31.01.2019 | Presseinfo Nr. 12

Arbeitslosigkeit im Januar deutlich angestiegen

Die Arbeitslosigkeit ist im Bereich der Arbeitsagentur Stralsund ist im Monat Januar deutlich angestiegen. Fast 12.200 Männer und Frauen sind in der Region aktuell arbeitslos gemeldet. Das sind gut 1.552 mehr als noch im Vormonat und damit ein deutliches Plus von 14,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg von 9,5 Prozent im Dezember auf aktuell 10,9 Prozent. Im Vorjahr lag sie noch bei 12,1 Prozent.

Der aktuelle Anstieg der Beschäftigungslosigkeit im Agenturbezirk Stralsund ist der stärkste unter allen Arbeitsagenturen in Mecklenburg-Vorpommern. Für Dr. Jürgen Radloff, den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund, kommt diese Entwicklung nicht unerwartet. „Wir erreichen in den Wintermonaten regelmäßig den Höchststand der Arbeitslosigkeit in unserem Agenturbezirk. Hinzu kommt, dass wir die am stärksten saisonal geprägte Region im Land sind. Das betrifft im Übrigen nicht nur den Vergleich mit den anderen Landkreisen in Mecklenburg-Vorpommern. Auch bundesweit gibt es nur wenige Regionen mit vergleichbaren Saisonschwankungen.“

So waren es in diesem Monat hauptsächlich die Tourismusregionen Rügen sowie die Halbinsel-Fischland-Darß-Zingst, die den stärksten Anstieg der Beschäftigungslosigkeit zu verzeichnen hatten. Auf der Insel Rügen sind aktuell fast 4.100 Männer und Frauen ohne Job. Das sind rund 700 Personen mehr als im Dezember und entspricht einem Anstieg von 20,7 Prozent. In der Geschäftsstelle Ribnitz-Damgarten sind knapp 2.600 Arbeitslose gemeldet. Gegenüber dem Vormonat ist dies ein Zuwachs um gut 350 Personen bzw. 15,8 Prozent.

Auch in der Geschäftsstelle Grimmen und in der Hansestadt Stralsund ist die Arbeitslosigkeit angestiegen. In der Region rund um die Trebelstadt sind aktuell 1.269 Männer und Frauen ohne Job. Das sind fast 100 Personen bzw. 8,3 Prozent mehr als im Dezember. In der Hansestadt Stralsund liegt die Zahl der Arbeitslosen im aktuellen Berichtsmonat bei 3.233. Das sind gut 280 Personen (9,5 Prozent) mehr als im Vormonat. Im direkten Vergleich blieb der Anstieg in Grimmen und Stralsund allerdings weit unter dem Niveau der beiden Geschäftsstellen Rügen und Ribnitz-Damgarten.

Für den Agenturchef ist die aktuelle Entwicklung allerdings nicht nur auf den Tourismusbereich beschränkt. „Es ist ein Trugschluss zu glauben, der aktuelle Arbeitslosenanstieg resultiere nur aus den Entlassungen des Hotel- und Gastronomiebereiches und des Handels. Diese Wirtschaftsbereiche haben zwar den größten Anteil an der aktuellen Zunahme der Beschäftigungslosigkeit – immerhin ein Drittel des Anstiegs der Arbeitslosenzahlen geht auf Kosten des Tourismusgewerbes – doch gerade im Januar tragen auch andere Bereiche zur aktuellen Arbeitsmarktentwicklung bei.“ So sorgen witterungsbedingte Entlassungen im Baugewerbe in den Wintermonaten regelmäßig für eine Zunahme der Arbeitslosigkeit. Auch im Bereich Verkehr und Logistik sowie bei den Berufen des produzierenden Gewerbes stieg die Beschäftigungslosigkeit an. Im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sind in der kalten Jahreszeit ebenfalls witterungsbedingte Entlassungen zu registrieren, allerdings auf einem deutlich niedrigeren Niveau als bei anderen Branchen.

Dass sich witterungsbedingte Entlassungen in den Wintermonaten auch auf die tourismusfernen Wirtschaftsbereiche niederschlagen, lässt sich gut an der Arbeitslosigkeit nach Geschlechtern ablesen. So führen gerade die Entlassungen im Baubereich, dem Fertigungsbereich und der Logistik zu einem stärkeren Anstieg der Beschäftigungslosigkeit bei den Männern. Ihr Anteil an der Arbeitslosigkeit insgesamt liegt aktuell bei 54,3 Prozent. 6.622 Männer sind aktuell arbeitslos gemeldet. Das sind 941 Personen (16,6 Prozent) mehr als noch im Dezember. Die Zahl der arbeitslosen Frauen stieg im gleichen Zeitraum dagegen nur um 611 (12,3 Prozent) – auch eine deutliche Zunahme, allerdings nicht so stark wie bei den Männern.

Wie sich der Arbeitsmarkt im nächsten Monat entwickeln wird, lässt sich nach Einschätzung von Dr. Jürgen Radloff nur schwer sagen. „In den Wintermonaten erreichen wir im Agenturbezirk regelmäßig die höchsten Werte der Arbeitslosigkeit im Saisonverlauf. In den vergangen beiden Jahren konnten wir bereits im Februar wieder einen leichten Rückgang der Beschäftigungslosigkeit registrieren. Vieles wird wie immer in dieser Jahreszeit von der Witterungslage abhängen. Kann z.B. auf den Baustellen des Landes wieder gearbeitet werden, könnten wir schon im Februar mit einem leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit rechnen.“