16.11.2020 | Presseinfo Nr. 70

Jahresbilanz am Ausbildungsmarkt 2019/2020

Das Angebot an freien Ausbildungsplätzen ist gegenüber dem Vorjahr gesunken, ebenso hat die Zahl der Bewerber gegenüber dem Vorjahr weiter abgenommen.  Die Agentur für Arbeit Stade stellt, gemeinsam mit der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade und der Industrie und Handelskammer Stade für den Elbe-Weser-Raum, die aktuellen Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr der Berufsberatung vor.
 

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt war in den vergangenen Wochen und Monaten ein absolutes Dauerthema. Die Arbeitsagentur und die Kammern haben große Anstrengungen unternommen, um möglichst vielen jungen Menschen einen Ausbildungsplatz anbieten zu können. Die Bemühungen waren letztlich erfolgreich, ein befürchteter „Corona-Jahrgang“ ist trotz eines Rückgangs an Ausbildungsverträgen weitgehend ausgeblieben.

Gemeldete Bewerber/innen:                                    3.020

Veränderung gegenüber Oktober 2018/19:             -200 bzw. -6,2 %

Gemeldete Ausbildungsstellen:                                3.496

Veränderung gegenüber Oktober 2018/19:             -146 bzw. -4,0 %

Im zurückliegenden Ausbildungsjahr (01.10.2019 – 30.09.2020) lag die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen unter dem Niveau des Vorjahres. Seit Oktober letzten Jahres hatten Unternehmen im Bezirk der Agentur für Arbeit Stade 3.496 Stellen für Auszubildende gemeldet, 146 Stellen (-4,0 Prozent) weniger als im Berichtszeitraum des letzten Jahres.

Die Zahl der gemeldeten Bewerber nahm ebenfalls weiter ab. Insgesamt nutzten 3.020 Jugendliche die Berufsberatung bei der Suche nach einer Ausbildung. Das waren 6,2 Prozent (- 200 Personen) weniger als im Berufsberatungsjahr 2018/2019. Der Rückgang beruht neben dem Corona bedingten Beratungsausfall in den Schulen auch auf rückläufigen Schülerzahlen und dem fehlenden Abiturjahrgang.

Statement Agentur für Arbeit

„Während die Entwicklung des Ausbildungsmarktes im ersten Halbjahr ähnlich wie in den Vorjahren verlief, setzte Mitte März mit dem ersten Lockdown im Zuge der Pandemie ein nicht vorhersehbarer Verlauf ein. Die Schulen schlossen, Berufsberatung war plötzlich nur noch virtuell möglich. Die Sorgen und auch Ängste angesichts von Corona, das neue Homeschooling und dergleichen mehr, stellte sowohl Eltern, Schülerinnen und Schüler als auch die Berufsberatung vor neue Herausforderungen. Schnell war die Rede davon, dass sich eine „Generation Corona“ auf dem Ausbildungsmarkt wiederfinden würde“, fasst Dagmar Froelich, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stade zusammen.

„Uns fehlte schlagartig der persönliche Zugang zu den Jugendlichen. Trotzdem ist es allen beteiligten Ausbildungsmarktakteuren mit großem Engagement und Kreativität gelungen, diese Entwicklung stärker einzudämmen, als es zu Beginn der Pandemie den Anschein hatte. Dazu beigetragen haben insbesondere die Aktivierung von Hotlines, neu entwickelte Apps, Anschreibaktionen und Videoberatung.“

Insgesamt 220 der gemeldeten Bewerbenden um einen Ausbildungsplatz blieben Ende September als unversorgt registriert (Vorjahr 80). Demgegenüber stehen jedoch noch 317 gemeldete Ausbildungsstellen, die bisher nicht besetzt werden konnten (Vorjahr: 227).

„An dieser Stelle werden die Auswirkungen der Corona-Pandemie durchaus deutlich. Das gesamte Bewerbungs- und Auswahlverfahren sowie vorgelagerte Praktika haben später eingesetzt, als sonst üblich und so manches Unternehmen hat die Ausbildungsentscheidung Richtung Jahresende verschoben,“ erläutert Dagmar Froelich weiter. „Jetzt sind wir gemeinsam mit den Kammern im Endspurt der Nachvermittlung für dieses Jahr. Mit Sorge schauen wir auf das kommende Jahr: Der aktuelle Lockdown erschwert wieder unsere persönliche Beratung in den Schulen, die Betriebe melden im Moment weniger Ausbildungsplätze und Praktika. Deshalb geht mein Appell an die Schulen und Betriebe: Lassen Sie Praktika zu und bilden Sie weiter aus! Nach Corona werden Ihnen sicher diese Fachkräfte fehlen.“

Statement Handwerkskammer

Im Handwerk lagen die Zahlen in der Region Stade Ende September mit 1.542 neuen Ausbildungsverträgen noch zwölf Prozent unter der Vorjahreszahl. Mittlerweile ist die Zahl der Lehrverträge auf 1.750 gestiegen und das Minus hat sich auf sieben Prozent verringert. „Durch den Wegfall von Ausbildungsmessen und den Ausfall von Aktionen der Handwerkskammer an den Schulen hat sich das Zusammenfinden von Jugendlichen und Ausbildungsbetrieben zeitlich nach hinten verschoben“, erklärt Günter Neumann, Leiter Berufliche Bildung bei der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. „Jetzt greifen die digitalen Methoden der Nachwuchsgewinnung wie zum Beispiel Online-Speeddatings. Das Ergebnis ist aber unter den extremen Umständen bereits jetzt bemerkenswert. Wir erwarten, dass sich die Zahlen bis zum Jahresende noch verbessern, da der Ausbildungsmarkt unverändert in Bewegung ist. Wichtig ist uns daher der Hinweis, dass bis Ende des Jahres ein Einstieg in die Ausbildung möglich ist, da alle Partner in der dualen Ausbildung darauf vorbereitet sind, auch Späteinsteiger gut zu integrieren. Wir ermuntern daher die Betriebe, weiterhin Jugendliche für das aktuelle Ausbildungsjahr zu gewinnen, um den Bedarf an handwerklichen Fachkräften zu decken.“

Statement IHK

„Das Ausbildungsjahr 2019/20 steht für Industrie, Handel und Dienstleistung im Elbe Weser Raum besonders unter dem Einfluss der Corona-Pandemie und dem fehlenden Abitur-Jahrgang. Insgesamt verzeichnen wir bei den neu eingetragenen Ausbildungsverträgen einen Rückgang von 9,5% im Vergleich zum Vorjahr “, stellt Matthias Kohlmann, Präsident der IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum, fest.

Das ist der stärkste Einbruch der Eintragungszahlen, der jemals vermeldet werden musste. Von dieser Entwicklung sind sowohl die kaufmännischen Berufe (-8,5%), als auch technischen Berufe (-12,4%) betroffen. „Die Pandemiesituation trifft viele Unternehmen. So sind leider auch die Auswirkungen auf die Ausbildungszahlen zu erklären. In der ersten Lockdown-Phase im Frühjahr waren zeitweise jedoch viel höhere Einbrüche zu verzeichnen. Viele Unternehmen fahren wirtschaftlich auf Sicht, dennoch hält ein großer Teil an der Ausbildung fest und das ist ein wichtiges Signal“, so Matthias Kohlmann weiter. „Der Ausbildungsmarkt zeigt sich trotz des Rückganges als robust. Es sind keine auffälligen Vertragslösungen zu verzeichnen. Die Unternehmen stehen zu ihrer Ausbildungsverpflichtung. Auch in der jetzt unklaren wirtschaftlichen Lage ist allen Unternehmen klar, dass wir auch in Zukunft gut ausgebildete Fachkräfte benötigen werden,“ fasst Matthias Kohlmann zusammen.

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt war in den vergangenen Wochen und Monaten ein absolutes Dauerthema. Die Arbeitsagentur und die Kammern haben große Anstrengungen unternommen, um möglichst vielen jungen Menschen einen Ausbildungsplatz anbieten zu können. Die Bemühungen waren letztlich erfolgreich, ein befürchteter „Corona-Jahrgang“ ist trotz eines Rückgangs an Ausbildungsverträgen weitgehend ausgeblieben.

Gemeldete Bewerber/innen:                                    3.020

Veränderung gegenüber Oktober 2018/19:             -200 bzw. -6,2 %

Gemeldete Ausbildungsstellen:                                3.496

Veränderung gegenüber Oktober 2018/19:             -146 bzw. -4,0 %

Im zurückliegenden Ausbildungsjahr (01.10.2019 – 30.09.2020) lag die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen unter dem Niveau des Vorjahres. Seit Oktober letzten Jahres hatten Unternehmen im Bezirk der Agentur für Arbeit Stade 3.496 Stellen für Auszubildende gemeldet, 146 Stellen (-4,0 Prozent) weniger als im Berichtszeitraum des letzten Jahres.

Die Zahl der gemeldeten Bewerber nahm ebenfalls weiter ab. Insgesamt nutzten 3.020 Jugendliche die Berufsberatung bei der Suche nach einer Ausbildung. Das waren 6,2 Prozent (- 200 Personen) weniger als im Berufsberatungsjahr 2018/2019. Der Rückgang beruht neben dem Corona bedingten Beratungsausfall in den Schulen auch auf rückläufigen Schülerzahlen und dem fehlenden Abiturjahrgang.

Statement Agentur für Arbeit

„Während die Entwicklung des Ausbildungsmarktes im ersten Halbjahr ähnlich wie in den Vorjahren verlief, setzte Mitte März mit dem ersten Lockdown im Zuge der Pandemie ein nicht vorhersehbarer Verlauf ein. Die Schulen schlossen, Berufsberatung war plötzlich nur noch virtuell möglich. Die Sorgen und auch Ängste angesichts von Corona, das neue Homeschooling und dergleichen mehr, stellte sowohl Eltern, Schülerinnen und Schüler als auch die Berufsberatung vor neue Herausforderungen. Schnell war die Rede davon, dass sich eine „Generation Corona“ auf dem Ausbildungsmarkt wiederfinden würde“, fasst Dagmar Froelich, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stade zusammen.

„Uns fehlte schlagartig der persönliche Zugang zu den Jugendlichen. Trotzdem ist es allen beteiligten Ausbildungsmarktakteuren mit großem Engagement und Kreativität gelungen, diese Entwicklung stärker einzudämmen, als es zu Beginn der Pandemie den Anschein hatte. Dazu beigetragen haben insbesondere die Aktivierung von Hotlines, neu entwickelte Apps, Anschreibaktionen und Videoberatung.“

Insgesamt 220 der gemeldeten Bewerbenden um einen Ausbildungsplatz blieben Ende September als unversorgt registriert (Vorjahr 80). Demgegenüber stehen jedoch noch 317 gemeldete Ausbildungsstellen, die bisher nicht besetzt werden konnten (Vorjahr: 227).

„An dieser Stelle werden die Auswirkungen der Corona-Pandemie durchaus deutlich. Das gesamte Bewerbungs- und Auswahlverfahren sowie vorgelagerte Praktika haben später eingesetzt, als sonst üblich und so manches Unternehmen hat die Ausbildungsentscheidung Richtung Jahresende verschoben,“ erläutert Dagmar Froelich weiter. „Jetzt sind wir gemeinsam mit den Kammern im Endspurt der Nachvermittlung für dieses Jahr. Mit Sorge schauen wir auf das kommende Jahr: Der aktuelle Lockdown erschwert wieder unsere persönliche Beratung in den Schulen, die Betriebe melden im Moment weniger Ausbildungsplätze und Praktika. Deshalb geht mein Appell an die Schulen und Betriebe: Lassen Sie Praktika zu und bilden Sie weiter aus! Nach Corona werden Ihnen sicher diese Fachkräfte fehlen.“

Statement Handwerkskammer

Im Handwerk lagen die Zahlen in der Region Stade Ende September mit 1.542 neuen Ausbildungsverträgen noch zwölf Prozent unter der Vorjahreszahl. Mittlerweile ist die Zahl der Lehrverträge auf 1.750 gestiegen und das Minus hat sich auf sieben Prozent verringert. „Durch den Wegfall von Ausbildungsmessen und den Ausfall von Aktionen der Handwerkskammer an den Schulen hat sich das Zusammenfinden von Jugendlichen und Ausbildungsbetrieben zeitlich nach hinten verschoben“, erklärt Günter Neumann, Leiter Berufliche Bildung bei der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. „Jetzt greifen die digitalen Methoden der Nachwuchsgewinnung wie zum Beispiel Online-Speeddatings. Das Ergebnis ist aber unter den extremen Umständen bereits jetzt bemerkenswert. Wir erwarten, dass sich die Zahlen bis zum Jahresende noch verbessern, da der Ausbildungsmarkt unverändert in Bewegung ist. Wichtig ist uns daher der Hinweis, dass bis Ende des Jahres ein Einstieg in die Ausbildung möglich ist, da alle Partner in der dualen Ausbildung darauf vorbereitet sind, auch Späteinsteiger gut zu integrieren. Wir ermuntern daher die Betriebe, weiterhin Jugendliche für das aktuelle Ausbildungsjahr zu gewinnen, um den Bedarf an handwerklichen Fachkräften zu decken.“

Statement IHK

„Das Ausbildungsjahr 2019/20 steht für Industrie, Handel und Dienstleistung im Elbe Weser Raum besonders unter dem Einfluss der Corona-Pandemie und dem fehlenden Abitur-Jahrgang. Insgesamt verzeichnen wir bei den neu eingetragenen Ausbildungsverträgen einen Rückgang von 9,5% im Vergleich zum Vorjahr “, stellt Matthias Kohlmann, Präsident der IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum, fest.

Das ist der stärkste Einbruch der Eintragungszahlen, der jemals vermeldet werden musste. Von dieser Entwicklung sind sowohl die kaufmännischen Berufe (-8,5%), als auch technischen Berufe (-12,4%) betroffen. „Die Pandemiesituation trifft viele Unternehmen. So sind leider auch die Auswirkungen auf die Ausbildungszahlen zu erklären. In der ersten Lockdown-Phase im Frühjahr waren zeitweise jedoch viel höhere Einbrüche zu verzeichnen. Viele Unternehmen fahren wirtschaftlich auf Sicht, dennoch hält ein großer Teil an der Ausbildung fest und das ist ein wichtiges Signal“, so Matthias Kohlmann weiter. „Der Ausbildungsmarkt zeigt sich trotz des Rückganges als robust. Es sind keine auffälligen Vertragslösungen zu verzeichnen. Die Unternehmen stehen zu ihrer Ausbildungsverpflichtung. Auch in der jetzt unklaren wirtschaftlichen Lage ist allen Unternehmen klar, dass wir auch in Zukunft gut ausgebildete Fachkräfte benötigen werden,“ fasst Matthias Kohlmann zusammen.

Berufsausbildungsstellen und Bewerber (PDF, )