31.03.2021 | Presseinfo Nr. 21

Frühjahrsbelebung auf Sparflamme

Der Arbeitsmarkt im März 2021

12.303 Männer und Frauen waren im März im Bezirk der Agentur für Arbeit Stralsund ohne Job. Das sind 469 Personen (3,7 Prozent) weniger als im Vormonat. Aktuell liegt die Arbeitslosenquote bei 10,9 Prozent. Im Februar musste noch ein Wert von 11,4 Prozent registriert werden.

Für Dr. Jürgen Radloff, den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund, ist das eine „Frühjahrsbelebung auf Sparflamme“: „Normalerweise rechnen wir im März mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen, der beinahe dreimal so stark ist.“ Für den Chef der Arbeitsagentur ist die aktuelle Entwicklung trotzdem ein positives Signal: „Dass wir in der anhaltenden Corona-Pandemie wieder einen leichten Rückgang in der Beschäftigungslosigkeit verzeichnen können, stimmt mich vorsichtig optimistisch. Auch wenn wir von den Werten, die wir sonst im Frühjahr verzeichnen können, weit entfernt sind.“

Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen nämlich deutlich gestiegen. Aktuell sind fast 2.350 Männer und Frauen mehr arbeitslos gemeldet, als im März 2020. Das ist ein Anstieg um 23,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Für den Chef der Arbeitsagentur kommt diese deutliche Steigerung der Beschäftigungslosigkeit nicht überraschend. „Wir haben im aktuellen Berichtsmonat eine besondere Situation: Vor genau einem Jahr – im März 2020 – begann der Corona-Lockdown in Deutschland. Einzelhändler und Tourismusbetriebe mussten schließen. Doch auf dem Arbeitsmarkt zeigten sich die Auswirkungen erst mit einer Zeitverzögerung von einem Monat, denn viele Unternehmen hatten in Erwartung der bevorstehenden Ostersaison bereits Personal eingestellt. Diese Personalnachfrage führte im März 2020 noch zu einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosenzahlen. So verzeichneten wir damals mit einem Wert von 8,8 Prozent sogar die niedrigste Arbeitslosenquote für diesen Monat seit der Wiedervereinigung. Das ist nun - im März 2021 - völlig anders. Seit November des letzten Jahres sind die Tourismusunternehmen geschlossen. Und da es bislang noch keine konkrete Öffnungsperspektive gibt, hält sich auch die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen in Grenzen. Die übliche Frühjahrsbelebung (mit dem Ostergeschäft als Saison-Auftakt) blieb somit bisher weitestgehend aus.“

Es sind im Übrigen nicht allein die Hotel- und Gastronomiebeschäftigten, die von den Einschränkungen aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie betroffen sind. Auch Reinigungsberufe und Hausmeister bzw. Beschäftigte im Bereich der Gebäudebewirtschaftung verzeichnen deutlich höhere Arbeitslosenzahlen als im Vorjahr. Das gilt auch für die Beschäftigten im Einzelhandel.

„Wenn ich in die letzten Jahre zurückblicke, haben wir aktuell eine Arbeitslosigkeit erreicht, wie im Jahr 2018“, so Dr. Radloff. Im damaligen März lag die Zahl der Arbeitslosen und auch die Arbeitslosenquote fast exakt auf dem heutigen Niveau. Aktuell allerdings sorgt das Instrument der Kurzarbeit weiterhin für eine Stabilisierung am Arbeitsmarkt. Ohne die Inanspruchnahme der Kurzarbeitergeld-Regelungen wäre die Arbeitslosigkeit deutlich höher. Derzeit nutzen über 2.000 Unternehmen im Agenturbezirk Stralsund diese Möglichkeit.

Die aktuelle Entwicklung des Arbeitsmarktes insgesamt zeigt sich auch bei einer Betrachtung der einzelnen Regionen des Agenturbezirkes.

Auf der Insel Rügen sind aktuell 3.930 Männer und Frauen ohne Job. Das sind zwar 202 weniger als im Februar aber 623 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote auf Deutschlands größter Insel liegt aktuell bei 11,8 Prozent. In Ribnitz-Damgarten sind derzeit 2.514 Arbeitslose gemeldet. Das ist ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vormonat um 152 Personen aber ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um 578 Personen. Die Arbeitslosenquote rund um die Bernsteinstadt liegt aktuell bei 9,9 Prozent.

Ähnlich zeigt sich die Situation in der Geschäftsstelle Grimmen und in der Hansestadt Stralsund. Auch hier sind leichte Rückgänge der Beschäftigungslosigkeit zum Vormonat aber deutliche Steigerungen zum Vorjahr zu verzeichnen. In der Hansestadt Stralsund sind 3.510 Männer und Frauen ohne Job, 30 weniger als im Februar, aber 668 mehr als im März des letzten Jahres. Die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet liegt bei 12,4 Prozent. In Grimmen sank die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 35 Personen, stieg aber im Vergleich zum Vorjahr um 329. Allerdings ist die Arbeitslosenquote mit 10,6 Prozent – nach Ribnitz-Damgarten - die zweitniedrigste unter den Geschäftsstellen im Agenturbezirk Stralsund.