27.01.2022 | Presseinfo Nr. 2

Bilanz für den Arbeitsmarkt 2021

Arbeitsmarkt erholt sich im zweiten Corona-Jahr
Rückgang der Arbeitslosigkeit besonders ab der zweiten Jahreshälfte
Zahl der Arbeitslosen sinkt durchschnittlich um 1,2 Prozent
Arbeitslosenquote durchschnittlich bei 5,2 Prozent
Deutlicher Rückgang bei den Jugendlichen
Anstieg der Arbeitskräftenachfrage um rund 18 Prozent
Vermehrte Zuwächse bei den Beschäftigten

Im Großen und Ganzen war die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Verlauf des Jahres 2021 positiv. Anfangs war sie noch spürbar von der Pandemie und den Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung geprägt. Zum Ende des ersten Quartals setzte die Erholung ein. Im Mai lag die Arbeitslosigkeit erstmals wieder unter den Werten von 2020. Im weiteren Verlauf ging sie bis zum Jahresende weiter zurück und zeigte bis zum Jahresende sogar wieder die saisontypische Dynamik,“ fasst Dagmar Froelich, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stade, zusammen.

„Diese positive Entwicklung ist im Bereich der Grundsicherung leider nicht zu verzeichnen. Wir hatten in 2020, mit Beginn der Corona-Pandemie, zwar nicht die massiven Anstiege wie im Bereich der Arbeitslosenversicherung zu vermelden, jedoch lag die durchschnittliche Arbeitslosigkeit im vergangenen Jahr über dem Vorjahreswert,“ erläutert Dr. Anja Wode, Geschäftsführerin vom Jobcenter Stade. „Die Auswirkungen der Corona bedingten Einschränkungen auf den Arbeitsmarkt wurden inzwischen zu einem großen Teil abgebaut, sind aber nach wie vor, insbesondere in einer gestiegenen Langzeitarbeitslosigkeit, sichtbar,“ ergänzt Torsten Stoltz, Geschäftsführer des Jobcenter Cuxhaven.

Im Jahresdurchschnitt waren 16.260 Personen bei der Agentur für Arbeit Stade arbeitslos gemeldet. Das ist ein Rückgang um -1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2020: 16.464 Personen). Die Arbeitslosenquote lag bei 5,2 Prozent. Im Vorjahr betrug sie 5,3 Prozent.

Zur Jahresmitte waren im Agenturbezirk Stade 173.812 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Innerhalb eines Jahres wuchs die Zahl der Beschäftigten um 2.874 Personen an; eine Zunahme um 1,7 Prozent. Dieser Wert lag ist vergleichbar mit den Steigerungsraten aus Vor-Corona-Zeiten; in 2020 lag sie lediglich bei 0,9 Prozent.

Die Analyse des Arbeitsmarktes 2021 finden Sie hier als PDF Dokument: Analyse des Arbeitsmarktes (Agentur für Arbeit Stade 2021) (PDF, , Barrierefrei)

Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Stade

Die Arbeitslosigkeit ist in 2021 gesunken. Im vergangenen Jahr waren durchschnittlich 16.260 Personen arbeitslos gemeldet. Das waren -204 Personen (-1,2 Prozent) weniger als im Vorjahr. Im Bundes- und Landesvergleich fällt der Rückgang damit etwas geringer aus (Niedersachsen – 3,3 Prozent, Bund -3,0).  

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf zeigt den kontinuierlichen Rückgang seit März und das Unterschreiten des jeweiligen Vorjahresmonats ab Mai.

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

Die Entwicklung stellt sich innerhalb der beiden Rechtskreise unterschiedlich dar. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGBIII) war ein Rückgang von -4,7 Prozent (-333 Personen) zu verzeichnen. Im Bereich der Grundsicherung (SGBII) ein Anstieg von 1,4 Prozent (+129 Personen). Diese Entwicklung entspricht der Entwicklung im Land Niedersachsen sowie der in Gesamtdeutschland.  

Struktur der Arbeitslosigkeit

Strukturmerkmale – Personengruppen

 

Innerhalb der Personengruppen stellte sich die Entwicklung unterschiedlich dar. Den höchsten Rückgang gab es bei den Jugendlichen bis 25 Jahre (-8,6 Prozent). Die Personengruppe der Langzeitarbeitslosen verzeichnete den höchsten Anstieg mit 23,7 Prozent.

Arbeitskräftenachfrage - Stellenmarkt

Dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Stade wurden 2021 wieder deutlich mehr Arbeitsstellen als im Vorjahr gemeldet (+ 14,3 Prozent) Insgesamt meldeten Unternehmen 9.830 freie Arbeitsstellen. (2020: 8.599, in 2019 waren es 12.017). Im Vergleich zum Landesergebnis für Niedersachsen (+24,5 Prozent) fällt die Entwicklung für den Agenturbezirk ungünstiger aus.

Der größte Anteil der gemeldeten Stellen entfiel auf den Bereich der Arbeitnehmerüberlassung. An zweiter und dritter Stelle folgen der Handel und das Gesundheits- und Sozialwesen. Auch im Öffentlichen Dienst wurden vermehrt Stellen gemeldet. Insgesamt haben die meisten Branchen deutliche Anstiege zu verzeichnen. Der Vergleich zum Vorvorjahr (2019) zeigt, dass aber noch nicht ganz das Niveau von vor der Corona-Krise erreicht wurde.

Kurzarbeit

Kurzarbeit war auch 2021 weiter ein bedeutendes Thema, wenn auch nicht so signifikant wie im ersten pandemischen Jahr. In 2021 wurde Kurzarbeit zunehmend auch in Anspruch genommen, weil Firmen von den indirekten Folgen der Pandemie (Lieferengpässe von Rohstoffen und Vorprodukten) betroffen waren.

Bezogen auf die Zahl der Beschäftigten wurde im Juni 2021 konjunkturelles Kurzarbeitergeld im Agenturbezirk von 4,7 Prozent in Anspruch genommen. Mit 11,7% war der Bereich ʹEinzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) ʹ am stärksten vertreten.

Nach hochgerechneten Zahlen bezogen im Berichtsmonat August 2021 insgesamt 626 Betriebe und 3.076 Personen konjunkturelles Kurzarbeitergeld. Bis Juli 2021 haben 1.160 Betriebe mit 6.887 Personen Kurzarbeitergeld erhalten. Unter den Kurzarbeitern waren 3.534 Männer und 3.353 Frauen.

Realisierte Kurzarbeit in den Landkreisen

Endgültige Daten liegen nach fünf Monaten Wartezeit mit Stand Juni 2021 vor.)

Die Arbeitslosigkeit in den Landkreisen (Jahresdurchschnittswerte 2021)

Agentur für Arbeit Stade gesamt:                  5,2 %

Niedersachsen:                                           5,5%

Deutschland:                                               5,7%                                                                          

Landkreis Cuxhaven

5,7 %

5.971 Arbeitslose

 Landkreis Rotenburg 

3,6 %

3.356 Arbeitslose

 

Landkreis Stade

6,0 %

6.933 Arbeitslose

  Arbeitslosenzahl

Veränderung

gegenüber

Vorjahr

Arbeitslosenquote

(Vorjahreswert)

Agentur für Arbeit Stade 

16.260

-204 / -1,2%

5,2% / (5,3%)

Landkreis Cuxhaven

5.971

-148 /-2,4%

5,7% / (5,9%)

Landkreis Rotenburg  

3.356

  -302 / -8,2%

3,6% / (4,0%)

Landkreis Stade

6.933

+246 / +3,7 %

6,0% / (5,9%)

Landkreis Cuxhaven

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Cuxhaven verzeichnete im Jahr 2021 einen Rückgang um -2,4 Prozent. Im Jahresdurchschnitt waren 5.971 arbeitslos gemeldet, dies sind 148 Personen weniger als in 2020. Die Quote sank um -0,2 Prozent auf 5,7 Prozent. 2.412 Personen waren im Rechtskreis SGB III und 3.559 Personen im Rechtskreis SGB II gemeldet.

Landkreis Rotenburg/Wümme

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Rotenburg verzeichnete im Jahr 2021 einen Rückgang um -8,2 Prozent. Die Arbeitslosenzahl lag bei durchschnittlich 3.356 Personen, das sind 302 Personen weniger als im Vorjahr. Die Quote stieg um 0,4 Prozent auf 3,6 Prozent. 1.574 Personen waren im Rechtskreis SGBIII gemeldet, 1.782 im Rechtskreis SGBII.

Landkreis Stade

Im Landkreis Stade stieg die Zahl der Arbeitslosen um 246 Personen, das ist ein Plus von 3,7 Prozent. Insgesamt waren durchschnittlich 6.933 Personen arbeitslos, davon 2.774 aus dem Rechtskreis SGB III und 4.159 aus dem des SGB II. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,0 %, (Vorjahr 5,9 %).

Ausblick 2022

„Wir erwarten einen weiteren Abbau der Arbeitslosigkeit bei zeitgleichem Anstieg der Beschäftigten. Es ist davon auszugehen, dass sich der regionale Arbeitsmarkt weiter erholt und auf das Vorkrisenniveau zurückkehrt. In fast allen Branchen entstehen neue Arbeitsplätze, auch in jenen, die durch die Schließungen besonders betroffen waren. Mit Abstand die meisten freien Stellen gibt es in den Bereichen Gesundheit, Erziehung und öffentliche Dienstleistungen sowie in der Logistikbranche. So meldet sich jetzt bereits ein Thema zurück, das den Arbeitsmarkt bis vor Ausbruch der Pandemie beherrschte: Betriebe finden kein Personal. Zwei zentrale Herausforderungen werden alle Arbeitsmarktpartner in der Zukunft beschäftigen: die Bekämpfung des Fachkräftemangels und der Langzeitarbeitslosigkeit. Um diese Herausforderungen, die über 2022 hinausreichen, zu meistern, müssen wir gemeinsam alle Potenziale der Arbeitslosen und der Beschäftigten durch Weiterbildung entwickeln und nutzen,“ fasst Dagmar Froelich zusammen.