03.05.2022 | Presseinfo Nr. 25

Saisonstart sorgt für einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit im April

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Stralsund ist im April deutlich zurückgegangen. 9.043 Männer und Frauen sind zwischen dem Kap Arkona und dem Trebeltal aktuell ohne Job.

Das sind 1.329 weniger als noch im Vormonat; ein Rückgang um 12,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote sank von 9,2 Prozent im März auf jetzt 8,0 Prozent. Damit erreicht der Agenturbezirk Stralsund fast schon wieder das Niveau der Vor-Corona-Zeit. Zum Vergleich: Im April 2019 lag die Zahl der Arbeitslosen bei 8.894. Das entsprach einer Arbeitslosenquote von 7,9 Prozent. Aktuell liegt die Beschäftigungslosigkeit also nur 0,1 Prozentpunkte über dem damaligen Wert.

Für Dirk Hausweiler, den Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Stralsund, ist dies ein Indiz dafür, dass sich der Arbeitsmarkt nach der langen Zeit der pandemiebedingten Einschränkungen wieder normalisiert. „Die letzten zwei Jahre waren eine schwere Zeit für den Arbeitsmarkt. Gerade die für unsere Region so wichtige Tourismusbranche litt unter den enormen Belastungen. Aber wenn ich die aktuellen Werte mit denen vor der Pandemie vergleiche, dann zeigt sich seit einigen Monaten eine positive Entwicklung.“ Ob diese auch so anhalten wird, kann momentan noch niemand mit Bestimmtheit sagen. Der stellvertretende Chef der Arbeitsagentur schaut allerdings optimistisch in die Zukunft: „Zumindest für den aktuellen Zeitpunkt kann ich sagen: Wir sind wieder auf dem Niveau angekommen, wie wir es in einem ganz normalen Jahr ohne Corona-Einschränkungen kannten.“

Mit dieser Einschätzung spielt der operative Geschäftsführer insbesondere auch auf die Bedeutung des Saisonstarts in der Tourismusbranche an. „Üblicherweise starten das Hotel- und Gastronomiegewerbe sowie der Handel mit den Osterferien in die laufende Saison. Und das war auch in diesem Jahr der Fall.“ Die starken Personalbedarfe dieser Branchen sorgten hauptsächlich für den deutlichen Rückgang der Beschäftigungslosigkeit im Agenturbezirk.

Und eine weitere Besonderheit des Arbeitsmarktes in Vorpommern-Rügen wurde im aktuellen Berichtsmonat deutlich: Kein anderer Landkreis in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete so starke Rückgänge in der Arbeitslosigkeit. „Keine andere Region ist auch so stark durch den Tourismus geprägt“, erläutert Dirk Hausweiler. „Mit gleich zwei ausgeprägten Urlaubsregionen – der Insel Rügen und der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst – kommt dieser Branche in unserem Landkreis eine ganz besondere Bedeutung zu. Momentan profitieren wir vom aktuellen Saisonstart. Allerdings sind wir auch am stärksten von den saisonalen Schwankungen im Jahresverlauf betroffen.“

Die starke touristische Prägung bestätigt sich auch bei einem Blick in die einzelnen Regionen des Agenturbezirkes. Der mit Abstand stärkste Rückgang der Arbeitslosigkeit war in den beiden Urlaubshochburgen – der Insel Rügen und der Geschäftsstelle Ribnitz-Damgarten mit der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst – zu verzeichnen. Auf Rügen sind aktuell 2.284 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 721 und damit fast ein Viertel (-24,0 Prozent) weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote auf Deutschlands größter Insel fiel von 9,1 auf jetzt 6,9 Prozent. Das ist der niedrigste Wert im Agenturbezirk. In der Geschäftsstelle Ribnitz-Damgarten sind derzeit 1.871 Männer und Frauen ohne Job. Das ist ein Rückgang im Vergleich zum Vormonat um 319 Personen bzw. 14,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote rund um die Bernsteinstadt liegt aktuell bei 7,3 Prozent. Im Vormonat musste noch ein Wert von 8,6 Prozent registriert werden.

Auch in den beiden Regionen, die nicht so stark vom Tourismus geprägt sind, ist die Beschäftigungslosigkeit zurückgegangen, allerdings nicht so deutlich. In der Hansestadt Stralsund sind 2.994 Arbeitslose gemeldet. Das sind 163 Personen bzw. 5,2 Prozent weniger als im März. Die Arbeitslosenquote liegt im Stadtgebiet aktuell bei 10,5 Prozent. In der Geschäftsstelle Grimmen sind 1.082 Männer und Frauen ohne Job. Das sind 60 Personen bzw. 5,3 Prozent weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank binnen Monatsfrist von 8,8 auf 8,4 Prozent.