31.08.2022 | Presseinfo Nr. 146

Absehbarer Anstieg der Arbeitslosigkeit

Im Bergischen Städtedreieck ist insbesondere die Zahl der jungen arbeitslos gemeldeten Menschen stärker als für die Saison üblich gestiegen. Grund ist vor allem die fortschreitende Registrierung ukrainischer Geflüchteter.

Im August waren im Agenturbezirk 27.854 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 1.276 Personen oder 4,8 Prozent mehr als einen Monat zuvor. Die Arbeitslosigkeit bleibt damit weiterhin unter der des Vorjahres – um 315 Personen oder 1,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt 8,4 Prozent.

„Nicht unerwartet ist die Arbeitslosigkeit im August deutlich gestiegen. Mittlerweile ist ein großer Teil der ukrainischen Geflüchteten in den Jobcentern registriert und sie werden dadurch in der Arbeitsmarktstatistik sichtbar. In der Folge verstärkt sich die Zahl arbeitslos gemeldeter Menschen – insbesondere bei den Jugendlichen. Diese Zunahme ergibt sich in geringem Umfang durch junge Menschen unter 25 Jahre, die sich nach dem Abschluss ihrer Ausbildung für eine kurze Zeit des Übergangs arbeitslos melden, nun kommen die neu gemeldeten ukrainischen Jugendlichen dazu“, kommentiert Martin Klebe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal die aktuellen Daten zum Arbeitsmarkt.

Aufgrund der aktuellen Situation ist der etwas deutlichere Anstieg bei den arbeitslos gemeldeten Kundinnen und Kunden der Jobcenter nicht überraschend, aber ungewöhnlich für die Jahreszeit. Im August waren in den Jobcentern des Agenturbezirks insgesamt 20.600 Menschen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit dem Vormonat sind das 7,7 Prozent oder 1.476 Personen mehr.

„Damit die Geflüchteten die Möglichkeit haben, ihrer Qualifikation angemessene Arbeit zu finden, ist es wichtig, individuelle Lösungen für Kinderbetreuung und für den Spracherwerb zu finden. Sprache und die Betreuung der Kinder spielen bei der Integration der Menschen in den Arbeitsmarkt bekanntlich eine sehr wichtige Rolle“, so Klebe weiter.

Entwicklung im Städtedreieck:

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Im Vergleich zum Vormonat ist die Arbeitslosigkeit um 1.276 (4,8 Prozent) auf 27.854 Personen gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr sind 315 Menschen (-1,1 Prozent) weniger arbeitslos gemeldet.

Arbeitslosenquoten

Die Arbeitslosenquote beträgt im Agenturbezirk 8,4 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 8,5 Prozent. Die Spanne reichte im August 2022 von 7,3 Prozent in Remscheid, über 7,7 Prozent in Solingen bis 9,2 Prozent in Wuppertal.

Stellenentwicklung

553 neue Stellengesuche, 2 mehr als im Vormonat, 82 weniger als im Vorjahr.

Die Nachfrage an Arbeitskräften ist im Bergischen Städtedreieck um rund 13 Prozent (-82 Stellen) im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken. gegenüber Juli 2022 wurden 2 (+0,4 Prozent) neue Stellen mehr gemeldet.

In folgenden Berufsgruppen werden Arbeitskräfte gesucht:
Metallbearbeitung * Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag * Büro und Sekretariat * Verkauf * Werbung und Marketing * Maschinenbau- und Betriebstechnik * Arzt- und Praxishilfe * Erziehung, Sozialarbeit, Heilerziehungspflege

Bei den neu gemeldeten Stellenangeboten handelt es sich überwiegend um Stellen der Arbeitnehmerüberlassung. Es werden aber auch Stellen aus den Wirtschaftsabschnitten des verarbeitenden Gewerbes, den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, aus Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen sowie des Gesundheits- und Sozialwesens und aus Verkehr und dem Lagerwesen gemeldet.

Ukrainische Kriegsgeflüchtete im Bergischen Städtedreieck

Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine am 24. Februar sind zahlreiche ukrainische Staatsangehörige vor der Kriegsgewalt nach Deutschland geflohen. Von Februar bis einschließlich Mai konnten Ukrainerinnen und Ukrainer Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten. Nachdem die EU die sogenannte Massenzustromrichtlinie in Kraft gesetzt hat, bestand für alle geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer vom 1. Juni bis 31. August die Möglichkeit, in den Jobcentern einen Antrag auf Grundsicherung für Arbeitsuchende zu stellen.

In den vergangenen Monaten ist der Übergang der vor dem russischen Angriffskrieg geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer in die Jobcenter sehr gut vorangekommen. Dabei standen zunächst – wie bei allen anderen erwerbsfähigen Hilfebedürftigen – die Leistungen zum täglichen Leben, die Kosten für Unterkunft und Heizung im Vordergrund. Nun geht es daran, die Unterstützung der Menschen aus der Ukraine zu vertiefen, sie zum Arbeitsmarkt zu beraten, Qualifizierungen zu vermitteln und zu fördern sowie beim notwendigen Spracherwerb zu unterstützen. Bereits vorhandene Kompetenzen und Fähigkeiten erleichtern den Zugang zum Arbeitsmarkt.

Zum Stichtag am 11. August waren im Bergischen Städtedreieck rund 2.600 aus der Ukraine geflüchtete, erwerbsfähige Personen arbeitslos gemeldet. Diese Zahl ergibt sich aus der Differenz der im Februar vor dem Tag des russischen Angriffs und der im August im Agenturbezirk arbeitslos gemeldeten ukrainischen Staatsangehörigen.

Der Personenkreis der Geflüchteten wird nahezu ausschließlich im Rechtskreis des SGB II betreut.

➢ Informationen und Unterstützungsangebote für aus der Ukraine Geflüchtete:

Der Arbeitsmarkt in Remscheid

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Aktuell sind in Remscheid 4.296 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 55 Personen oder 1,3 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum August des Vorjahres sind dies 17 Personen (-0,4 Prozent) weniger. Die Arbeitslosenquote beträgt 7,3 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 7,2 Prozent (+0,1 Prozentpunkte).

Im aktuellen Monat meldeten sich 958 Personen neu oder erneut arbeitslos, 913 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Entwicklung der Stellenangebote

Im August 2022 wurden der Agentur für Arbeit Remscheid 125 neue Stellen gemeldet, das sind 14 (12,6 Prozent) mehr als im Vormonat. Somit wurden seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahr 286 (-24,3 Prozent) neue Stellen weniger gemeldet. Im Bestand befinden sich nun insgesamt 416 offene Stellen. Das sind 23 weniger als im Vormonat und 57 weniger als im Vorjahresmonat.

Jugendarbeitslosigkeit

Aktuell sind 335 junge Menschen unter 25 Jahren von Jugendarbeitslosigkeit betroffen - im Vergleich zum Vormonat sind dies 6 Jugendliche (-1,8 Prozent) weniger. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Jugendarbeitslosigkeit um 14 Personen (-4,0 Prozent) gesunken.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken. Aktuell sind 1.571 Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, das sind 251 (-13,8 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Von den Langzeitarbeitslosen werden 89,0 Prozent (1.398 Personen) in der Grundsicherung betreut.

Unterbeschäftigung            

Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zur Arbeitslosigkeit auch Personen, die als Teilnehmer von Maßnahmen, aufgrund von Krankheit oder sonstigen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden. Die Unterbeschäftigung umfasst aktuell 5.710 Personen; das sind 30 Personen mehr als im Vormonat und 123 Menschen (+2,2 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Geflüchtete aus der Ukraine

Die Zahl der leistungsberechtigten Personen aus der Ukraine hat sich in Remscheid im Vergleich zum Vormonat nochmals auf nunmehr 491 erhöht. Im Juli waren 415 erwerbsfähige Personen mit Staatsangehörigkeit Ukraine zur Arbeitsvermittlung gemeldet. Im Juni waren es 314.

Der Arbeitsmarkt in Solingen

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Aktuell sind in Solingen 6.608 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 258 Personen oder 4,1 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum August des Vorjahres sind dies 25 Personen (+0,4 Prozent) mehr. Die Arbeitslosenquote beträgt 7,7 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich noch auf 7,6 Prozent (+0,1 Prozentpunkte).

Im aktuellen Monat meldeten sich 1.221 Personen neu oder erneut arbeitslos, 965 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Entwicklung der Stellenangebote

Im August 2022 wurden der Agentur für Arbeit Solingen 120 neue Stellen gemeldet, das sind 46 (-27,7 Prozent) weniger als im Vormonat. Somit wurden seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahr 317 (-19,7 Prozent) neue Stellen weniger gemeldet. Im Bestand befinden sich nun insgesamt 521 offene Stellen. Das sind 61 weniger als im Vormonat und 91 weniger als im Vorjahresmonat.

Jugendarbeitslosigkeit

Aktuell sind 900 junge Menschen unter 25 Jahren von Arbeitslosigkeit betroffen - im Vergleich zum Vormonat 240 Jugendliche (+36,4 Prozent) mehr. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Jugendarbeitslosigkeit um 153 Personen (+20,5 Prozent) gestiegen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Aktuell sind 3.215 Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, das sind 200 (+6,6 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Von den Langzeitarbeitslosen werden 93,3 Prozent (2.998 Personen) in der Grundsicherung betreut.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zur Arbeitslosigkeit auch Personen, die als Teilnehmer von Maßnahmen, aufgrund von Krankheit oder sonstigen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden. Die Unterbeschäftigung umfasst aktuell 8.718 Personen. Das sind 331 Personen mehr als im Vormonat, und 29 Menschen (-0,3 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

Geflüchtete aus der Ukraine

Die Zahl der leistungsberechtigten Personen aus der Ukraine hat sich in Solingen im Vergleich zum Vormonat nochmals auf nunmehr 577 erhöht. Im Juli waren 505 erwerbsfähige Personen mit Staatsangehörigkeit Ukraine zur Arbeitsvermittlung gemeldet. Im Juni waren es 140.

Der Arbeitsmarkt in Wuppertal

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Aktuell sind in Wuppertal 16.950 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 963 Personen oder 6 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum August des Vorjahres sind dies 323 Personen (-1,9 Prozent) weniger. Die Arbeitslosenquote beträgt 9,2 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich noch auf 9,3 Prozent (-0,1 Prozentpunkte).

Im aktuellen Monat meldeten sich 3.746 Personen neu oder erneut arbeitslos, 2.817 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Entwicklung der Stellenangebote

Im August 2022 wurden der Agentur für Arbeit Wuppertal 308 neue Stellen gemeldet, das sind 34 (+12,4 Prozent) mehr als im Vormonat. Somit wurden seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahr 398 (-13,2 Prozent) neue Stellen weniger gemeldet. Im Bestand befinden sich nun insgesamt 1.315 offene Stellen. Das sind 46 weniger als im Vormonat und 106 mehr als im Vorjahresmonat.

Jugendarbeitslosigkeit

Aktuell sind 1.860 junge Menschen unter 25 Jahren von Arbeitslosigkeit betroffen - im Vergleich zum Vormonat sind dies 220 Jugendliche (+13,4 Prozent) mehr. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Jugendarbeitslosigkeit um 51 Personen (-2,7 Prozent) gesunken.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken. Aktuell sind 7.361 Menschen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, das sind 1.021 (-12,2 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Von den Langzeitarbeitslosen werden 92,2 Prozent (6.786 Personen) in der Grundsicherung betreut.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zur Arbeitslosigkeit auch Personen, die als Teilnehmer von Maßnahmen, aufgrund von Krankheit oder sonstigen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden. Die Unterbeschäftigung umfasst aktuell 27.601 Personen. Das sind 880 Personen mehr als im Vormonat, und 1.144 Menschen (-4,0 Prozent) weniger alsvor einem Jahr.

Geflüchtete aus der Ukraine

Die Zahl der leistungsberechtigten Personen aus der Ukraine hat sich in Wuppertal im Vergleich zum Vormonat deutlich auf nunmehr 1.531 erhöht. Im Juli waren 802 erwerbsfähige Personen mit Staatsangehörigkeit Ukraine zur Arbeitsvermittlung gemeldet. Im Juni waren es 386.