30.09.2020 | Presseinfo Nr. 65

Kurzarbeit

Die Zahl neuer Anzeigen für Kurzarbeit hat in den letzten Monaten gegenüber dem Höchststand im März/April deutlich abgenommen. Dies kann als Anzeichen dafür gewertet werden, dass die Krise sich nicht weiter verschärft hat. Die realisierte Kurzarbeit ist auf Rekordniveau und liegt weit über den Werten in der Finanzkrise in 2008/2009.
 

Im Agenturbezirk Stade (Landkreise Cuxhaven, Rotenburg/Wümme und Stade) haben seit März 4.742 Unternehmen für bis zu 66.020 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Jetzt im September sind es noch 27 Betriebe, die für bis zu 325 Personen Kurzarbeit neu anmeldetet haben. Eine konkrete Zahl, wie viel Kurzarbeit am Ende tatsächlich genutzt und abgerechnet wird, lässt sich jeweils nach sechs Monaten ermitteln.

Zu Beginn der Corona-Krise haben sofort sehr viele Unternehmen Kurzarbeit beantragt. Die Agentur für Arbeit hat schnell und flexibel reagiert, um die Existenzsicherung zu gewährleisten. In den kommenden Wochen und Monaten werden die Schlussabrechnungen erstellt. Jeder Antrag wird gesondert geprüft, um Missbrauchsfälle aufzudecken und zu verhindern. 

„Wie plötzlich und heftig die Corona-Pandemie die regionale Wirtschaft getroffen hat, zeigen die am 30. April veröffentlichten Zahlen zur angezeigten Kurzarbeit. Im April 2020 wurden im Agenturbezirk Stade für rund 66.000 potenziell betroffene Beschäftigte in knapp 4.000 Anzeigen für eine mögliche Kurzarbeit genannt. Diese Entwicklung sucht ihresgleichen: Sie übersteigt in Bezug auf die Personenanzahl den Februar 2009, den bisherigen Rekordmonat aus der Finanzkrise 2008/2009, um das Zehnfache,“ erläutert Dagmar Froelich, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stade. „Im Gegensatz zur Corona-Krise kam die Finanzkrise hingegen nicht so plötzlich: Diese startete im Finanzsektor und erreichte erst nach und nach Handel und produzierendes Gewerbe. Viele Betriebe hatten damals mehr Zeit, um die Krise und sinkende Nachfrage zu bewerten und sich zu überlegen, wann und in welchem Umfang Kurzarbeit eine Lösung für ihr Unternehmen sein kann. Diese Zeit blieb dieses Mal nicht, und die Dramatik dieser Entwicklung zeigt sich so deutlich wie nie zuvor in den Anzeigen zur Kurzarbeit.“

Besonders stark von Kurzarbeit betroffen, sind der Handel und Einzelhandel (ohne Lebensmittel), die Gastronomie, das verarbeitende Gewerbe, das Dienstleistungsgewerbe (z.B. Reisebüros) und das Baugewerbe. Am geringsten betroffen waren und sind Beschäftigte im Energiesektor, in der Immobilienwirtschaft, in der öffentlichen Verwaltung sowie den Sozialversicherungen.

Geprüfte Anzeigen zur Kurzarbeit nach Wirtschaftsabschnitten

Die Unternehmen sichern sich durch die angezeigte Kurzarbeit drei Monate die Möglichkeit, Beschäftigte ganz oder teilweise in Kurzarbeit zu schicken und den tatsächlichen Arbeitsausfall später mittels eines Antrages abzurechnen. Betriebe, die im Juni 2020 Kurzarbeit durchgeführt haben, können diese bis Ende September 2020 bei der Agentur für Arbeit abrechnen und Leistungen beantragen.

Informationen zum Thema Kurzarbeit und zu den neuen Regelungen finden Arbeitgeber

auch auf den Internetseiten der BA: www.arbeitsagentur.de/kurzarbeit.