29.05.2019 | Presseinfo Nr. 47

Neuer Rekord am Arbeitsmarkt in Vorpommern-Rügen

Niedrigste Arbeitslosenquote seit der Wiedervereinigung

Der Arbeitsmarkt der Region Vorpommern-Rügen hat einen neuen Rekordwert zu verzeichnen: Mit einer Arbeitslosenquote von 7,3 Prozent liegt die Beschäftigungslosigkeit aktuell 0,3 Prozentpunkte unter dem bisherigen Tiefstwert von 7,6 Prozent. Den erreichte der Agenturbezirk Stralsund im Oktober des letzten Jahres. Damals waren 8.577 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Heute sind es 8.268.

„Ein erstaunlicher Wert“, so Dr. Jürgen Radloff, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund. „Und das nicht nur wegen der für die Region sehr niedrigen Arbeitslosigkeit. Vor allem der frühe Zeitpunkt, zu dem wir dieses Niveau erreichen, ist bemerkenswert. Denn wir stehen aktuell noch am Anfang der Saison. Durchaus noch weitere Einstellungen – gerade im Tourismusbereich und im Handel – erwarte ich noch in den nächsten Monaten.“

Handel und Tourismus trugen aber bereits im aktuellen Berichtsmonat zu einer deutlichen Belebung des Arbeitsmarktes bei. So sank die Zahl der Männer und Frauen ohne Job um 626 Personen im Vergleich zum Vormonat. Den größten Anteil daran hatten die beiden Urlaubshochburgen: die Insel Rügen und die Region um Ribnitz-Damgarten mit der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Auf Rügen sank die Arbeitslosigkeit um fast 400 Personen (16,2 Prozent) im Vergleich zum Vormonat. Die Arbeitslosenquote auf Deutschlands größter Insel fiel um 1,1 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent. In Ribnitz-Damgarten sind aktuell fast 1.500 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das sind 180 Personen (10,7 Prozent) weniger als noch im April. Die Arbeitslosenquote fiel von 6,6 Prozent im Vormonat auf aktuell 5,9 Prozent. Damit stellt auch Ribnitz-Damgarten schon sehr frühzeitig einen neuen Rekordwert für die Geschäftsstelle ein: Die bisher niedrigste Arbeitslosenquote erreichte die Region um die Bernsteinstadt mit 6,3 Prozent im September 2018. - Nun also ein Wert unter der 6-Prozentmarke und das bereits im Mai.

Der Tourismusbereich ist aber nicht die einzige Branche, die mit ihrer Personalnachfrage für eine Senkung der Beschäftigungslosigkeit sorgte. Auch Einstellungen im produzierenden Gewerbe, im Logistikbereich und in der Bauwirtschaft führten zu einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen. „Allerdings ist die Entwicklung in diesen Branchen nicht mehr so stark zu spüren, wie in den Vormonaten“, erklärt Dr. Jürgen Radloff. „Am Beispiel der Baubranche lässt sich die aktuelle Situation gut erklären: Viele Firmen haben ihren Stellen schon im Frühjahr gemeldet und besetzt oder ihr Personal erst gar nicht in die Arbeitslosigkeit entlassen. Dadurch ist nun auch etwas weniger Bewegung am Arbeitsmarkt als noch in den Vormonaten.“

In den Regionen des Agenturbezirkes, die nicht so stark saisonal geprägt sind, wie die Urlaubshochburgen, lässt sich diese Entwicklung ebenfalls sehr gut ablesen. In Grimmen sank die Beschäftigungslosigkeit um gerade einmal 3 Personen (0,3 Prozent) auf 1.082 Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote fiel um 0,1 Prozentpunkte von 8,4 Prozent im Vormonat auf nun 8,3 Prozent. In der Hansestadt Stralsund ist die Arbeitslosigkeit sogar um 9 Personen (0,3 Prozent) angestiegen. Dass die Arbeitslosenquote trotzdem um 0,1 Prozentpunkte auf 10,3 Prozent gesunken ist, erläutert der Chef der Arbeitsagentur mit der jährlichen Anpassung der Bezugsgröße: „Um die Arbeitslosenquote zu ermitteln, wird - wie bei jeder Prozentrechnung - eine Bezugsgröße (die Zahl der zivilen Erwerbspersonen) benötigt. Und diese wird einmal im Jahr ermittelt, nämlich immer im Mai. Hier ist die Bezugsgröße stärker gestiegen als die Zahl der Arbeitslosen – speziell für die Hansestadt Stralsund ein gutes Zeichen.“

Zu einer vollständigen Betrachtung des Arbeitsmarktes gehört auch ein Blick auf die arbeitsmarktpolitischen Instrumente. Die wichtigsten seien hier beispielhaft erwähnt: 706 Männer und Frauen erwerben aktuell mit Unterstützung der Arbeitsagentur und des Jobcenters eine neue berufliche Qualifikation. Das sind 44 Personen weniger als im Vormonat und 66 mehr als im Vorjahr. 654 Teilnehmer sind derzeit in den sogenannten Arbeitsgelegenheiten beschäftigt – 74 mehr als im April und 23 mehr als im Mai des letzten Jahres. 76 Existenzgründer unterstützt die Arbeitsagentur aktuell beim Aufbau ihres eigenen Unternehmens. Ohne die Entlastungswirkung der Arbeitsmarktpolitik läge die Arbeitslosenquote vermutlich bei 10,3 Prozent.