01.09.2020 | Presseinfo Nr. 58

Arbeitslosenzahl im August stagniert

Der Arbeitsmarkt im Ausgust 2020

10.078 Männer und Frauen waren im August im Bezirk der Arbeitsagentur Stralsund arbeitslos gemeldet. Das sind gerade einmal 86 Personen (-0,8 Prozent) weniger als im Vormonat. Dieser geringe Rückgang reichte nicht aus, um die Arbeitslosenquote sinken zu lassen. Sie stagniert unverändert auf dem Vormonatswert von 9,0 Prozent.

Für Dr. Jürgen Radloff, den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund, ist eine solche Entwicklung nicht ungewöhnlich. „In den Sommermonaten verzeichnen wir üblicherweise keinen nennenswerten Veränderungen bei der Beschäftigungslosigkeit. Und das ist auch in diesem Jahr so. Die Monate Juli und August sind nicht die bevorzugten Termine für Einstellungen. Denn die meisten Saisonbetriebe haben ihre Beschäftigten bereits an Bord so z.B. im Hotel- und Gaststättengewerbe, im Handel und in der Bauwirtschaft. Aber auch im produzierenden Gewerbe gibt es im August kaum Einstellungen. Erst im September könnte erfahrungsgemäß wieder mit einem Rückgang der Beschäftigungslosigkeit gerechnet werden.“

Ein anderer Grund für die im August stagnierenden Arbeitslosenzahlen sind zusätzliche Arbeitslosmeldungen von Jugendlichen nach dem Ende ihrer Lehrzeit bzw. zwischen Schule und Ausbildungs- oder Studienbeginn. So stieg die Beschäftigungslosigkeit in der Altersgruppe der unter 25-Jährigen um 98 Personen (+10,0 Prozent). Das mag ein im Vergleich zur Gesamtarbeitslosigkeit nur geringer Wert sein, dennoch überlagert er die Entwicklung in den anderen Altersgruppen. Der Anstieg in der Jugendarbeitslosigkeit ist ebenfalls ein Effekt, der in jedem Jahr in den Sommermonaten zu beobachten ist.

Der Arbeitsmarkt kehrt also in diesem außergewöhnlichen „Corona-Jahr“ fast wieder zum normalen Saisonverlauf zurück. Doch von den Arbeitslosenwerten, wie sie üblicherweise in diesem Monat zu erwarten gewesen wären, ist die Region immer noch weit entfernt. Denn trotz Hochsaison liegt die Beschäftigungslosigkeit auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Das zeigt ein Vergleich mit dem Vorjahr: Im August 2019 waren in der Region Vorpommern-Rügen noch 7.777 ohne Job. Heute müssen im Landkreis 2.301 Personen mehr registriert werden - ein Plus von 29,6 Prozent.

„Die Covid-19 Pandemie hat deutliche Spuren auf dem vorpommerschen Arbeitsmarkt hinterlassen“, erläutert Dr. Radloff. „Diese Situation wird uns voraussichtlich auch noch eine ganze Zeit lang begleiten.“ Allerdings würden die Vorjahresabstände inzwischen wieder geringer. „Im Mai waren im Vergleich zum Vorjahr noch fast 3.000 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Das entsprach einem Anstieg um 35,7 Prozent. Seitdem ist die ‚Schere‘ zu den Vorjahreswerten Monat für Monat ein wenig kleiner geworden“, so der Agenturchef.

Die aktuelle Zahl der Arbeitslosen wäre vermutlich deutlich höher, wenn nicht viele Unternehmen die Möglichkeit der Kurzarbeit genutzt hätten. Insgesamt haben seit Beginn der Corona-Krise im März 3.328 Unternehmen in der Region Vorpommern-Rügen Kurzarbeit angezeigt. 29.550 Arbeitnehmer sind davon betroffen. Ob diese Unternehmen Kurzarbeit auch tatsächlich in Anspruch genommen haben, zeigt sich immer erst mit einem gewissen Zeitverzug, denn die Betriebe haben eine Frist von drei Monaten, Kurzarbeit für ihre Arbeitnehmer abzurechnen. Die Auswertung für den Monat April liegt aktuell vor: Für 14.599 Beschäftigte wurde tatsächlich im April Kurzarbeitergeld abgerechnet. Angezeigt wurde Kurarbeit ursprünglich für 27.057 Arbeitnehmer.