12.05.2021 | Presseinfo Nr. 33

Trotz Beschäftigungszuwachs – Pflegekräfte bleiben dringend gesuchte Fachleute

Die Zahl der Beschäftigten in den Gesundheits- und Pflegeberufen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Aktuell arbeiten im Landkreis Vorpommern-Rügen über 3.400 Männer und Frauen im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege und noch einmal knapp 1.900 in der Altenpflege. Zusammengenommen machen sie 7,3 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region aus. Bezieht man den kompletten Gesundheitsbereich in die Berechnung mit ein, also auch Beschäftigte in den Arzt- oder Zahnarztpraxen sowie Therapeuten, dann bildet der Gesundheitssektor mittlerweile den größten Wirtschaftsbereich im Landkreis Vorpommern-Rügen.

„Die Corona-Pandemie mag den Bedarf an Fachkräften im Gesundheits- und Pflegebereich noch einmal deutlich ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt haben. Doch der Mangel an Pflegekräften ist nicht neu“, weiß Dr. Jürgen Radloff, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund. Allein in einer Betrachtung der letzten fünf Jahre wird deutlich: Die Beschäftigtenzahl im Pflegebereich ist kontinuierlich gestiegen. Sowohl bei den Gesundheits- und Krankenpflegern als auch bei den Altenpflegern arbeiten heute 13 Prozent mehr Personal, als noch im Jahr 2016.

Für den Chef der Arbeitsagentur ist das nicht verwunderlich. „Pflegekräfte sind gesuchte Fachleute – völlig unabhängig von der aktuellen Corona-Pandemie. Denn zum einen wird unsere Bevölkerung immer älter. Immer mehr Menschen brauchen Pflege und Unterstützung im Alter. Dementsprechend steigt auch der Bedarf an qualifizierten Pflegekräften. Auf der anderen Seite wirkt sich die demografische Entwicklung auch in der Arbeitnehmerschaft der Pflegeunternehmen aus. Denn auch hier gehen immer mehr Menschen in den wohlverdienten Ruhestand. Junge Leute wachsen nicht in ausreichendem Maße nach. Das ist keine spezifische Situation im Gesundheitsbereich. Diese Entwicklung bekommen alle Wirtschaftsunternehmen zu spüren. In Umfragen unter Personalverantwortlichen ist der Fachkräftemangel mittlerweile sogar als eines der Top-Risiken von den befragten Firmen benannt worden. Der Bereich Kranken- und Altenpflege wird durch die Demografie allerdings von gleich zwei Seiten in die Zange genommen – durch die Altersabgänge der Belegschaft und den steigenden Bedarf an Pflegekräften.“

In allen Pflegeberufen gibt es im Übrigen ein deutliches Geschlechter-Ungleichgewicht. So beträgt der Anteil der weiblichen Beschäftigten in der Krankenpflege 77,6 Prozent. Im Bereich der Altenpflege liegt er sogar bei 84 Prozent. Männer sind in dieser Berufsrichtung also immer noch deutlich unterrepräsentiert. An dieser Situation wird sich vermutlich in naher Zukunft nichts ändern. Denn bereits bei den Ausbildungswünschen der Schulabgänger zeichnet sich eine sehr stark geschlechterorientierte Berufswahl ab.