30.09.2020 | Presseinfo Nr. 64

Herbstbelebung sorgt für Entspannung am Arbeitsmarkt

Sinkende Arbeitslosenzahlen sorgten im September für ein wenig Entspannung am Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Stralsund.

Aktuell sind in der Region 9.726 Männer und Frauen ohne Job. Das sind 352 Personen (3,5 Prozent) weniger als noch im August. Die Zahl der Arbeitslosen fiel damit wieder unter die Marke von 10.000.

„Einen ähnlichen Wert konnten wir zuletzt im März vermelden“, so Dr. Jürgen Radloff, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund. „Damals kündigte sich gerade eine Frühjahrsbelebung an, bevor die Einschränkungen aufgrund der Covid-19-Pandemie zu den deutlichen Steigerungen der Arbeitslosenzahlen führten, die uns seitdem das ganz Jahr hindurch begleiten.“

Die Auswirkungen der Pandemie sind in der Region Vorpommern-Rügen immer noch spürbar. Besonders deutlich wird dies bei einem Vergleich der Arbeitsmarktdaten mit den Werten des Vorjahres. Aktuell liegt die Beschäftigungslosigkeit um 2.152 Personen, das sind 28,4 Prozent, über dem Niveau, das im September 2019 registriert werden konnte. Damals lag die Arbeitslosenquote bei 6,7 Prozent. Aktuell erreicht sie einen Wert von 8,7 Prozent.

Der Unterschied zu den jeweiligen Vorjahreswerten nimmt allerdings kontinuierlich ab. So lag die Arbeitslosigkeit im Mai um 35,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Seitdem ist dieser Unterschied Monat für Monat ein wenig kleiner geworden.

Betrachtet man die Arbeitslosigkeit nach Branchen wird deutlich, die stärkste Zunahme der Beschäftigungslosigkeit im Vorjahresvergleich ist in drei Branchen zu beobachten: in Bereich Verkehr und Logistik zu dem auch das Reinigungsgewerbe zählt, im produzierenden Gewerbe sowie im Tourismus mit den Hotel- und Gastronomieberufen aber vor allem auch mit dem Handel. Alle drei Branchen zusammengenommen machen über die Hälfte (57,2 Prozent) an der aktuellen Steigerung der Arbeitslosenzahlen aus.

„Ich bin vorsichtig optimistisch, dass uns die bevorstehenden Herbstferien im Oktober eine Verlängerung der Tourismussaison bescheren könnten“, so Dr. Radloff. „Momentan nehme ich zumindest aus vielen Hotels die Meldung war, dass die Buchungen vielfach z.T. noch bis weit in den Herbst hineinreichen. Das könnte dazu führen, dass der zu erwartende saisonale Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht ganz so stark ausfällt, wie sonst üblich.“

Bei einem Blick in die einzelnen Regionen des Agenturbezirkes zeichnet sich in diesem Monat ein sehr einheitliches Bild: Alle Geschäftsstellen der Arbeitsagentur vermelden auf der einen Seite sinkende Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vormonat auf der anderen Seite aber Werte, die deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen. Die niedrigste Arbeitslosenquote registriert aktuell die Region Ribnitz-Damgarten mit 7,2 Prozent. Knapp dahinter folgt die Insel Rügen mit 7,3 Prozent. Beide Regionen sind um diese Jahreszeit deutlich niedrigere Werte gewöhnt. Noch vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote rund um die Bernsteinstadt bei 5,4 Prozent, auf Deutschlands größter Insel bei 5,5 Prozent. Ganz ähnlich sieht die Entwicklung in Grimmen aus. Hier liegt die Beschäftigungslosigkeit aktuell bei 9,3 Prozent. Das sind 2 Prozentpunkte mehr als im September des letzten Jahres. In der Hansestadt Stralsund musste eine Arbeitslosenquote von 12,0 Prozent registriert werden. Nur zum Vergleich: Im September 2019 erreichte die Hansestadt mit 9,7 Prozent zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung einen Wert unter der 10-Prozentmarke. Davon ist die Stadt aktuell weit entfernt.

Die Zahl der Arbeitslosen wäre vermutlich sogar deutlich höher, wenn nicht viele Unternehmen die Möglichkeit der Kurzarbeit genutzt hätten. Insgesamt haben seit Beginn der Corona-Krise im März 3.339 Unternehmen in der Region Vorpommern-Rügen Kurzarbeit angezeigt. 29.654 Arbeitnehmer sind davon betroffen. Ob diese Unternehmen Kurzarbeit auch tatsächlich in Anspruch genommen haben, zeigt sich immer erst mit einem gewissen Zeitverzug, denn die Betriebe haben eine Frist von drei Monaten, Kurzarbeit für ihre Arbeitnehmer abzurechnen. Die Auswertung für den Monat Mai liegt aktuell vor: Für 14.655 Beschäftigte wurde tatsächlich im Mai Kurzarbeitergeld abgerechnet.