03.05.2022 | Presseinfo Nr. 78

Arbeitsmarktentwicklung abgebremst

  • Arbeitslosenquote sinkt weiter
    Im Bergischen Städtedreieck aktuell 7,9 Prozent, im Vorjahr 9,1 Prozent
  • Arbeitslosmeldungen gehen weiter zurück
    26.302 Menschen waren im April arbeitslos,
    177 weniger als im Vormonat, 3.757 weniger als vor einem Jahr        
  • Weiterbildungsgeschehen legt weiter zu
  • Wenige KuG-Anzeigen

Im Bergischen Städtedreieck ist die Arbeitslosenquote ebenso wie die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr nur leicht gesunken. Gegenüber März 2022 haben sich mehr Menschen aus vorheriger Beschäftigung arbeitslos gemeldet und es konnten weniger Personen eine Erwerbstätigkeit aufnehmen. Es sind weniger Jugendliche arbeitslos gemeldet als im März und als vor einem Jahr. Auch bei den Langzeitarbeitslosen sind leichte Rückgänge im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr zu verzeichnen. Allerdings hat sich die Entwicklung im SGBIII abgebremst und die Abnahme im SGBII bleibt verhalten rückläufig. Die Arbeitsmarktentwicklung wird nun weniger durch die Folgen der Pandemie beeinflusst, in Einzelfällen sind eher Materialengpässe, wirtschaftliche Sanktionen bzw. steigende Energiekosten ursächlich für zurückgehende Beschäftigungsbereitschaft.

Martin Klebe, Chef der örtlichen Arbeitsagentur, skizziert die aktuelle Situation des Arbeitsmarktes im Bergischen Städtedreieck:

„Die Arbeitslosigkeit entwickelt sich in den drei Städten uneinheitlich. Während sie in Remscheid und Solingen gegenüber März weiter zurückgegangen ist, sehen wir in Wuppertal einen Anstieg. Hier wirken sich bereits seit Langem bekannte Freisetzungen einzelner Unternehmen aus. Bisher gibt es im Bergischen Städtedreieck aber nur vereinzelte Anzeigen zur Kurzarbeit und Hinweise auf nicht verlängerte Arbeitsverträge, weil etwa Lieferketten unterbrochen sind.“

Fachkräftebedarf

„Fachkräfte werden von den Unternehmen händeringend gesucht. Für Menschen ohne Berufsabschluss ist es oft schwer und langwierig, wieder eine Stelle zu finden. Andererseits sind Fachkräfte meistens nur sehr kurz arbeitslos. Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Sowohl für die Unternehmen als auch für die Beschäftigten ist die berufliche Weiterbildung der Schlüssel zur Zukunft. Qualifizierung ist dementsprechend eines unserer TOP-Themen und steht laufend im Zentrum unserer Beratungen für Arbeitssuchende, Beschäftigte und Arbeitgeber“, betont der Agenturchef.

Ein besonderes Highlight ist die Beratungsbustour der Berufsberatung für Erwachsene im Berufsleben. Unter dem Motto:

„Beratungsbus on Tour – Glücklich im Job“

fährt der Beratungsbus der Agentur für Arbeit im Mai beliebte und belebte Plätze in Düsseldorf, im Bergischen Städtedreieck und im Kreis Mettmann an.

Vielen Menschen ist nicht bekannt, dass die Agentur für Arbeit auch für Berufstätige da ist und auch Beschäftigte dabei unterstützt, sich beruflich zu verbessern und weiter zu kommen.

Der Wandel der Arbeit und der hohe Bedarf an spezialisierten Fachkräften birgt für Berufstätige viele Chancen, das Heft selbst in die Hand zu nehmen. Gerade bei der Finanzierung der Weiterbildungsvorhaben gibt es mehr Möglichkeiten als allgemein bekannt.

Alle Termine, Stationen und weiterführende Informationen finden Interessierte auf der Landingpage.

Weiterführende Informationen:
Berufsberatung im Erwerbsleben

Sie möchten sich beruflich umorientieren, haben Interesse im Bereich Pflege/Gesundheit zu arbeiten oder haben Fragen zu Ihrer bestehenden Beschäftigung, zum beruflichen Wiedereinstieg, zu Fördermöglichkeiten, Qualifizierungen oder rund um die Entwicklungen am Arbeitsmarkt?

Kontaktieren Sie die Berufsberatung im Erwerbsleben:

E-Mail:   Solingen-Wuppertal.Beratung-im-Erwerbsleben@arbeitsagentur.de

Internet: www.arbeitsagentur.de/vor-ort/duesseldorf/lebensbegleitende-berufsberatung

Hotline:  0202 - 28 28-228 mittwochs von 8 bis 18 Uhr

Qualifizierungsberatung für Menschen im Erwerbsleben

Sie haben bereits Erfahrung als Hilfskraft in einem Pflegeberuf und möchten sich über Möglichkeiten der Qualifizierung und Weiterbildung informieren?

Kontaktieren Sie die Qualifizierungsberatung:

E-Mail:  Weiterbildung.BergischesLand@arbeitsagentur.de

Internet: https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/solingen-wuppertal/qualifizierungsberatung

Hotline:  0800 4 5555 20

Betreuung der Ukraine-Geflüchteten:

„Aktuell geht es vorrangig um die humanitären Grundbedürfnisse der Geflüchteten. Wir sind vorbereitet und werden uns selbstverständlich den sich entwickelnden Anforderungen anpassen. Derzeit ist die Beratung - zum Beispiel zum Erwerb von Sprachkompetenzen - eine vorrangige Aufgabe.

Wir begrüßen den Beschluss, die Grundsicherung für Geflüchtete aus der Ukraine zum 01. Juni zu öffnen und so Leistung und Beratung in den Jobcentern zu bündeln. In den Jobcentern gibt es einen ganzheitlichen Blick auf den Menschen, weil Leistungen zum täglichen Leben, Finanzierung des Wohnraums, Beratung und Vermittlung oder Förderung von Qualifizierungen gebündelt in einer Hand liegen. Die Jobcenter sind erfahren in der Betreuung von geflüchteten Menschen“, so Martin Klebe weiter. 

Informationen und Unterstützungsangebote für aus der Ukraine Geflüchtete:

Bundesweit:    https://www.arbeitsagentur.de/ukraine

Lokal:              https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/solingen-wuppertal/ukraine

Entwicklung im Städtedreieck:

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Im Vergleich zum Vormonat ist die Arbeitslosigkeit um 177 (-0,7 Prozent) auf 26.302 Personen gesunken.  Gegenüber dem Vorjahr sind 3.757 Menschen (-12,5 Prozent) weniger arbeitslos gemeldet.                

Arbeitslosenquoten

Die Arbeitslosenquote beträgt 7,9 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 9,1 Prozent.

Dabei sinken die Quoten gegenüber dem Vorjahresmonat im gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit Solingen – Wuppertal. Die Spanne reichte im April 2022 von 6,8 Prozent in Remscheid bis 8,7 Prozent in Wuppertal.

Stellenentwicklung

609 neue Stellengesuche, 5 mehr als im Vormonat, 94 weniger als vor einem Jahr.

Im Vergleich zum April 2021 ist die Nachfrage an Arbeitskräften im Bergischen Städtedreieck um 94 (-13,4 Prozent) Stellen) gesunken. 
Verglichen mit dem Vormonat wurden 5 (0,8 Prozent) Stellen mehr gemeldet.

In folgenden Berufsgruppen werden Arbeitskräfte gesucht:

Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag * Büro und Sekretariat * Metallbearbeitung * Verkauf * Erziehung, Sozialarbeit, Heilerziehungspflege * Maschinenbau- und Betriebstechnik * Werbung und Marketing

Bei den neu gemeldeten Stellengesuchen handelt es sich überwiegend um Stellen der Arbeitnehmerüberlassung. Es werden aber auch Stellen aus den Wirtschaftsabschnitten des verarbeitenden Gewerbes, des Gesundheits- und Sozialwesens, der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, sowie aus Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz gemeldet.

Kurzarbeit im Bergischen Städtedreieck

Angezeigte Kurzarbeit:

Mit aktuellstem Datenstand für März 2022 sind im Agenturbezirk insgesamt 27 Anzeigen auf Kurzarbeit (alle Anspruchsgrundlagen) für 239 Personen eingegangen.  
Das sind die niedrigsten Werte innerhalb der letzten zwölf Monate.
Im Februar sind 95 Anzeigen für 1.120 Personen eingangen                                            

Hintergrundinfo:

Bei sich potentiell anbahnender Kurzarbeit stellen Arbeitgeber vorsorglich zunächst eine Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall. Die Anzeigen haben eine maximale Gültigkeitsdauer von sechs Monaten und werden statistisch nur für den Monat gezählt, in dem sie eingegangen sind bzw. erfasst wurden. Nicht für alle Personen in den Anzeigen erfolgt später auch tatsächlich Kurzarbeit. Auch das Ausmaß des Arbeitsausfalls pro Kopf ist aus den Anzeigen noch nicht erkennbar. Insoweit können die in den Anzeigen gemeldeten Zahlen über Personen zwar als potentielle, nicht aber als unmittelbare Zugänge in Kurzarbeit interpretiert werden. Hierüberhinaus kann ein Betrieb Kurzarbeit auch für einzelne, gegebenenfalls auch mehrere Betriebsabteilungen anzeigen. Die Anzeige einer Kurzarbeit ist Voraussetzung, um später gegebenenfalls Kurzarbeit anmelden zu können.                                             

Tatsächlich erfolgte Kurzarbeit:

Die Daten für die tatsächlich erfolgte Kurzarbeit („angemeldet“) erfordern eine Wartezeit von sechs Monaten, da die Arbeitgeber bis zu drei Monate Zeit haben, den Abrechnungsantrag zu stellen.

Den Agenturen für Arbeit stehen nun Daten über die tatsächlich erfolgte Kurzarbeit im Oktober 2021 zur Verfügung. Im Agenturbezirk haben rund 700 Betriebe für nahezu 5.000 Personen konjunkturelles Kurzarbeitergeld beantragt.  

Der Arbeitsmarkt in Remscheid

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Aktuell sind in Remscheid 4.033 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 177 Personen oder 4,2 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum April des Vorjahres sind dies 718 Personen (-15,1 Prozent) weniger. Die Arbeitslosenquote beträgt 6,8 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf acht Prozent (-1,2 Prozentpunkte).                                                                                                                                                                                   Im aktuellen Monat meldeten sich 735 Personen neu oder erneut arbeitslos, 915 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.                                                                            

Entwicklung der Stellenangebote

Im April 2022 wurden der Agentur für Arbeit Remscheid 89 neue Stellen gemeldet, das sind 11 (14,1 Prozent) mehr als im Vormonat. Somit wurden seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahr 168 (-29,8 Prozent) neue Stellen weniger gemeldet. Im Bestand befinden sich nun insgesamt 385 offene Stellen. Das sind 17 mehr als im Vormonat und 6 mehr als im Vorjahresmonat.

Jugendarbeitslosigkeit

Aktuell sind 296 junge Menschen unter 25 Jahren von Jugendarbeitslosigkeit betroffen - im Vergleich zum Vormonat sind dies 0 Jugendliche (+0,0 Prozent) weniger. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Jugendarbeitslosigkeit um 92 Personen (-23,7 Prozent) gesunken.                                                                                 

Langzeitarbeitslose                                                                       

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken. Aktuell sind 1.608 Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, das sind 403 (-20,0 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Von den Langzeitarbeitslosen werden 88,8 Prozent (1.428 Personen) in der Grundsicherung betreut.

Unterbeschäftigung            

Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zur Arbeitslosigkeit auch Personen, die als Teilnehmer von Maßnahmen, aufgrund von Krankheit oder sonstigen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden. Die Unterbeschäftigung umfasst aktuell 5.485 Personen; das sind 14 Personen weniger als im Vormonat und 546 Menschen (-9,1 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

Der Arbeitsmarkt in Solingen

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Aktuell sind in Solingen 6.175 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 174 Personen oder 2,7 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum April des Vorjahres sind dies 779 Personen (-11,2 Prozent) weniger. Die Arbeitslosenquote beträgt 7,1 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich noch auf acht Prozent (-0,9 Prozentpunkte).    
Im aktuellen Monat meldeten sich 847 Personen neu oder erneut arbeitslos, 1.016 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.                                                                            

Entwicklung der Stellenangebote

Im April 2022 wurden der Agentur für Arbeit Solingen 226 neue Stellen gemeldet, das sind 89 (+65,0 Prozent) mehr als im Vormonat. Somit wurden seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahr 237 (-27,6 Prozent) neue Stellen weniger gemeldet. Im Bestand befinden sich nun insgesamt 505 offene Stellen. Das sind 44 mehr als im Vormonat und 163 weniger als im Vorjahresmonat.                                                                          

Jugendarbeitslosigkeit

Aktuell sind 613 junge Menschen unter 25 Jahren von Arbeitslosigkeit betroffen - im Vergleich zum Vormonat 32 Jugendliche (-fünf Prozent) weniger. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Jugendarbeitslosigkeit um 196 Personen (-24,2 Prozent) gesunken.                                                                      

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Aktuell sind 3.211 Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, das sind 191 (+6,3 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Von den Langzeitarbeitslosen werden 91,6 Prozent (2.941 Personen) in der Grundsicherung betreut.                                                                                

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich z07 Personen weniger als im Vormonat, und 849 Menschen (-9,3 Prozent) weniger als vour Arbeitslosigkeit auch Personen, die als Teilnehmer von Maßnahmen, aufgrund von Krankheit oder sonstigen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden. Die Unterbeschäftigung umfasst aktuell 8.324 Personen. Das sind 1r einem Jahr.        

Der Arbeitsmarkt in Wuppertal

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Aktuell sind in Wuppertal 16.094 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 174 Personen oder 1,1 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum April des Vorjahres sind dies 2.260 Personen (-12,3 Prozent) weniger. Die Arbeitslosenquote beträgt 8,7 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich noch auf zehn Prozent (-1,3 Prozentpunkte).                                                                                                                               Im aktuellen Monat meldeten sich 3.077 Personen neu oder erneut arbeitslos, 2.907 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.                                                                                          

Entwicklung der Stellenangebote

Im April 2022 wurden der Agentur für Arbeit Wuppertal 294 neue Stellen gemeldet, das sind 95 (-24,4 Prozent) weniger als im Vormonat. Somit wurden seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahr 33 (-2,3 Prozent) neue Stellen weniger gemeldet. Im Bestand befinden sich nun insgesamt 1.283 offene Stellen. Das sind 124 weniger als im Vormonat und 195 mehr als im Vorjahresmonat.                                                                            

Jugendarbeitslosigkeit

Aktuell sind 1.554 junge Menschen unter 25 Jahren von Arbeitslosigkeit betroffen - im Vergleich zum Vormonat sind dies 11 Jugendliche (+0,7 Prozent) mehr. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Jugendarbeitslosigkeit um 279 Personen (-15,2 Prozent) gesunken.                                                                                 

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken. Aktuell sind 7.643 Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, das sind 920 (-10,7 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Von den Langzeitarbeitslosen werden 91,9 Prozent (7.026 Personen) in der Grundsicherung betreut.                                                                        

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zur Arbeitslosigkeit auch Personen, die als Teilnehmer von Maßnahmen, aufgrund von Krankheit oder sonstigen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden. Die Unterbeschäftigung umfasst aktuell 26.269 Personen. Das sind 822 Personen weniger als im Vormonat, und 3.644 Menschen (-12,2 Prozent) weniger als vor einem Jahr.