeit auf dem Qualifikationsniveau der Fachkraft oder höher.

Längere Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen als im Durchschnitt
Menschen mit Behinderung sind im Schnitt länger arbeitslos als Menschen ohne Behinderung. So dauerte im Zeitraum November 2019 bis Oktober 2020 die Zeit der Arbeitslosigkeit bei Menschen ohne Behinderung durchschnittlich 452 Tage, bei Menschen mit Behinderung waren es hingegen 537 Tage.

Die Agenturen für Arbeit unterstützen mit einem umfangreichen Leistungsangebot die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Viele Menschen mit Behinderung sind gut qualifiziert und bringen langjährige Berufserfahrung als zuverlässige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit. Auf ihre Potenziale können Unternehmen bauen. Auch gerade jetzt, in der aktuellen Ausnahmesituation. Ein weiterer Aspekt ist, dass Unternehmen zusätzlich finanziell entlastet werden, wenn sie keine Ausgleichsabgabe mehr entrichten müssen.“[ii]

Kontakt für Unternehmen:
Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die schwerbehinderte Menschen beschäftigen oder erkrankte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder eingliedern wollen, können sich bei der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal individuell informieren:

Remscheid und Solingen:      Herr Siemon,  0212 2355-707

Wuppertal:                              Frau Pfeil,       0202 2828-361

Sie beraten Arbeitgeber, unterstützen diese bei der Rekrutierung geeigneter Kräfte und erklären auch, wie ein Arbeitsplatz entsprechend einer Behinderung technisch gestaltet werden und wie die finanzielle Unterstützung dafür aussehen kann.

[i] Als schwerbehindert zählen Menschen mit einem anerkannten Grad der Behinderung von mindestens 50. Behinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung von unter 50 aber mindestens 30 sollen schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden, wenn sie ansonsten einen geeigneten Arbeitsplatz nicht erlangen oder behalten können (§ 2 Absatz 3 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch - SGB IX). Die Gleichstellung wird auf Antrag des Behinderten durch die Bundesagentur für Arbeit festgestellt (§ 151 Absatz 2 SGB IX).

[ii] Arbeitgeber mit jahresdurchschnittlich monatlich mindestens 20 Arbeitsplätzen sind nach § 154 Abs. 1 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX) dazu verpflichtet, auf mindestens fünf Prozent dieser Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Für jeden Arbeitgeber wird geprüft, ob er der Verpflichtung zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen nachgekommen ist. Ist dies nicht der Fall, so hat er eine Ausgleichsabgabe zu entrichten.