08.03.2021 | Presseinfo Nr. 17

Frauenanteil bei Beschäftigtenzahlen in Vorpommern-Rügen liegt deutlich über dem Bundesschnitt

Den 8. März, den Internationalen Frauentag, nimmt die Arbeitsagentur Stralsund zum Anlass, den Arbeitsmarkt für weibliche Beschäftigte in der Region Vorpommern-Rügen einmal detaillierter zu analysieren.

„Fast 37.900 Frauen haben in der Region Vorpommern-Rügen einen sozialversicherungspflichtigen Job. Damit sind bei uns sogar etwas mehr Frauen als Männer berufstätig,“ so Dirk Hausweiler, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Stralsund. Bei den Männern arbeiten (nur) 35.600 Personen in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis.

Der höhere Anteil der Frauen an den Beschäftigtenzahlen ist nach Einschätzung von Arbeitsmarktexperten zum größten Teil auf die besondere Wirtschaftsstruktur des Landkreises zurückzuführen. Die dominierenden Branchen wie der Gesundheitsbereich, der Tourismus sowie das Dienstleistungsgewerbe bieten viele Arbeitsplätze, in denen hauptsächlich Frauen beschäftigt werden.

Doch dies scheint nicht der einzige Grund zu sein. „In den ostdeutschen Bundesländern hat die Berufstätigkeit von Frauen einen ganz anderen Stellenwert als in den westlichen Regionen der Bundesrepublik“, so Dirk Hausweiler. „Ganz besonders deutlich wird das bei der sogenannten Beschäftigungsquote: 61,7 Prozent aller Frauen im Alter zwischen 15 und 65 Jahren in unserem Landkreis haben eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung – also nicht nur einen Nebenjob. Das ist im bundesweiten Vergleich beachtlich, denn im Durchschnitt der Bundesrepublik liegt die Beschäftigungsquote der Frauen bei nur 57,6 Prozent. Betrachtet man die westlichen Bundesländer separat sind es sogar nur 56,5 Prozent.“

Auch bei den beruflichen Qualifikationen fällt ein positiver Unterschied auf: Die meisten weiblichen Beschäftigten im Nordosten – nämlich mehr als drei Viertel (76,5 Prozent) - haben eine abgeschlossene Berufsausbildung. Bundesweit sind es nur 65 Prozent. Dagegen ist der Anteil der ohne Berufsabschluss arbeitenden Frauen ist in Vorpommern-Rügen mit 3,9 Prozent im Vergleich zur Bundesdurchschnitt (9 Prozent) relativ gering.

Allerdings bleibt der Anteil der Akademikerinnen deutlich hinter dem Bundesdurchschnitt zurück. So haben deutschlandweit 17,9 Prozent aller beschäftigten Frauen einen Hochschulabschluss. In Vorpommern-Rügen sind es lediglich 11,9 Prozent. „Was diesen Bereich betrifft, fehlen unserer Region attraktive Angebote für die Absolventen der Hochschulen“, so Dirk Hausweiler. Bei dieser Einschätzung bezieht sich der stellvertretende Agenturchef nicht nur auf die aktuelle Analyse der Beschäftigungssituation bei Frauen; bei den Männern liegt die Zahl der Akademiker sogar noch deutlicher unter dem Bundesschnitt. Dabei bietet Mecklenburg-Vorpommern ein breites Angebot an unterschiedlichsten Studiengängen mit hervorragenden Bedingungen. Doch vielfach bleiben die Absolventen nicht im Land, sondern entscheiden sich für Stellenangebote in anderen Regionen. „Beim Einstieg in einen Job nach dem abgeschlossenen Studium sind für Jungakademikerinnen und –akademiker attraktive Beschäftigungsangebote interessant“, so Dirk Hausweiler. „Wir haben mit unserer lebenswerten Region gute Argumente für ein Bleiben. Um die bestens qualifizierten Fachkräfte hier zu halten, müssen attraktive Rahmenbedingungen geschaffen werden.“