15.06.2020 | Presseinfo Nr. 44

Kindergeld auch nach Ende der Schulzeit

Steht der Ausbildungs- oder Studienbeginn an, reicht ein schriftlicher Nachweis.

Rund 13.000 Schülerinnen und Schüler beenden zum Sommer 2020 in Mecklenburg-Vorpommern ihre Schulzeit. Zahlreiche Jugendliche starten mit einer Berufsausbildung, beginnen ein Studium, jobben oder gehen ins FSJ.

„In dieser Lebensphase gibt es viele familiäre und persönliche Veränderungen, die auch den Anspruch auf Kindergeld betreffen können. Um das Kindergeld nahtlos weiterzahlen zu können, benötigen wir dazu entsprechende Mitteilungen und Nachweise der Eltern. Zurzeit werden durch die Familienkasse Nord Anschreiben an die Eltern verschickt, deren Kinder die Schule beendet haben und die älter als 18 Jahre sind“, erklärt der Leiter der Familienkasse Nord, Guntram Bombor.

Veränderungen nach Ende der Schulausbildung sollten der Familienkasse Nord zeitnah mitgeteilt werden. Hierzu ist eine Kopie der Studienbescheinigung oder des unterzeichneten Ausbildungsvertrages – unter Angabe der Kindergeldnummer - völlig ausreichend. Zahlreiche Formulare zu unterschiedlichen Veränderungen stehen auch im Online-Formulardienst unter www.familienkasse.de bereit.

Dauert die Unterbrechung zwischen Schule und Ausbildung bzw. Studium länger als vier Monate, genügt der Nachweis, dass sich das Kind um einen Ausbildungs- oder Studienplatz bemüht, beispielsweise anhand von Bewerbungsschreiben oder Rückmeldungen dazu. Eine Meldung bei der Arbeitsagentur ist nur in wenigen Einzelfällen notwendig, z. B. wenn sich das Kind entscheidet, direkt in das Berufsleben zu starten, sich also um einen Arbeitsplatz bemüht.

Eltern können sich bei Bedarf auch telefonisch informieren. Die Familienkasse ist von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr gebührenfrei unter der Telefonnummer 0800 45555 30 zu erreichen. Unterlagen können an die zentrale Postanschrift gesandt werden: Familienkasse Nord, 20069 Hamburg

Hintergrundinformationen

Die Familienkasse Nord mit Sitz in Hamburg ist für die drei norddeutschen Bundesländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg zuständig. In den ersten fünf Monaten des Jahres erhielten Eltern aus Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 301 Millionen Euro an Kindergeld ausgezahlt.

Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht über das ausgezahlte Kindergeld in den Monaten Januar bis Mai 2020

Region Anzahl
Elternteile
Anzahl
Kinder
Ausgezahltes Kindergeld
(gerundet) in Euro
Mecklenburg-Vorpommern 182.896 289.662 301 Mio
Hamburg 213.886 352.826 370 Mio
Schleswig-Holstein 346.721 574.522 588 Mio

Kinderbonus als Unterstützung für Familien – erste Informationen

Familien sollen mit 300 Euro Kinderbonus unterstützt werden, da sie während der Corona-Krise besonderen Belastungen ausgesetzt sind. Das hat die Bundesregierung beschlossen. Den Kinderbonus soll es für jedes Kind geben, für das auch
Anspruch auf Kindergeld besteht. Ein Antrag ist nicht nötig.

Der Kinderbonus ist Teil des Corona-Konjunkturpakets, wie der Koalitionsausschuss jüngst beschlossen hat. Wann Familien mit der finanziellen Hilfe rechnen können, hängt vom weiteren Verfahren der Gesetzgebung ab. Insgesamt wird der Bund 4,3 Milliarden Euro für den Kinderbonus aufwenden.

Eltern müssen den Kinderbonus nicht beantragen. Sie werden sobald wie möglich von ihrer Familienkasse über die Auszahlung informiert. Der Kinderbonus wird nicht mit den Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Arbeitslosengeld II) verrechnet. Das teilt das Bundesministerium für Familie in seiner aktuellen Meldung „Corona-Konjunkturpaket: Starker Impuls für Familien und Kinder“ mit.

Familien, deren Einkommen wegen der Corona-Krise nicht mehr zum Lebensunterhalt reicht, können derzeit mit dem „Notfall-KiZ“ leichter den Kinderzuschlag bekommen. Mehr Informationen zum Notfall-KiZ erhalten Sie auf der folgenden Internetseite: https://www.arbeitsagentur.de/familie-und-kinder/notfall-kiz