30.09.2020 | Presseinfo Nr. 43

Der Arbeitsmarkt im September

- Arbeitslosenquote liegt mit 8,1 Prozent unter dem Vormonatsniveau
- Anstieg neu gemeldeter Arbeitsstellen im September

Im Vergleich zum August ist die Zahl der Arbeitslosen im September um 458 auf 8.093 Frauen und Männer gesunken. Im Vorjahresvergleich ist jedoch ein Anstieg der Arbeitslosigkeit um 736 Personen, bzw. um 10 Prozent zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Agentur für Arbeit Stendal liegt aktuell bei 8,1 Prozent und somit 0,4 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich ist die Arbeitslosenquote um 0,8 Prozentpunkte gestiegen.

Matthias Kaschte, Chef der Stendaler Arbeitsagentur macht deutlich, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt noch nicht überwunden sind. „Die Arbeitslosigkeit ist weiterhin höher als vor der Krise, es stellt sich aber eine positivere Tendenz ein", so Kaschte. „Der Arbeitsmarkt stabilisiert sich weiter, Beschäftigungsaufnahmen nehmen wieder zu und die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zum August deutlich gesunken" ergänzt er.

Einstellungen und Entlassungen auf dem Arbeitsmarkt

Die Kurzarbeit hat erheblich zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes beigetragen. So ist inzwischen wieder eine positivere Entwicklung am Arbeitsmarkt erkennbar. Im September stieg auch die Zahl der Beschäftigungsaufnahmen wieder. 659 Frauen und Männer fanden im September eine Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt, 166 mehr als im Vormonat und 60 mehr als vor einem Jahr. Zugleich sank die Zahl der Arbeitslosmeldungen nach einer Beschäftigung. 488 Frauen und Männer verloren im September ihren Job und mussten sich arbeitslos melden. Das waren 32 weniger als im Vormonat und 31 weniger als vor einem Jahr. Auch hier ist die weitere Stabilisierung des Arbeitsmarktes erkennbar. Die meisten Arbeitslosmeldungen von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kamen aus den Bereichen Handel, Instandhaltung, Reparatur von Kfz (67 Arbeitslose), Verarbeitendes Gewerbe (54 Arbeitslose) und dem Baugewerbe (42 Arbeitslose).

Anstieg neu gemeldeter Arbeitsstellen im September

Im September ist die Arbeitskräftenachfrage wieder gestiegen. Insgesamt meldeten öffentliche und private Unternehmen beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur und des Jobcenter Stendal 366 neue Stellen. Das sind 63 mehr als im Vormonat und 26 mehr als vor einem Jahr. Der Stellenbestand ist gegenüber August um 10 auf 1.625 Arbeitsstellen gesunken. Der coronabedingte Rückgang der Arbeitskräftenachfrage wird bei einem Blick auf die Zahl der seit Jahresbeginn gemeldeten Arbeitsstellen deutlich. Insgesamt wurden bisher 2.933 Stellen gemeldet, 650 weniger als im letzten Jahr.

Von den Stellenangeboten im Bestand werden u.a. Helfer in der Lebensmittelherstellung (60 Stellen), Fachkräfte im Bereich Schweiß- und Verbindungstechnik (49 Stellen), Gebäudereiniger (46 Stellen), Fachkräfte in der Altenpflege (46 Stellen) sowie Bauelektriker (44 Stellen) gesucht.

(Hinweis: Aus Gründen der Vereinfachung wurde auf die weibliche und diverse Schreibweise verzichtet.)

Kurzarbeit hat Arbeitsmarkt stabiler gehalten

Die Zahl der neuen Anzeigen auf Kurzarbeit ist im September deutlich zurückgegangen. Von März bis August sind bei der Arbeitsagentur Stendal insgesamt ca. 2000 Anzeigen auf Kurzarbeit eingegangen. Dahinter standen knapp 17.800 Beschäftigte. Im September gab es dagegen nur noch 17 neue Anzeigen für insgesamt 165 Beschäftigte.

Hochrechnungen über die tatsächlich realisierte Kurzarbeit zeigen, dass es im März ca. 4000 Kurzarbeiter in 800 Betrieben und im April 8000 Kurzarbeiter in ca. 1400 Betrieben gab. Im Mai waren es nach ersten Hochrechnungen ca. 6.500 Kurzarbeiter in 1.100 Betrieben.

Unterbeschäftigung

Der Blick auf die Unterbeschäftigung zeichnet ein umfassendes Bild von der Verfassung des Arbeitsmarktes. Denn hier werden neben Arbeitslosen auch Teilnehmer in Maßnahmen, Weiterbildungen, Vorruhestandsregelungen und arbeitsunfähig Erkrankte erfasst. Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) belief sich im September 2020 auf 11.185, das sind 102 Personen mehr als Vorjahresmonat und 459 weniger als im Vormonat. Die Unterbeschäftigungsquote beträgt aktuell 10,9 Prozent.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Die Auswertung der Daten sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter ist aus statistischen Gründen nur mit einer Zeitverzögerung von 6 Monaten möglich. Die aktuellen Daten stellen somit noch die Situation vor Umsetzung der Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie dar.

Gegenüber dem Vorjahresquartal 2020 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Agenturbezirk Stendal gesunken. Ende März 2020, dem letzten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf 62.452. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Abnahme um 181 oder 0,3 Prozent. Nach Branchen war die stärkste Zunahme im Gastgewerbe, am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung im Verarbeitenden Gewerbe.