30.06.2021 | Presseinfo Nr. 44

Der Arbeitsmarkt im Juni

Mit den Corona-Lockerungen zieht auch die Personalnachfrage in der Region wieder an.

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Stralsund ist im Juni deutlich zurückgegangen. Aktuell sind 9.591 Männer und Frauen ohne Job. Das sind 1.685 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank von 10,0 Prozent im Mai auf jetzt 8,5 Prozent und erreicht damit zu ersten Mal in diesem Jahr wieder einen Wert unter der 10-Prozent-Marke.

Zusätzlich zu diesem deutlichen Rückgang im Vergleich zum Vormonat ist auch ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. „Wenn ich mir den Juni 2020 als Vergleichsmonat anschaue, liegt die Beschäftigungslosigkeit aktuell um 826 Personen unter dem damaligen Niveau“, so Dr. Jürgen Radloff, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund. „Auch im letzten Jahr lief im Juni die Hauptsaison im Tourismus an und sorgte mit verstärkten Personalbedarfen für eine Belebung am Arbeitsmarkt in unserem Landkreis. Das ist auch in diesem Jahr so der Fall. Allerdings scheint der Saison-Effekt aktuell bisher noch einmal stärker auszufallen, als 2020.“

Deutlich wird dies auch an der Zahl der gemeldeten Stellen. Allein im Monat Juni wurden der Arbeitsagentur und dem Jobcenter 700 neue Arbeitsstellen zur Besetzung angeboten. Das sind 100 mehr als zum gleichen Zeitpunkt des letzten Jahres. Insgesamt steigt die Zahl der offenen Stellen auf 2.424. Damit liegt der aktuelle Stellenbestand um 377 über dem Vorjahresniveau.

„Zumindest bei den Stellen erreichen wir sogar wieder das Niveau des Vor-Corona-Jahres“, erklärt der Agenturchef. „Für die Zahl der Arbeitslosen gilt das noch nicht. Hier liegen wir – trotz aller positiven Entwicklungen - immer noch über den Werten, die wir vor der Pandemie vermelden konnten.“ Das wird deutlich, wenn man in das Jahr 2019 zurückblickt. Im damaligen Juni erreichte die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk einen Wert von 7,0 Prozent. Das war der niedrigste Juni-Wert seit der Wiedervereinigung und entsprach 7.862 gemeldeten Arbeitslosen. Aktuell sind des 1.700 mehr. Man muss bis ins Jahr 2017 zurückblicken, um einen Juni-Wert zu finden, der auf einem ähnlichen Niveau liegt, wie im aktuellen Berichtsmonat. „Ich denke, die derzeitigen Arbeitsmarktzahlen zeigen aber, dass wir uns langsam an das Niveau der Vor-Corona-Zeit herantasten“, so Dr. Radloff. „In unser stark touristisch geprägten Region wird sicher viel davon abhängen, wie gut und vor allem wie lange die Saison für die Hotel- und Gastronomiebranche aber auch den Handel und angrenzende Wirtschaftsbereiche laufen wird. Ich bin hier sehr optimistisch, denn mit den gerade gestarteten Sommerferien in den meisten norddeutschen Bundesländern stehen wir momentan ja auch noch am Anfang der Hauptsaison.“

Ein Blick auf die einzelnen Regionen des Agenturbezirkes bestätigt die Einschätzung des Agenturchefs. Die beiden Tourismushochburgen – die Insel Rügen und die Geschäftsstelle Ribnitz-Damgarten mit der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst – vermelden die stärksten Rückgänge bei der Beschäftigungslosigkeit unter allen Regionen des Agenturbezirkes. Auf Rügen sind aktuell 2.611 Männer und Frauen ohne Job. Das sind 831 Personen – und damit fast ein Viertel - weniger als noch im Mai. Die Arbeitslosenquote auf Deutschlands größter Insel liegt bei 7,9 Prozent. Im Vormonat musste noch ein Wert von 10,4 Prozent verzeichnet werden. In der Region um Ribnitz-Damgarten sind 1.884 Arbeitslose gemeldet. Das ist ein Rückgang um 419 Personen (bzw. 18,2 Prozent) im Vergleich zum Mai. Die Arbeitslosenquote rund um die Bernsteinstadt fiel binnen Monatsfrist von 9,0 auf jetzt 7,4 Prozent.

Auch in den beiden Regionen, die nicht so stark vom Tourismus profitieren, ist die Beschäftigungslosigkeit zurückgegangen, allerdings nicht ganz so stark. In der Hansestadt Stralsund sank die Zahl der Arbeitslosen um 275 Personen (8 Prozent) auf 3.166. Die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet fiel innerhalb eines Monats um einen Prozentpunkt auf 11,1 Prozent. In der Geschäftsstelle Grimmen sind derzeit 1.146 Männer und Frauen ohne Job. Das sind 80 Personen (bzw. 6,5 Prozent) weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 8,9 Prozent. Im Mai waren es noch 9,5 Prozent.

Trotz der positiven Impulse aus der Wirtschaft sorgte das Instrument der Kurzarbeit weiterhin für eine Stabilisierung am Arbeitsmarkt. Ohne die Inanspruchnahme der Kurzarbeitergeld-Regelungen wäre die Arbeitslosigkeit vermutlich deutlich höher ausgefallen. Zuletzt nutzen noch über 1.800 Unternehmen im Agenturbezirk Stralsund diese Möglichkeit.