29.08.2019 | Presseinfo Nr. 72

Sommerflaute am Arbeitsmarkt sorgt für Stagnation im August

Der August brachte für den Arbeitsmarkt des Landkreises Vorpommern-Rügen kaum Veränderungen.

7.777 Männer und Frauen sind zwischen Rügen und dem Trebeltal aktuell ohne Job. Das ist zwar ein Rückgang im Vergleich zum Vormonat aber um gerade einmal 35 Personen. Auf die Arbeitslosenquote hatte eine solch kleine Veränderung keinen Einfluss. Sie liegt - wie schon im Juli – unverändert bei 6,9 Prozent.

Für Dr. Jürgen Radloff, den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund, sind die aktuellen Zahlen nicht überraschend. „In den Sommermonaten hatte ich mit keiner großen Veränderung gerechnet. Die meisten Saisonbetriebe haben ihre Beschäftigten bereits an Bord. Das betrifft sowohl das Hotel- und Gaststättengewerbes als auch den Handel und die Bauwirtschaft. Große Personalbewegungen sind im August daher üblicherweise nicht mehr zu beobachten. Erfahrungsgemäß ist für den September wieder mit einem Rückgang der Beschäftigungslosigkeit zu rechnen. Vermutlich können wir dann vielleicht erneut einen neuen Rekordwert bei der Arbeitslosenquote vermelden.“ Die liegt mit 6,9 Prozent zum zweiten Mal in Folge auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Nur zum Vergleich: Im August des letzten Jahres lag die Arbeitslosenquote noch bei 7,9 Prozent – also einen Prozentpunkt über dem derzeitigen Wert.

Der aktuell sehr geringe Rückgang der Arbeitslosigkeit bedeutet im Übrigen nicht, dass es keine Bewegung auf dem Arbeitsmarkt gegeben hätte. Im Gegenteil: die einzelnen Personengruppen verzeichneten höchst unterschiedliche Entwicklungen. So stieg die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe unter 25 Jahre sogar an. 783 Jugendliche sind bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aktuell arbeitslos gemeldet. Das sind 80 Personen (bzw. 11,4 Prozent) mehr als im Vormonat. Für den Chef der Arbeitsagentur machen sich hier insbesondere die Arbeitslosmeldungen von jungen Leuten zwischen Schule und Ausbildungs- bzw. Studienbeginn bemerkbar aber auch Meldungen von ehemaligen Auszubildenden nach dem Abschluss ihrer Lehrzeit. Denn nicht jedes Unternehmen übernimmt seine Azubis nach der Ausbildung in eine feste Arbeitsstelle. „Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Fachkräftesituation wünschen wir uns natürlich, dass viele junge Leute auch nahtlos in ihrem Ausbildungsbetrieb weiterbeschäftigt werden. Doch das ist nicht immer der Fall“, so Radloff. „Wir versuchen hier schnell zu vermitteln, am besten sogar Job-to-Job. Durch gezielte Informationen in der Öffentlichkeit weisen wir daher auch rechtzeitig darauf hin, wie wichtig eine frühzeitige Meldung bei der Arbeitsagentur für eine nahtlose Vermittlung ist.“

Unterschiedliche Entwicklungen des Arbeitsmarktes zeigten sich auch in den einzelnen Geschäftsstellen des Agenturbezirkes, wenngleich auch hier alle Veränderungen auf einem sehr niedrigen Niveau verliefen.

Den stärksten Rückgang unter allen Regionen des Agenturbezirkes verzeichnete die Geschäftsstelle Grimmen. 987 Männer und Frauen sind hier arbeitslos gemeldet. Das sind 64 Personen weniger als noch im Vormonat und 156 weniger als im Vorjahr. In der Region rund um die Trebelstadt fällt die Beschäftigungslosigkeit damit zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung unter die Zahl von 1.000 Personen. Die Arbeitslosenquote erreicht mit 7,6 Prozent den niedrigsten Wert, den die Geschäftsstellen jemals verzeichnen konnte.

Auf der Insel Rügen ging die Zahl der Arbeitslosen um 20 Personen auf 1.802 zurück. Dieser leichte Rückgang reichte aus, um die Arbeitslosenquote noch einmal um 0,1 Prozentpunkte sinken zu lassen. Sie liegt auf der Insel aktuell bei 5,4 Prozent. Das ist der niedrigste Wert unter allen Geschäftsstellen des Agenturbezirkes.

Knapp dahinter ordnet sich die Region Ribnitz-Damgarten ein. Die Arbeitslosenquote lag im August bei 5,5 Prozent. Allerdings musste in der Region rund um die Bernsteinstadt ein leichter Anstieg der Arbeitslosenzahlen verzeichnet werden. 1.411 Männer und Frauen sind im Bereich von Zingst bis Marlow aktuell ohne Job. Das sind 35 Personen mehr als noch im Juli.

Auch in der Hansestadt Stralsund gab es einen leichten Anstieg der Arbeitslosenzahlen um gerade einmal 23 Personen auf 2.850. Die Arbeitslosenquote stieg binnen Monatsfrist von 10,0 auf 10,1 Prozent. Interessant wird auch hier die Entwicklung in den Herbstmonaten. „Ich habe immer noch die Hoffnung, dass wir im September oder Oktober in der Hansestadt Stralsund erstmals eine einstellige Arbeitslosenquote erreichen könnten“, so Dr. Radloff.