02.03.2021 | Presseinfo Nr. 15

Noch einmal leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit im Februar

Der Arbeitsmarkt im Februar 2021

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Stralsund ist im Februar noch einmal angestiegen. 12.772 Männer und Frauen sind im nördlichsten Landkreis Mecklenburg-Vorpommerns aktuell arbeitslos gemeldet. Das sind 162 Personen (1,3 Prozent) mehr als noch im Januar und 1.747 (15,8 Prozent) mehr als im Februar des letzten Jahres. Die Arbeitslosenquote stieg von 11,2 Prozent im Vormonat auf aktuell 11,4 Prozent. Auch im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote angestiegen. Im Februar 2020 lag ihr Wert noch bei 9,8 Prozent und damit deutlich unter der 10-Prozent-Marke.

„In den letzten Jahren konnten wir uns im Februar bereits über einen Rückgang der Arbeitslosigkeit freuen. Das ist in diesem Jahr leider nicht der Fall“, so Dr. Jürgen Radloff, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund. Ungewöhnlich ist eine Zunahme der Beschäftigungslosigkeit im Februar nach Einschätzung des Agenturchefs allerdings nicht. „Mit dem Höhepunkt der Winterarbeitslosigkeit muss man in den Monaten Januar oder Februar rechnen. In diesem Jahr ist es der Februar, der uns wahrscheinlich den höchsten Wert der Beschäftigungslosigkeit im Jahresverlauf bescherte.“ Die Prognose des Agenturchefs ist allerdings mit einer Unsicherheit verbunden: „Üblicherweise melden die Unternehmen spätestens im März deutlich zunehmenden Personalbedarfe. Grund hierfür sind hauptsächlich die bevorstehenden Osterfeiertage und damit der traditionelle Saisonauftakt im Tourismusgewerbe. Normalerweise würde die Arbeitslosigkeit dann ab dem März deutlich sinken. Ob das in diesem Jahr auch der Fall sein wird, kann momentan noch niemand mit Bestimmtheit sagen. Denn noch immer gelten die Einschränkungen aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie.“

Wie wichtig der Start der Tourismussaison für den Arbeitsmarkt der Region Vorpommern-Rügen ist, wird bei einem Blick auf die Wirtschaftsstruktur der Region deutlich: Die Berufe des Hotel- und Gastronomiegewerbes und des Handels machen in Verbindung mit den Reinigungsberufen aktuell knapp ein Drittel der gesamten Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk aus. Erst danach folgen mit Abstand der Fertigungsbereich und das Baugewerbe. „Der Landkreis Vorpommern-Rügen mit seinen zwei großen Urlaubsgebieten – der Insel Rügen und der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst – ist wie kaum eine andere Region in diesem Land vom Tourismusgeschäft abhängig“, so Dr. Radloff. „Daher schaue ich mit Spannung auf die Entwicklungen der nächsten Monate.“

Die besondere Wirtschaftsstruktur des Agenturbezirkes spiegelt sich auch bei einer Betrachtung der einzelnen Geschäftsstellen wieder. So stammen über die Hälfte der aktuellen Arbeitslosen aus den beiden Tourismusregionen Rügen und der Geschäftsstelle Ribnitz-Damgarten, zu der die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst zählt. Auf der Insel Rügen sind derzeit 4.132 Männer und Frauen ohne Job. Das sind 60 mehr als im Januar und 299 mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote auf Deutschlands größter Insel liegt aktuell bei 12,4 Prozent und damit leicht (+0,1 Prozentpunkte) über dem Wert des Vormonats. Deutlich größer ist der Abstand zum Vorjahr. Im Februar 2020 konnte noch ein Wert von 11,5 Prozent registriert werden. In der Geschäftsstelle Ribnitz-Damgarten sind 2.666 Arbeitslose gemeldet. Das ist ein Anstieg gegenüber dem Vormonat um 64 Personen (2,5 Prozent) und gegenüber dem Vorjahr um 474 Personen (21,6 Prozent). Die Arbeitslosenquote rund um die Bernsteinstadt liegt aktuell bei 10,5 Prozent – ein leichter Anstieg (+0,3 Prozentpunkte) gegenüber dem Januarwert. Deutlich stärker fällt die Anstieg der Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vorjahr aus. Im Februar 2020 lag ihr Wert noch bei 8,6 Prozent – fast 2 Prozentpunkte unter dem aktuellen Niveau.

In der Hansestadt Stralsund blieb die Beschäftigungslosigkeit unverändert auf dem Niveau des Vormonats. Im Stadtgebiet sind aktuell 3.540 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 12,5 Prozent. Im Februar 2020 lag ihr Wert noch bei 10,7 Prozent. Damals waren in der Hansestadt 3.011 Personen arbeitslos gemeldet. Heute sind es 529 mehr. In Grimmen liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 10,8 Prozent. Auch hier ist also ein kleiner Anstieg (+0,2 Prozentpunkte) im Vergleich zum Vormonat zu verzeichnen, wie in den anderen Regionen allerdings auch eine deutliche Zunahme im Vergleich zum Vorjahr. Denn im Februar 2020 konnte rund um Grimmen noch eine Quote von 8,5 Prozent registriert werden.

„Der deutliche Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr in allen Geschäftsstellen unseres Agenturbezirkes zeigt, wie stark unsere Region immer noch von den Einschränkungen in Folge der Corona-Pandemie betroffen ist“, so Dr. Radloff. „Und die Auswirkungen wären wahrscheinlich noch deutlich stärker, wenn nicht viele Unternehmen auf das Instrument Kurzarbeit setzen würden.“ Momentan nutzen über 2.000 Unternehmen im Agenturbezirk Stralsund die Möglichkeiten der Kurzarbeit.