05.06.2019 | Presseinfo Nr. 49

Arbeitslos und Urlaub – geht das?

Urlaub ist grundsätzlich für Arbeitslose möglich, auch wenn es keinen gesetzlichen Anspruch darauf gibt.

Die Ferienzeit steht bevor und für einige Arbeitslose stellt sich die Frage, ob und wie lange sie Urlaub machen und verreisen dürfen.

Urlaub ist grundsätzlich für Arbeitslose möglich, auch wenn es keinen gesetzlichen Anspruch darauf gibt. Eine vorherige Genehmigung der Arbeitsagentur ist allerdings auf jeden Fall notwendig. Wer ohne Zustimmung wegfährt, hat für diesen Zeitraum keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Für Arbeitslose steht die Suche nach einem Arbeitsplatz im Vordergrund und sie müssen deshalb jederzeit erreichbar sein. Ebenso wie in einem Betrieb, kann man auch hier nicht einfach wegfahren, sondern muss dieses vorher besprechen, beantragen und genehmigen lassen. Anders als berufstätige Arbeitnehmer haben Arbeitslose aber keinen gesetzlichen Urlaubsanspruch. Nur wenn Arbeitsmöglichkeiten oder berufliche Weiterbildungen nicht beeinträchtigt werden, gibt es grünes Licht für die Abwesenheit. Da ein Stellenangebot unter Umständen auch sehr kurzfristig vermittelt wird, kann die Genehmigung des Urlaubs für Arbeitslose daher auch nur kurzfristig erfolgen, in der Regel ein bis zwei Wochen vor dem geplanten Reisetermin. In vielen Fällen kann die Zustimmung mit einem Anruf unter der gebührenfreien Nummer 0800 4 5555 00 eingeholt werden.

Die Regelungen im Einzelnen:

Arbeitslosengeld-I-Bezieher (ALG I) müssen für die Agentur für Arbeit täglich erreichbar sein. Die Agentur kann allerdings einer Reise bzw. Urlaub von bis zu 21 Kalendertagen im Jahr und damit einer Unterbrechung der Jobsuche zustimmen, wenn die berufliche Eingliederung in dieser Zeit voraussichtlich nicht beeinträchtigt wird. Anders gesagt darf sich durch den Urlaub (juristisch wird von „Ortsabwesenheit“ gesprochen) weder ein Arbeitsangebot verzögern, ein Vorstellungsgespräch platzen noch eine Weiterbildung verschieben. Daher ist es notwendig, den beabsichtigten Urlaubszeitraum der Agentur mitzuteilen und sich das Einverständnis geben zu lassen. So können Nachteile vermieden und die Weiterzahlung des Arbeitslosengeldes gesichert werden. Wer ohne Zustimmung verreist, verliert seinen Leistungsanspruch und muss zu viel erhaltenes Geld einschließlich der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zurückzahlen.