30.01.2020 | Presseinfo Nr. 10

Der Arbeitsmarkt im Januar 2020

Jahreszeitlich bedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Stralsund ist im ersten Monat des Jahres deutlich angestiegen. 11.200 Männer und Frauen sind hier aktuell ohne Job. Das sind 1.285 Personen (13,0 Prozent) mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg von 8,8 Prozent im Dezember auf jetzt 10,0 Prozent.

Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote noch bei 10,9 Prozent. Damals waren 12.194 Personen arbeitslos gemeldet.

Dr. Jürgen Radloff, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund, ordnet den aktuellen Anstieg der Beschäftigungslosigkeit in den normalen Saisonverlauf des Agenturbezirkes ein: „Im Januar steuern wir üblicherweise auf den Höchststand der Arbeitslosigkeit im Jahr hin. In den Wintermonaten herrscht Urlauber-Flaute an der Küste. Personalnachfragen aus dem Tourismusgewerbe gibt es dann kaum noch. Das ist in jedem Jahr so. Daher hat die aktuelle Zunahme der Arbeitslosenzahlen auch nichts Dramatisches, sondern ist Teil der jahreszeitlich bedingten Schwankungen, die ich so auch erwartet habe.“ Der Agenturchef wagt sogar eine positive Prognose für den Folgemonat: „Möglicherweise können wir im Februar sogar wieder einen leichten Rückgang in der Arbeitslosigkeit verzeichnen. Das war im vergangenen Jahr auch schon der Fall. Damals erreichten wir den Höhepunkt der Winterarbeitslosigkeit bereits im Januar.“

Die Arbeitslosigkeit des Agenturbezirkes insgesamt spiegelt sich auch in der Entwicklung der einzelnen Geschäftsstellen wieder. Dabei stechen die beiden Tourismushochburgen Rügen und die Region Ribnitz-Damgarten besonders hervor. Hier wurde mit Abstand die stärkste Zunahme der Beschäftigungslosigkeit registriert.

Auf Rügen stieg die Arbeitslosigkeit um 643 Personen (20,0 Prozent). Damit waren im Januar 3.853 Männer und Frauen auf Deutschlands größter Insel ohne Job. Die Arbeitslosenquote stieg von 9,6 Prozent im Dezember auf jetzt 11,5 Prozent.

Im Bereich der Geschäftsstelle Ribnitz-Damgarten, zu der auch die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zählt, stieg die Beschäftigungslosigkeit um 297 Personen auf 2.276 Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote rund um die Bernsteinstadt liegt aktuell bei 8,9 Prozent. Im Dezember konnte noch ein Wert von 7,8 Prozent registriert werden.

In Grimmen sind aktuell 1.122 Männer und Frauen ohne Job. Das sind 89 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg von 8,0 auf jetzt 8,6 Prozent. Auch in der Hansestadt Stralsund ist die Beschäftigungslosigkeit angestiegen. Aktuell liegt die Arbeitslosenquote bei 9,7 Prozent. Das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. 3.949 Männer und Frauen sind im Stadtgebiet arbeitslos gemeldet.

Zu einer vollständigen Betrachtung des Arbeitsmarktes gehört auch ein Blick auf die arbeitsmarktpolitischen Instrumente. Deren Bedeutung für die Region hat in den vergangenen Jahren zwar deutlich abgenommen, dennoch haben die einzelnen Maßnahmen immer noch eine Entlastungswirkung für den Arbeitsmarkt im Agenturbezirk.

So sind 477 Männer und Frauen in einer Arbeitsgelegenheit beschäftigt. 714 Personen erwerben mit Unterstützung der Arbeitsagentur und des Jobcenters eine neue berufliche Qualifikation. 65 Existenzgründer werden durch die Arbeitsagentur mit dem sogenannten Gründungszuschuss beim Aufbau eines eigenen Unternehmens unterstützt. Diese drei arbeitsmarktpolitischen Instrumente seien hier nur beispielhaft erwähnt. Ohne die Entlastungswirkung aller Maßnahmen zusammengenommen läge die Arbeitslosenquote vermutlich bei 12,7 Prozent.