29.11.2019 | Presseinfo Nr. 98

Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Tourismusregionen

Im November ist die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Stralsund deutlich angestiegen.

8.707 Männer und Frauen sind hier aktuell ohne Job. Das sind 933 Personen (12,0 Prozent) mehr als im Vormonat. Das ist der mit Abstand größte Anstieg unter allen Arbeitsagenturen in Mecklenburg-Vorpommern. Allerdings gibt es auch keine andere Agentur im Land, die eine so starke Saisonprägung vorzuweisen hat.

Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 7,7 Prozent. Im Vormonat konnte noch ein Wert von 6,9 Prozent registriert werden. Das ist fast ein Prozentpunkt unter dem aktuellen Niveau. Im November des letzten Jahres lag die Quote allerdings noch bei 8,4 Prozent. Damals waren knapp über 9.400 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das waren beinahe 700 mehr als im aktuellen Berichtsmonat.

Für Dr. Jürgen Radloff, den Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Stralsund, ist der aktuelle Anstieg der Beschäftigungslosigkeit Teil der typischen jahreszeitlichen Entwicklung. „Nach dem Ende der Oktoberferien kehrt in viele Urlaubsorte an der Küste erst einmal Ruhe ein, bevor sich die Tourismusbranche für den Ansturm zum Jahreswechsel rüstet. In dieser Zeit melden die Firmen dann deutlich weniger Personalbedarfe und entlassen zum Teil auch bereits Arbeitnehmer. Einen noch höheren Anstieg in der Arbeitslosigkeit erwarten wir deshalb für die Zeit nach dem Ende des Weihnachtsgeschäftes.“

Tatsächlich lässt sich die aktuelle Zunahme der Arbeitslosenzahlen zum größten Teil auf die ersten Entlassungen aus dem Tourismusbereich zurückführen. So haben das Hotel- und Gastronomiegewerbe sowie der Handel einen Anteil von fast 50 Prozent am Anstieg der Beschäftigungslosigkeit im Agenturbezirk. Nur das produzierenden Gewerbe und der Bereich Verkehr und Logistik sorgten darüber hinaus noch für eine spürbare Steigerung der Arbeitslosenzahlen - allerdings auf einem deutlichen niedrigeren Niveau als das Tourismusgewerbe.

Eine solche Entwicklung schlägt sich auch bei einer Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach Geschlechtern nieder. Zwar sind im Agenturbezirk Stralsund Frauen immer noch weniger stark von Arbeitslosigkeit betroffen als Männer, doch im aktuellen Berichtsmonat stieg die Zahl der arbeitslosen Frauen deutlich stärker an als die Zahl der Männer ohne Job. Auch dies ist ein Indiz für stärkere Entlassungen aus dem Dienstleistungssektor, zu welchem auch das Tourismusgewerbe zählt.

Trotz des aktuellen Anstiegs der Arbeitslosenzahlen bleibt die Beschäftigungslosigkeit insgesamt allerdings noch auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau. Auf der Insel Rügen sind aktuell 2.485 Männer und Frauen ohne Job. Das sind 503 Personen bzw. 25,4 Prozent mehr als im Vormonat. Eine ähnlich große Steigerung verzeichnete die Geschäftsstelle Ribnitz-Damgarten. Hier sind 1.744 Arbeitslose gemeldet. Das sind 331 Personen bzw. 23,4 Prozent mehr als noch im Oktober. Beide Regionen zusammengenommen machen beinahe 90 Prozent an der Zunahme der Beschäftigungslosigkeit im Agenturbezirk aus. Dennoch stieg die Arbeitslosenquote auf der Insel Rügen nur auf 7,4 Prozent. In der Region Ribnitz-Damgarten erreicht die Quote mit 6,8 Prozent sogar immer noch den niedrigsten Wert unter allen Geschäftsstellen des Agenturbezirkes.

In den weniger stark vom Tourismus geprägten Regionen ist die Arbeitslosigkeit zwar auch gestiegen, allerdings fiel diese Zunahme deutlich niedriger aus als in den beiden Tourismushochburgen Rügen und Ribnitz-Damgarten. So liegt die Zahl der Männer und Frauen ohne Job in der Geschäftsstelle Grimmen bei 967. Das sind 19 Personen mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg von 7,3 Prozent im Oktober auf aktuell 7,4 Prozent. Die Region um die Trebelstadt liegt im Vergleich der Geschäftsstellen damit gleichauf mit der Insel Rügen.

In der Hansestadt Stralsund sind derzeit 2.777 Arbeitslose gemeldet. Das sind 37 Personen mehr als im Oktober. Die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet liegt aktuell bei 9,8 Prozent und damit immer noch unter der 10-Prozent-Marke. Das ist ein herausragender Wert. Schließlich musste in der Hansestadt vor einem Jahr noch eine Quote von 10,5 Prozent registriert werden.