29.01.2021 | Presseinfo Nr. 7

Arbeitslosigkeit steigt im Januar deutlich an

Der Arbeitsmarkt im Januar 2021

Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Vorpommern-Rügen ist im Januar deutlich angestiegen. 12.610 Männer und Frauen sind hier aktuell ohne Job. Das sind 1.241 Personen bzw. 10,9 Prozent mehr als noch im Dezember. Die Arbeitslosenquote stieg binnen Monatsfrist von 10,1 auf 11,2 Prozent.

Der deutliche Anstieg zum Vormonat kommt für den Chef der Arbeitsagentur nicht überraschend. „Wir erwarten üblicherweise im Januar und Februar einen Zuwachs der Arbeitslosigkeit in dieser Größenordnung“, so Dr. Jürgen Radloff, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund. „Wenn ich mir den Januar des letzten Jahres ansehe, verzeichneten wir damals sogar einen saisonal bedingten Anstieg um 13,0 Prozent. Im aktuellen Berichtsmonat fiel der Zuwachs also ein wenig niedriger aus, als üblich. Allerdings bewegt sich die Beschäftigungslosigkeit im Agenturbezirk Stralsund insgesamt betrachtet auch auf einem durchweg höheren Niveau, als wir das aus den Vorjahren gewohnt waren.“ Grund hierfür sind die Einschränkungen infolge der immer noch anhaltenden Corona-Pandemie. Die Auswirkungen hinterlassen weiterhin deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt: Seit dem Frühjahr des letzten Jahres liegt die Arbeitslosigkeit durchgängig über den Werten der entsprechenden Vorjahresmonate. Das gilt auch für den aktuellen Berichtsmonat. Derzeit sind 1.410 Männer und Frauen mehr arbeitslos gemeldet, als noch im Januar 2020. Das ist ein Anstieg um 12,6 Prozent. Auswirkungen zeigen sich auch bei der Arbeitslosenquote. Die liegt aktuell bei 11,2 Prozent und damit 1,2 Prozentpunkte über dem Vergleichswert des Vorjahres.

Wann sich die Situation verbessern wird, kann momentan noch niemand mit Bestimmtheit sagen. „Üblicherweise würde ich davon ausgehen, dass etwa im März - mit der Vorbereitung auf den Saisonstart im Tourismus - die Personalnachfrage in der Hotel- und Gastronomiebranche wieder anzieht. Doch in diesem Jahr gibt es derzeit hierfür keine Planungssicherheit“, so Dr. Radloff. Nach Einschätzung des Agenturchefs wird nun viel davon abhängen, wie lange die Einschränkungen in Folge der Pandemie andauern werden.

Momentan haben die Berufe im Tourismusbereich noch den größten Anteil an der Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk. Gastronomie, Handel und Reinigungsberufe machen ein Drittel an der aktuellen Beschäftigungslosigkeit insgesamt aus. Aber auch andere Branchen vermelden steigende Arbeitslosenzahlen, so etwa das produzierende Gewerbe und der Baubereich.

Die Arbeitsmarktentwicklung des Agenturbezirkes insgesamt spiegelt sich auch in den einzelnen Geschäftsstellen wieder. So stieg die Zahl der Arbeitslosen auf der Insel Rügen binnen Monatsfrist um 584 Personen (16,7 Prozent) auf 4.072. Das ist der stärkste Anstieg unter allen Regionen im Landkreis. Die Arbeitslosenquote auf Deutschlands größter Insel liegt aktuell bei 12,3 Prozent. Vor einem Monat konnte noch ein Wert von 10,5 Prozent registriert werden. Im Januar 2019 lag der Wert bei 11,5 Prozent. In der Geschäftsstelle Ribnitz-Damgarten sind aktuell 2.602 Männer und Frauen ohne Job. Das sind 306 Personen (13,3 Prozent) mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote liegt damit bei 10,2 Prozent. Das sind 1,2 Prozentpunkte über dem Vormonatswert. Im Januar des letzten Jahres konnte mit 8,9 Prozent sogar ein Wert deutlich unter der 10-Prozent-Marke verzeichnet werden. In der Hansestadt Stralsund sind derzeit 3.540 Arbeitslose gemeldet, Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 12,5 Prozent. In Grimmen sind 1.371 Männer und Frauen ohne Job. Die Arbeitslosenquote hier 10,6 Prozent.

Das Arbeitsmarktinstrument Kurzarbeit stabilisiert auch weiterhin erheblich die Situation am Arbeitsmarkt. Aktuell beziehen über 1.900 Betriebe in der Region Vorpommern-Rügen Kurzarbeitergeld. Das sind rund ein Viertel aller Unternehmen in der Region.

Zusätzlich profitieren 230 Unternehmen der witterungsabhängigen Branchen wie Baugewerbe, Garten- und Landschaftsbau sowie Dachdecker und Gerüstbauer vom sogenannten Saison-Kurzarbeitergeld.