31.03.2022 | Presseinfo Nr. 59

Ausbildungsmarkt im Wandel

Bewerberentwicklung insgesamt kritisch
Deutliche Stellenrückgänge in Wuppertal
Solingen und Remscheid mit Stellenzuwächsen

Agenturbezirk Solingen-Wuppertal

Der Ausbildungsmarkt leidet deutlich stärker als der Arbeitsmarkt unter den Auswirkungen der Pandemie. Zur Halbzeit des laufenden Ausbildungsjahres liegt die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber im Städtedreieck unter dem Niveau des Vorjahres. Gleiches gilt auch für die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen. Schaut man auf die Städte in unserer Region, dann sind die Entwicklungen allerdings höchst unterschiedlich.

Während in Wuppertal die Zahl der Bewerber*innen leicht höher als im März des letzten Jahres ist, können in Remscheid und Solingen zurzeit deutlich weniger Bewerberinnen und Bewerber als zum Vorjahreszeitpunkt registriert werden.

Umgekehrt verhält es sich bei den gemeldeten Ausbildungsstellen. So fehlen in Wuppertal gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt derzeit gut 250 Ausbildungsstellen, wohingegen Remscheid und Solingen zum Teil deutlich über Vorjahresniveau liegen. Diese Entwicklung führt in beiden Städten dazu, dass die Zahl der gemeldeten Ausbildungssuchenden nicht annähernd ausreichen würde, die offenen Stellen zu besetzen. In Remscheid fehlen aktuell 220, in Solingen 122 Bewerberinnen und Bewerber, um die gemeldeten Stellen zumindest rechnerisch besetzen zu können.

Rückgang bei den gemeldeten Bewerberinngen und Bewerbern:
„Im laufenden Berichtsjahr, also seit Oktober 2021, finden noch zu wenige Schülerinnen und Schüler den Weg in den Ausbildungsmarkt. Mit der kontinuierlichen Präsenz der Berufsberatung an den Schulen ist es gelungen, den Mangel an Bewerberinnen und Bewerbern kontinuierlich zu reduzieren. Gemeinsam mit den Schulen und unseren Partnern werden wir diese Bemühungen fortsetzen! Vor allem wollen wir uns um die Schulabgänger kümmern, die noch keine Anschlussperspektive haben. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind so gut wie seit vielen Jahren nicht mehr,“ appelliert Martin Klebe, Chef der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal an die Jugendlichen und ihre Eltern, die vielfältigen Möglichkeiten zu nutzen.

Eine wesentliche Ursache für die bisherige Entwicklung ist die durch die Pandemie stark beeinträchtigte Berufsorientierung. Leider konnten während der Pandemie viele Praktika nicht stattfinden. Damit wird noch einmal deutlich, wie wichtig es für die jungen Menschen ist, ihre Interessen auch einmal praktisch erproben zu können. Auch mit Blick auf die folgenden Ausbildungsjahre läuft bis zum 08.08.2022 die landesweite Initiative des Ausbildungskonsens ‚Praktikum jetzt!‘. Jugendliche haben durch diese Initiative außer der Reihe die Möglichkeit, die Welt der Berufe live – und damit auch die Karrieremöglichkeiten und Lebensperspektiven kennen zu lernen, die sich auf einer Ausbildung errichten lassen.

Entwicklung der unbesetzten Ausbildungsstellen sowie unversorgten Bewerberinnen und Bewerber:
Trotz des aktuell festzuhaltenden Stellenrückgangs stehen im Bergischen Städtedreieck rein rechnerisch rund 1.500 unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern 1.646 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber. Dies unterstreicht noch einmal, wie gut die Chancen aus Sicht der Jugendlichen sind, in diesem Jahr in eine Ausbildung einzumünden. „Selbstverständlich vermitteln wir auch über Stadtgrenzen hinweg, um möglichst vielen Betrieben Ausbildungsplatzsuchende vorschlagen zu können,“ unterstreicht Martin Klebe.

Bis März 2022 sind im Agenturbezirk Solingen-Wuppertal insgesamt 2.516 Berufsausbildungsstellen gemeldet worden. Dem gegenüber stehen 2.747 Bewerber und Bewerberinnen, die sich im Laufe des Berichtsjahres bei den Agenturen für Arbeit vor Ort gemeldet haben. Auf eine/n Bewerber/in kommen damit 0,9 Ausbildungsplätze. Zurzeit sind noch 1.495 junge Frauen und Männer auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Gleichzeitig sind noch 1.646 Ausbildungsplätze unbesetzt. Somit kommen auf jede/n unversorgten Bewerber/in 1,1 unbesetzte Berufsausbildungsstellen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl von Bewerber/innen um 4,6 Prozent gesunken. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Ausbildungsstellen um 5,3 Prozent gesunken.

Hilfen der Agentur für Arbeit:
Die Agentur für Arbeit bietet viele Hilfen zum Start und während einer Berufsausbildung an. So können beispielsweise Kosten übernommen werden, die bei Vorstellungsgesprächen oder Aufnahme eines weiter entfernten Ausbildungsplatzes anfallen – sofern die / der Jugendliche die Mittel nicht selbst aufbringen kann. Während der Ausbildung kann Nachhilfe gefördert werden. Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, können durch eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme oder eine betriebliche Einstiegsqualifizierung fit für den Berufseinstieg gemacht werden.

Die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal bietet Jugendlichen in allen drei Städten ihre Berufsberatung an.

Infos für Bewerber*innen – der heiße Draht zur Berufsberatung:

Remscheid: 02191 4606-345
Remscheid.Berufsberatung@arbeitsagentur.de

Solingen: 0212 2355-345
Solingen.Berufsberatung@arbeitsagentur.de

Wuppertal: 0202 2828-345
Wuppertal.Berufsberatung@arbeitsagentur.de 

Service-Telefonnummer: 0800 4 5555 00 (kostenfrei)

Weiterführende Informationen gibt es im Internet unter: https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/solingen-wuppertal/berufsberatung/berufsberatung

Infos für Arbeitgeber*ínnen:
Betriebe, die jetzt noch einen Azubi suchen, sollten ihre freie Ausbildungsstelle sofort der Agentur für Arbeit melden, um einen geeigneten Auszubildenden oder eine geeignete Auszubildende zu finden. Der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal informiert Arbeitgeber*innen gerne telefonisch oder per E-Mail:

Kostenfreie Service-Hotline für Arbeitgeber: 0800 5 4444 20

Der Ausbildungsmarkt in den drei Städten im Einzelnen

Remscheid

410 Jugendliche aus Remscheid haben sich an die Berufsberatung der Jugendberufsagentur gewandt, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Insgesamt sind das 47 Personen (-10,3 Prozent) weniger als im Vorjahr. 197 Jugendliche sind davon aktuell noch unversorgt: 49 Personen (-19,9 Prozent) weniger als ein Jahr zuvor. Der Vielzahl an Bewerbern und Bewerberinnen stehen 630 gemeldete Berufsausbildungsstellen gegenüber, von denen aktuell noch 423 Ausbildungsplätze unbesetzt sind. Im Vergleich zum Vorjahr sind seit Beginn des Berichtsjahres 75 Ausbildungsstellen (13,5 Prozent) mehr gemeldet worden.

Solingen

493 Jugendliche aus Solingen haben sich an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit gewandt, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Insgesamt sind das 111 Personen (-18,4 Prozent) weniger als im Vorjahr. 263 Jugendliche sind davon aktuell noch unversorgt: 37 Personen (-12,3 Prozent) weniger als ein Jahr zuvor. Den Bewerberinnen und Bewerbern stehen 615 gemeldete Berufsausbildungsstellen gegenüber, von denen aktuell noch 431 Ausbildungsplätze unbesetzt sind. Im Vergleich zum Vorjahr sind seit Beginn des Berichtsjahres 37 Ausbildungsstellen (6,4 Prozent) mehr gemeldet worden.

Wuppertal

1.844 Jugendliche aus Wuppertal haben sich an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit gewandt, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Insgesamt sind das 26 Personen (1,4 Prozent) mehr als im Vorjahr. 1.035 Jugendliche sind davon aktuell noch unversorgt: 28 Personen (2,8 Prozent) mehr als ein Jahr zuvor. Den Bewerberinnen und Bewerbern stehen 1.271 gemeldete Berufsausbildungsstellen gegenüber, von denen aktuell noch 792 Ausbildungsplätze unbesetzt sind. Im Vergleich zum Vorjahr sind seit Beginn des Berichtsjahres 253 Ausbildungsstellen (-16,6 Prozent) weniger gemeldet worden.