03.01.2020 | Presseinfo Nr. 1

Arbeitslosigkeit zum Jahresende angestiegen

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Stralsund ist im Dezember 2019 noch einmal angestiegen, blieb allerdings auch deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.

9.915 Männer und Frauen sind aktuell ohne Job. Das sind 1.208 Personen (13,9 Prozent) mehr als noch im November. Die Arbeitslosenquote stieg binnen Monatsfrist um 1,1 Prozentpunkte und liegt nun bei 8,8 Prozent.

Im Dezember des Vorjahres lag die Arbeitslosenquote noch bei 9,5 Prozent. Damals waren 10.642 Menschen ohne Beschäftigung. Das waren 727 Personen (6,8 Prozent) mehr als im aktuellen Berichtsmonat. Für Dr. Jürgen Radloff, den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund, ist dies Teil der positiven Entwicklung, die die Region auch weiterhin beeinflusst. „Das in unserem Agenturbezirk in einem Dezember einmal weniger als 10.000 Personen arbeitslos gemeldet sind, hätte ich mir vor einigen Jahren noch nicht vorstellen können.“ Vor 15 Jahren waren noch 31.700 Personen ohne Job. Das waren dreimal so viele wie im aktuellen Berichtsmonat. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2004 – unmittelbar vor der Einführung des Arbeitslosengeldes II – bei 25,1 Prozent. „Von den damaligen Werten trennen uns heute Welten“, so der Agenturchef.

Der aktuelle Anstieg der Arbeitslosenzahlen vom November zum Dezember ist nach Einschätzung von Dr. Radloff indes Teil der üblichen saisonalen Entwicklung. „Betrachten wir die Beschäftigungslosigkeit nach Branchen wird deutlich, dass der größte Anstieg aus dem Bereich der Tourismusberufe stammt. Hierzu zählen neben dem Hotel- und Gastronomiegewerbe auch der Handel. Im Dezember profitiert unsere stark touristisch geprägte Region zwar immer noch von den Urlauberströmen, die zum Jahreswechsel in unser Land kommen. Das Niveau der Sommermonate erreichen die Besucherzahlen in den Weihnachtsferien aber nicht. Demzufolge wird zum Jahresende auch weniger Personal benötigt.“

Neben dem Tourismusbereich waren Arbeitslosmeldungen auch aus der Verkehr- und Logistikbranche zu registrieren sowie aus dem produzierenden Gewerbe. Auch aus dem Baubereich wurden Entlassungen gemeldet, allerdings derzeit noch sehr verhalten. Die milde Witterung trägt hier scheinbar dazu bei, dass viele Baustellen auch weiter in Betrieb bleiben.

Der Einfluss der Tourismusbranche auf die Arbeitsmarktentwicklung im Landkreis Vorpommern-Rügen wird auch bei einem Blick auf die einzelnen Geschäftsstellen des Agenturbezirkes deutlich. So war die stärkste Zunahme der Arbeitslosenzahlen in den beiden Urlaubsregionen Rügen sowie der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zu beobachten. Auf der Insel Rügen stieg die Beschäftigungslosigkeit um 725 Personen (29,2 Prozent) auf 3.210. Die Arbeitslosenquote auf Deutschlands größter Insel liegt aktuell bei 9,6 Prozent. Das sind 2,2 Prozentpunkte mehr als noch im November. Ähnlich verlief die Entwicklung in der Geschäftsstelle Ribnitz-Damgarten, zu der die Urlaubsregion Fischland-Darß-Zingst zählt. Hier sind derzeit 1.979 Männer und Frauen ohne Job. Das sind 235 Personen (13,5 Prozent) mehr als im November. Die Arbeitslosenquote stieg innerhalb eines Monats von 6,8 auf jetzt 7,8 Prozent.

Verhaltener verlief die Entwicklung indes in den weniger stark touristisch geprägten Regionen. In Grimmen stieg die Beschäftigungslosigkeit um 66 Personen. Etwas mehr als 1.000 Männer und Frauen sind im Bereich der Geschäftsstelle arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 8,0 Prozent. Das ist aktuell der zweitniedrigste Wert im Agenturbezirk – nach Ribnitz-Damgarten. In der Hansestadt Stralsund sind aktuell 2.900 Arbeitslose gemeldet, 123 Personen mehr als im November. Die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet stieg von 9,8 Prozent im Vormonat auf jetzt 10,3 Prozent. Damit liegt die Hansestadt aktuell wieder knapp über der 10-Prozent-Marke.

Die Zahl der Teilnehmer in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen hat sich im Dezember nur wenig verändert. So erwerben derzeit 695 Personen mit Unterstützung der Arbeitsagentur und des Jobcenters eine neue berufliche Qualifikation. Das ist ein Teilnehmer mehr als im Vormonat. 69 Existenzgründer unterstützt die Arbeitsagentur mit dem Gründungszuschuss beim Aufbau eines eigenen Unternehmens. Das sind zwei Personen mehr als im November. Bei den Beschäftigten in einer Arbeitsgelegenheit sank die Teilnehmerzahl um 120 Personen. 530 Männer und Frauen werden aktuell in einer umgangssprachlich auch als Ein-Euro-Job bezeichneten Maßnahme beschäftigt. Ohne die Entlastungswirkung der Arbeitsmarktpolitik läge die Arbeitslosenquote vermutlich bei 11,7 Prozent.