06.05.2021 | Presseinfo Nr. 32

Kurzarbeitergeld mit einer Nebenbeschäftigung aufbessern?

Das ist zu beachten!

Die Kurzarbeitergeld-Regelung ist ein wichtiges Instrument, um in wirtschaftlich schwierigen Zeiten – wie der aktuellen Corona-Pandemie – die Arbeitsplätze der Arbeitnehmer zu erhalten. Doch gerade wenn in den ursprünglichen Beschäftigungsverhältnissen geringe Löhne gezahlt wurden, fällt auch das Kurzarbeitergeld entsprechend niedrig aus. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich betroffene Beschäftigte auch gezielt nach Nebenverdienstmöglichkeiten erkundigen. Doch was konkret ist dabei zu beachten?

Stefanie Patzelt, Teamleiterin für den Bereich Kurzarbeitergeld in Stralsund, erklärt: „Ob und in welchem Maße während der Zeit der Kurzarbeit eine Nebentätigkeit ausgeübt werden kann, entscheidet der Arbeitgeber. Denn während der Zeit der Kurzarbeit sind die Beschäftigten weiterhin bei ihrem bisherigen Unternehmen angestellt. Sie sind nicht arbeitslos, sondern haben weiterhin einen gültigen Arbeitsvertrag. Daher müssen sie ihren Wunsch nach einer Nebenbeschäftigung auf jeden Fall mit ihrem Unternehmen abklären – ganz genau so, als wären sie nicht in Kurzarbeit.“ Rechtliche Einschränkung hinsichtlich bestimmter Branchen für eine Nebentätigkeit gibt es nicht. Auch bei einem Zusatz-Job gilt das normale Arbeitsrecht. Das sieht im Übrigen Höchstgrenzen für eine tägliche bzw. wöchentliche Arbeitszeit vor. Die müssen auf jeden Fall beachtet werden.

Wichtig sind aus Sicht der Expertin allerdings noch die Regelungen zur möglichen Anrechnung eines Nebenverdienstes auf das Kurzarbeitergeld. „Wenn in Zeiten der Kurzarbeit weniger verdient wird als bei der normal üblichen Vollzeitbeschäftigung, dann soll das Kurzarbeitergeld diesen Unterschied zum Teil ausgleichen. Das Kurzarbeitergeld bekommt ein Arbeitnehmer dann von seinem Unternehmen ausgezahlt. Dieses ausgezahlte Kurzarbeitergeld rechnet das Unternehmen monatlich mit der Arbeitsagentur ab und zwar nachträglich. Und bei dieser Abrechnung fließen auch Einkommen mit ein, die im Rahmen einer Nebentätigkeit verdient werden“ so Stefanie Patzelt. Bis Ende 2021 gibt es hier allerdings eine Ausnahme: Wenn Einkommen aus einer geringfügigen Beschäftigung erzielt wird (also aus einem sogenannten 450-Euro-Job oder auch Mini-Job genannt) wird das Gehalt nicht angerechnet, wenn der Mini-Job während der Kurzarbeit aufgenommen wird.

Einen solchen Mini-Job zu finden, gestaltet sich in der Pandemie-Zeit allerdings sehr schwer. In den Urlaubshochburgen Mecklenburg-Vorpommerns wurden solche Tätigkeiten üblicherweise im Tourismusbereich angeboten – also in der Gastronomie oder bei der Reinigung oder Bewirtschaftung von Ferienunterkünften. Dies ist aufgrund der geltenden Corona-Einschränkungen, die insbesondere den Tourismus einschränken, derzeit nicht möglich. Wer einen Mini-Job sucht, kann (auch unabhängig von der Corona-Pandemie) entsprechende Angebote auf der Internetseite der Mini-Job-Zentrale finden.