30.04.2019 | Presseinfo Nr. 34

Ostergeschäft belebt den Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Stralsund ist im April deutlich gesunken. 8.894 Männer und Frauen sind in der Region zwischen dem Kap Arkona und Marlow aktuell arbeitslos gemeldet. Das sind 1.748 Personen bzw. 16,4 Prozent weniger als noch vor einem Monat.

Die Arbeitslosenquote fiel von 9,5 Prozent im März auf jetzt 7,9 Prozent. Das ist mit Abstand der niedrigste April-Wert seit der Wiedervereinigung. Im Vergleichsmonat des letzten Jahres lag die Arbeitslosenquote noch bei 9,2 Prozent.

 

„Wir liegen bereits zu diesem frühen Zeitpunkt des Jahres sehr nah an der bisherigen ‚Bestmarke‘ des Agenturbezirkes. Die erreichten wir im Oktober des letzten Jahres mit einer Arbeitslosenquote von 7,6 Prozent“, so Dr. Jürgen Radloff, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund. „Von diesem Wert trennen uns momentan gerade einmal 0,3 Prozentpunkte. Das lässt mich sehr optimistisch auf die anstehende Sommersaison blicken.“

 

Auffällig ist auch: Im Vergleich der Agenturbezirke Mecklenburg-Vorpommerns verzeichnete die Region Vorpommern-Rügen den stärksten Rückgang im Bundesland. „Im April hatte ich mit einer solchen Entwicklung allerdings durchaus gerechnet“, so Dr. Radloff. „Wir sind die am stärksten touristisch geprägte Region im Land und die Osterferien sind der traditionelle Auftakt der Urlaubssaison. Das war auch in diesem Jahr der Fall. Viele Unternehmen der Hotel- und Gastronomiebranche aber auch aus dem Handel stellten Personal ein, um sich für die anstehenden Besucherströme zu wappnen.“

 

Ein Blick auf die Arbeitslosenzahlen nach Branchen bestätigt dieses Bild. 45 Prozent des aktuellen Rückgangs der Beschäftigungslosigkeit wurde vom Tourismus beeinflusst. Doch auch andere Wirtschaftsbereiche sorgten mit ihren Personalbedarfen für eine Zunahme der Beschäftigung. „Das produzierende Gewerbe, die Bauwirtschaft und der Bereich der Verkehr- und Logistikberufe fallen hier besonders ins Auge“, so Dr. Radloff.

 

In den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes sah die Situation ähnlich aus wie im Landkreis insgesamt. Auf der Insel Rügen sank die Beschäftigungslosigkeit um 951 Männer und Frauen (28 Prozent) auf 2.449 Personen. Das ist der stärkste Rückgang unter den Geschäftsstellen im Agenturbezirk. Die Arbeitslosenquote auf Deutschlands größter Insel liegt aktuell bei 7,3 Prozent. Den zweitstärksten Rückgang verzeichnete die Geschäftsstelle Ribnitz-Damgarten. 1.675 Männer und Frauen sind hier ohne Job. Das sind 452 Personen (21,3 Prozent) weniger als im März. Die Arbeitslosenquote rund um die Bernsteinstadt liegt aktuell bei 6,6 Prozent. Das ist der niedrigste Wert unter allen Geschäftsstellen des Agenturbezirkes. In Grimmen liegt die Beschäftigungslosigkeit bei 8,4 Prozent. 1.085 Männer und Frauen sind hier arbeitslos gemeldet. Das sind 82 Personen (7 Prozent) weniger als im Vormonat. Die höchste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk verzeichnet die Hansestadt Stralsund mit 10,4 Prozent. Allerdings ist die Beschäftigungslosigkeit auch hier zurückgegangen – gegenüber dem Vormonat um 152 Personen, gegenüber dem Vorjahr sogar um 643 Personen.

 

Angesichts dieser positiven Entwicklung richtet sich der Agenturchef mit einem Appell an die Unternehmen: „Die aktuellen Zahlen zeigen vor allem eines: Der Arbeitsmarkt hat sich deutlich gewandelt. Die Zeiten der hohen Beschäftigungslosigkeit sind vorbei. Heute wird es für Unternehmen zunehmend schwieriger, gut geeignete Fachkräfte zu finden. Und das betrifft bei weitem nicht nur den Tourismusbereich. Alle Branchen sollten sich darauf einstellen, dass der Wettbewerb um Fachkräfte zunimmt. Dabei kommt der Attraktivität der Unternehmen eine immer größere Bedeutung zu. Familienfreundliche Arbeitszeiten, ganzjährige Beschäftigung, Weiterbildungsmöglichkeiten, Aufstiegschancen und nicht zuletzt auch die Entlohnung sind wichtige Kriterien, nach denen qualifizierte und mobile Arbeitskräfte ihre Arbeitsstelle aussuchen. Wer hier gut aufgestellt ist, hat deutlich weniger Probleme, seinen Personalbedarfe zu decken.“