30.06.2022 | Presseinfo Nr. 111

Saisonübliche Arbeitsmarktentwicklung

• Zahl der Arbeitslosen insgesamt rückläufig (25.723 Menschen waren im Juni arbeitslos, 120 weniger als im Vormonat, 3.036 weniger als vor einem Jahr)
• Zunahme der Arbeitslosigkeit in Remscheid
• Arbeitslosenquote im Bergischen Städtedreieck 7,8 Prozent
• Jugendarbeitslosigkeit weiterhin niedriger als im Vorjahr
• Langzeitarbeitslosigkeit weiter rückläufig

Bei einem sehr geringen Rückgang der Arbeitslosen verharrt die Arbeitslosenquote im Städtedreieck bei 7,8 Prozent (Vorjahr 8,7 Prozent). Offen war die Frage, ob die Arbeitslosigkeit bereits im Juni steigen würde, denn seit dem 01.06.22 übernehmen die Jobcenter die ukrainischen Geflüchteten in das SGB II. Während sich dieser Prozess in Wuppertal und Solingen noch nicht in steigenden Arbeitslosenzahlen spiegelt, ist in Remscheid schon ein Anstieg zu verzeichnen.

„Auch in Solingen und Wuppertal werden die Zahlen in den kommenden Monaten deutlich steigen", so Martin Klebe, der Chef der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal.

Zwar steigt die Jugendarbeitslosigkeit gegenüber Mai 2022 aufgrund der frühen Schulferien saisonal bedingt leicht an, im Vergleich zum Vorjahr ist sie aber deutlich zurückgegangen. Die Langzeitarbeitslosigkeit verringert sich über beide Rechtskreise hinweg sowohl im Vormonats- wie auch im Vorjahresvergleich.

Die unmittelbar bevorstehenden Sommerferien haben die Einstellungsbereitschaft der Arbeitgeber etwas abgebremst und zu einem Rückgang der Stellenmeldungen geführt.

Entwicklung im Städtedreieck:

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Im Vergleich zum Vormonat ist die Arbeitslosigkeit um 120 (-0,5 Prozent) auf 25.723 Personen gesunken. Gegenüber dem Vorjahr sind 3.036 Menschen (-10,6 Prozent) weniger arbeitslos gemeldet.

Arbeitslosenquoten

Die Arbeitslosenquote beträgt 7,8 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 8,7 Prozent. Dabei sinken die Quoten gegenüber dem Vorjahresmonat im gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal. Die Spanne reichte im Juni 2022 von 6,9 Prozent in Remscheid bis 8,5 Prozent in Wuppertal.

Stellenentwicklung

591 neue Stellengesuche, 117 weniger als im Vormonat und 68 weniger als im Vorjahr.

Die Nachfrage an Arbeitskräften ist im Bergischen Städtedreieck um 10,3 Prozent (-68 Stellen) zum Vorjahresmonat gesunken. Im Vergleich zum Vormonat wurden 117 (-16,5 Prozent) neue Stellen weniger gemeldet.

In folgenden Berufsgruppen werden Arbeitskräfte gesucht:
Büro und Sekretariat * Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag * Metallbearbeitung * Verkauf * Werbung und Marketing * Erziehung, Sozialarbeit, Heilerziehungspflege * Maschinenbau- und Betriebstechnik * Fahrzeugführung im Straßenverkehr * Arzt- und Praxishilfe

Bei den neu gemeldeten Stellengesuchen handelt es sich überwiegend um Stellen der Arbeitnehmerüberlassung. Es werden aber auch Stellen aus den Berufsgruppen des verarbeitenden Gewerbes, den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, des Gesundheits- und Sozialwesens sowie aus Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen gemeldet.

Ukraine

Bei den geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainern stand und steht an erster Stelle die umfassende humanitäre Versorgung. Mit Blick auf den fortdauernden Krieg werden viele Geflüchtete länger in Deutschland bleiben und neben der Sicherstellung einer materiellen Grundsicherung wächst das Bedürfnis auf Teilhabe am Arbeitsmarkt. Vor diesem Hintergrund übernehmen die Jobcenter seit dem 01.06.2022 die Geflüchteten in die Grundsicherung nach dem SGB II.

Bei Vorliegen der Voraussetzungen haben die Geflüchteten Anspruch auf Leistungen (Regelbedarfe, Mehrbedarfe, Kosten für Unterkunft und Heizung, Bildung und Teilhabe sowie Einzelbedarfe) der Grundsicherung. Ebenso wie bei allen anderen
Leistungsberechtigten ist eine Antragstellung erforderlich.

Voraussetzung für den Bezug von SGB II-Leistungen ist eine Fiktionsbescheinigung oder eine Aufenthaltserlaubnis nach Paragraph 24 AufenthG und eine zweifelsfreie Klärung der Identität durch erkennungsdienstliche Maßnahmen, oder mindestens die Speicherung der Daten im Ausländerzentralregister (AZR). Ersatzbescheinigungen, die die Ausländerbehörde bis zum 31.05.2022 ausgestellt hat, dürfen bis zum 31.10.2022 anerkannt werden. Zusätzlich müssen die allgemeinen Voraussetzungen zum Leistungsbezug vorliegen, u.a. dass die Menschen erwerbsfähig sind und materielle Hilfebedürftigkeit besteht.

Neben der materiellen Versorgung werden die ukrainischen Staatsbürger ebenso wie alle anderen erwerbsfähigen Hilfebedürftigen vermittlerisch und beraterisch unterstützt. Selbstverständlich umfasst das auch den Zugang zu Sprachkursen und Qualifizierungsangeboten. Bereits vorhandene Kompetenzen und Fähigkeiten erleichtern den Zugang zum derzeit sehr aufnahmefähigen Arbeitsmarkt.

Die Zahl der leistungsberechtigten Personen aus der Ukraine hat sich im Agenturbezirk im Vergleich zum Vormonat bereits deutlich erhöht. Nach ersten noch sehr vorläufigen Zahlen haben die drei Jobcenter seit Mai bereits knapp 1000 leistungsberechtigte ukrainische Frauen, Männer und Kinder in die Grundsicherung übernommen. Der sehr kurze Zeitraum der statistischen Erhebung (Zähltag 13.06.22) ermöglicht derzeit nur vorläufige Informationen.

➢ Informationen und Unterstützungsangebote für aus der Ukraine Geflüchtete:

Der Arbeitsmarkt in Remscheid

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Aktuell sind in Remscheid 4.064 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 151 Personen oder 3,9 Prozent mehr als im Vormonat. Diese Zunahme ist darauf zurückzuführen, dass das Jobcenter bereits eine größere Anzahl Geflüchteter übernommen hat. Im Vergleich zum Juni des Vorjahres sind 364 Personen (-8,2 Prozent) weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote beträgt 6,9 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 7,4 Prozent (-0,5 Prozentpunkte).

Im aktuellen Monat meldeten sich 865 Personen neu oder erneut arbeitslos, 711 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Entwicklung der Stellenangebote

Im Juni 2022 wurden der Agentur für Arbeit Remscheid 97 neue Stellen gemeldet, das sind 64 (-39,8 Prozent) weniger als im Vormonat. Somit wurden seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahr 215 (-24,7 Prozent) neue Stellen weniger gemeldet. Im Bestand befinden sich nun insgesamt 420 offene Stellen. Das sind 15 weniger als im Vormonat und 31 mehr als im Vorjahresmonat.

Jugendarbeitslosigkeit

Aktuell sind 325 junge Menschen unter 25 Jahren von Jugendarbeitslosigkeit betroffen - im Vergleich zum Vormonat sind dies 38 Jugendliche (+13,2 Prozent) mehr. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Jugendarbeitslosigkeit um 19 Personen (-5,5 Prozent) gesunken.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken. Aktuell sind 1.569 Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, das sind 343 (-17,9 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Von den Langzeitarbeitslosen werden 89,1 Prozent (1.398 Personen) in der Grundsicherung betreut.

Unterbeschäftigung            

Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zur Arbeitslosigkeit auch Personen, die als Teilnehmer von Maßnahmen, aufgrund von Krankheit oder sonstigen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden. Die Unterbeschäftigung umfasst aktuell 5.566 Personen; das sind 160 Personen mehr als im Vormonat und 185 Menschen (-3,2 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

Der Arbeitsmarkt in Solingen

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Aktuell sind in Solingen 5.992 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 117 Personen oder 1,9 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Juni des Vorjahres sind dies 746 Personen (-11,1 Prozent) weniger. Die Arbeitslosenquote beträgt 6,9 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich noch auf 7,8 Prozent (-0,9 Prozentpunkte).

Im aktuellen Monat meldeten sich 731 Personen neu oder erneut arbeitslos, 850 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Entwicklung der Stellenangebote

Im Juni 2022 wurden der Agentur für Arbeit Solingen 178 neue Stellen gemeldet, das sind 27 (-13,2 Prozent) weniger als im Vormonat. Somit wurden seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahr 266 (-20,9 Prozent) neue Stellen weniger gemeldet. Im Bestand befinden sich nun insgesamt 562 offene Stellen. Das sind 25 mehr als im Vormonat und 36 weniger als im Vorjahresmonat.

Jugendarbeitslosigkeit

Aktuell sind 579 junge Menschen unter 25 Jahren von Arbeitslosigkeit betroffen - im Vergleich zum Vormonat 17 Jugendliche (-2,9 Prozent) weniger. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Jugendarbeitslosigkeit um 159 Personen (-21,5 Prozent) gesunken.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Aktuell sind 3.159 Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, das sind 141 (+4,7 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Von den Langzeitarbeitslosen werden 92,8 Prozent (2.930 Personen) in der Grundsicherung betreut.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zur Arbeitslosigkeit auch Personen, die als Teilnehmer von Maßnahmen, aufgrund von Krankheit oder sonstigen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden. Die Unterbeschäftigung umfasst aktuell 8.133 Personen. Das sind 104 Personen weniger als im Vormonat, und 803 Menschen (-9,0 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

Der Arbeitsmarkt in Wuppertal

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Aktuell sind in Wuppertal 15.667 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 154 Personen oder 1,0 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Juni des Vorjahres sind dies 1.926 Personen (-10,9 Prozent) weniger. Die Arbeitslosenquote beträgt 8,5 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich noch auf 9,5 Prozent (-1,0 Prozentpunkt).

Im aktuellen Monat meldeten sich 2.510 Personen neu oder erneut arbeitslos, 2.671Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Entwicklung der Stellenangebote

Im Juni 2022 wurden der Agentur für Arbeit Wuppertal 316 neue Stellen gemeldet, das sind 26 (-7,6 Prozent) weniger als im Vormonat. Somit wurden seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahr 325 (-13,7 Prozent) neue Stellen weniger gemeldet. Im Bestand befinden sich nun insgesamt 1.336 offene Stellen. Das sind 34 mehr als im Vormonat und 31 mehr als im Vorjahresmonat.

Jugendarbeitslosigkeit

Aktuell sind 1.529 junge Menschen unter 25 Jahren von Arbeitslosigkeit betroffen - im Vergleich zum Vormonat sind dies 28 Jugendliche (+1,9 Prozent) mehr. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Jugendarbeitslosigkeit um 235 Personen (-13,3 Prozent) gesunken.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken. Aktuell sind 7.418 Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, das sind 1.082 (-12,7 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Von den Langzeitarbeitslosen werden 92,2 Prozent (6.840 Personen) in der Grundsicherung betreut.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zur Arbeitslosigkeit auch Personen, die als Teilnehmer von Maßnahmen, aufgrund von Krankheit oder sonstigen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden. Die Unterbeschäftigung umfasst aktuell 26.804 Personen. Das sind 30 Personen weniger als im Vormonat, und 2.278 Menschen (-7,8 Prozent) weniger alsvor einem Jahr.