29.10.2020 | Presseinfo Nr. 70

Herbstbelebung setzt sich auch im Oktober fort

Der Arbeitsmarkt im Oktober 2020

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Stralsund ist im Oktober noch einmal leicht zurückgegangen. Aktuell sind zwischen dem Kap Arkona und dem Trebeltal 9.597 Männer und Frauen ohne Job. Das sind 129 Personen (1,3 Prozent) weniger als noch im September. Die Arbeitslosenquote sank von 8,7 auf jetzt 8,5 Prozent. Vor einem Jahr konnte noch eine Quote von 6,9 Prozent registriert werden. Damals waren 7.774 Arbeitslose gemeldet. Aktuell sind es 1.823 Personen mehr – ein Plus von 23,4 Prozent.

Die Covid-19-Pandemie wirkt sich damit immer noch deutlich auf den Arbeitsmarkt der Region aus. Dr. Jürgen Radloff, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund, kann in der aktuellen Entwicklung aber auch positive Tendenzen erkennen. „Wir beobachten weiterhin, dass der Abstand zu den jeweiligen Arbeitslosenwerten des Vorjahres mit jedem Monat ein wenig abnimmt. Während im Mai die Beschäftigungslosigkeit noch um 35,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats lag, ist dieser Wert mit aktuell 23,4 Prozent deutlich zurückgegangen.“

Positive Arbeitsmarktimpulse kamen im Oktober vor allem aus dem Gesundheitsbereich, den unternehmensnahen Dienstleistungen und dem Bau. Auch wenn die Personalbedarfe aus diesen Wirtschaftsbereichen eher klein waren - in der aktuellen Situation sind sie dennoch eine positive Nachricht: „Es ist eher ungewöhnlich, dass wir im Oktober noch einmal einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen verzeichnen können“, so Dr. Jürgen Radloff. „Normalerweise erreichen wir den niedrigsten Stand in der Beschäftigungslosigkeit im September. Danach steigen die Arbeitslosenzahlen in den nächsten Monaten kontinuierlich an. Vom September zum Oktober des letzten Jahres war z.B. eine Zunahme um 200 Personen zu registrieren. Das ist in diesem Jahr erfreulicherweise anders.“

Das Hotel- und Gastronomiegewerbe trug im aktuellen Berichtsmonat leider nicht zu einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen bei. „Im Oktober hatten zwar viele Bundesländer Herbstferien und in unseren Tourismusgebieten halten sich auch noch immer viele Urlauber auf, doch die aktuelle Jahreszeit ist eben nicht vergleichbar mit den Sommermonaten“, so Dr. Radloff. „Daher können wir zwar auf eine erfolgreiche Nachsaison hoffen, an die Besucherzahlen des Sommers kommt das Tourismusgewerbe im Herbst allerdings nicht heran.“

Auswirkungen des sogenannten Beherbergungsverbotes für Gäste aus Corona-Risikogebieten lassen sich an den Arbeitsmarktdaten nicht ablesen. So ist die Zahl der Arbeitslosen in den Tourismusgebieten nicht angestiegen. Allerdings ist sie auch nicht nennenswert gesunken. Auf Rügen sind aktuell 2.414 Männer und Frauen ohne Job. Das sind gerade einmal 4 Personen weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote auf Deutschlands größter Insel verharrt mit 7,3 Prozent auf dem Niveau des Vormonats. In der Region Ribnitz-Damgarten sind aktuell 1.818 Arbeitslose gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 3 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote liegt bei 7,1 Prozent. Das ist der niedrigste Wert unter allen Geschäftsstellen des Agenturbezirkes Stralsund.

In Grimmen sank die Beschäftigungslosigkeit um 15 Personen auf jetzt 1.181 Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote in Grimmen liegt bei 9,2 Prozent. In der Hansestadt Stralsund ging die Arbeitslosigkeit binnen Monatsfrist am deutlichsten zurück. Im Stadtgebiet sind aktuell 3.315 Männer und Frauen ohne Job. Das sind 88 Personen weniger als noch im September. Allerdings liegt die Arbeitslosenquote in Stralsund mit 11,7 Prozent auf einem verhältnismäßig hohen Niveau. Nur zum Vergleich: Vor einem Jahr konnte mit 9,7 Prozent noch eine Quote unter der 10-Prozent-Marke verzeichnet werden.

Natürlich sorgt in der aktuellen Pandemie auch das Instrument der Kurzarbeit weiterhin für eine Entspannung am Arbeitsmarkt. Insgesamt haben seit Beginn der Corona-Krise im März 3.363 Unternehmen in der Region Vorpommern-Rügen Kurzarbeit angezeigt. 29.807 Arbeitnehmer sind davon betroffen. Ob diese Unternehmen Kurzarbeit auch tatsächlich in Anspruch genommen haben, zeigt sich immer erst mit einem gewissen Zeitverzug, denn die Betriebe haben eine Frist von drei Monaten, Kurzarbeit für ihre Arbeitnehmer abzurechnen. So wurde z.B. im Mai für 14.101 Arbeitnehmer Kurzarbeit abgerechnet. Im Juni haben 7.075 Beschäftigte Kurzarbeitergeld bezogen.