04.01.2019 | Presseinfo Nr. 1

Arbeitslosenquote im Dezember bleibt unter der 10-Prozent-Marke

Der Dezember brachte für den Arbeitsmarkt der Region einen deutlichen Anstieg der Beschäftigungslosigkeit. 10.642 Männer und Frauen sind im Agenturbezirk Stralsund aktuell ohne Job. Das sind 1.237 Personen (13,2 Prozent) mehr als noch im November.

Für Dr. Jürgen Radloff, den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund, ist dies - trotz des Anstieges zum Vormonat - eine bemerkenswerte Entwicklung: „Die Arbeitslosenquote in unserer Region liegt aktuell bei 9,5 Prozent. Das sind zwar 1,1 Prozentpunkte mehr als im November, allerdings hatten wir seit der Wiedervereinigung noch nie einen Dezemberwert unter der 10-Prozent-Marke erreicht. Noch im letzten Jahr lag die Beschäftigungslosigkeit mit 10,6 Prozent deutlich im zweistelligen Bereich. Blickt man noch weiter zurück, kommt man gar auf Dezember-Quoten von 25,1 Prozent. So gemessen im Dezember 2004 – unmittelbar vor der Einführung des Arbeitslosengeldes II. Von solch hohen Werten ist die Region mittlerweile meilenweit entfernt.“

Der aktuelle Anstieg der Beschäftigungslosigkeit vom November zum Dezember ist für den Agenturchef indes keine Besonderheit: „Wir rechnen regelmäßig zum Ende des Jahres mit einer Zunahme der Arbeitslosenzahlen. Da bildet der aktuelle Dezember keine Ausnahme. Im Gegenteil: wenn ich mir den Verlauf des Vorjahres ansehe, mussten wir auch im Dezember 2017 einen Anstieg der Beschäftigungslosigkeit etwa in gleicher Größenordnung feststellen.“

Es ist hauptsächlich der Tourismusbereich mit den Hotellerie- und Gastronomieberufen sowie dem Handel, der zu dieser Jahreszeit für die Zunahme der Arbeitslosenzahlen sorgt. Daneben trugen aber auch der Logistik-Bereich, das Fertigungsgewerbe, der Baubereich sowie die Landwirtschaft zu einer Zunahme des Arbeitslosenbestandes bei. Der Tourismus ist und bleibt allerdings der deutliche Treiber der saisonalen Beschäftigungslosigkeit in der Region.

Besonders deutlich wird dies auch bei einem Blick auf die einzelnen Regionen des Agenturbezirkes. Dieser zeigt, dass die aktuelle Zunahme der Arbeitslosigkeit sehr unterschiedlich verteilt ist. Die beiden touristisch geprägten Regionen – die Insel Rügen und der Bereich der Agenturgeschäftsstelle Ribnitz-Damgarten – machen zusammengenommen beinahe 87 Prozent am aktuellen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk aus. Den mit Abstand stärksten Anstieg der Beschäftigungslosigkeit verzeichnete die Geschäftsstelle Bergen auf Rügen. 3.391 Männer und Frauen sind auf Deutschlands größter Insel aktuell ohne Job. Das sind 814 Personen (31,6 Prozent) mehr als noch im Vormonat. Die Arbeitslosenquote auf Rügen liegt aktuell bei 10,1 Prozent. Im Vormonat konnte noch ein Wert von 7,7 Prozent registriert werden. In der Geschäftsstelle Ribnitz-Damgarten mit der Urlaubsregion Fischland-Darß-Zingst stieg die Beschäftigungslosigkeit um 260 Personen auf nun 2.241 Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote zwischen Zingst und Marlow liegt aktuell bei 8,8 Prozent. Das ist – trotz des Anstiegs – die mit Abstand niedrigste Arbeitslosenquote unter allen Geschäftsstellen des Agenturbezirkes.

In den weniger stark vom Tourismus geprägten Regionen verlief der Anstieg der Arbeitslosigkeit deutlich verhaltener. In Grimmen sind aktuell 1.172 Personen ohne Job. Das sind 56 mehr als im November. Die Arbeitslosenquote rund um die Trebelstadt liegt aktuell bei 9,1 Prozent. In der Hansestadt Stralsund sind derzeit 2.952 Arbeitslose registriert. Gegenüber dem Vormonat sind das 40 Personen mehr. Die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet liegt bei 10,6 Prozent. Das sind gerade einmal 0,1 Prozentpunkte über dem Novemberwert.

Die Zahl der Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen hat sich im Dezember nur wenig verändert. So erwerben derzeit 686 Personen mit Unterstützung der Arbeitsagentur und des Jobcenters eine neue berufliche Qualifikation. Das sind zwei Teilnehmer weniger als im Vormonat. 55 Existenzgründer unterstützt die Arbeitsagentur mit dem Gründungszuschuss beim Aufbau eines eigenen Unternehmens. Das sind drei Personen weniger als im November. Lediglich bei den Beschäftigten in einer sogenannten Arbeitsgelegenheit sank die Teilnehmerzahl doch etwas deutlicher. 601 Männer und Frauen werden aktuell in einer umgangssprachlich auch als Ein-Euro-Job bezeichneten Maßnahme beschäftigt. Das sind 172 weniger als noch im Vormonat. Ohne die Entlastungswirkung der Arbeitsmarktpolitik läge die Arbeitslosenquote vermutlich bei 12,5 Prozent.